Gämse
Gämse im Windschatten, Foto: Martin Merker 
Jagd

Die traditionsreiche Jagd in Graubünden erfolgt heute nach wildbiologischen Grundsätzen. Die Wildbestände sind gut und viele Tier- und Vogelarten finden in Graubünden ihren Lebensraum.


Die freie Jagd hat in Graubünden eine lange Tradition. Schon im 16. Jahrhundert war es jedem Bürger möglich, die Jagd frei auszuüben. Im Jahr 1877 wurden restriktive Jagdgesetze geschaffen und die Patentjagd eingeführt.

Um 1850 waren in Graubünden mit Ausnahme der Gämse alle Schalenwildarten ausgerottet. Den Steinbock, das Wappentier von Graubünden, ereilte dieses Schicksal schon um 1650. Die grossflächige landwirtschaftliche Nutzung, die Konkurrenz durch hohe Viehbestände sowie eine ungeregelte Jagd mit immer besseren Jagdwaffen haben zu diesem Ergebnis geführt.
Gute Wildbestände
Im 20. Jahrhundert hat sich dieses Bild völlig verändert. Hirsch und Reh wanderten vor über 100 Jahren von Norden und Osten her ein und ab 1920 wurde das Steinwild systematisch angesiedelt. Heute werden die Frühlingsbestände auf rund 13'000 Hirsche, 14'000 Rehe, 24'000 Gämsen und 5'600 Steinböcke und einige Wildschweine geschätzt. Der Qualität des Lebensraums entsprechend besitzen viele Tier- und Vogelarten in Graubünden ein eigentliches Rückzugsgebiet. Arten wie Auerhuhn, Birkhuhn, Steinhuhn, Wiedehopf und Flussuferläufer haben Verbreitungsschwerpunkte in Graubünden. In den letzten Jahren sind auch Grossraubtiere wie der Wolf und der Luchs oder zeitweise auch der Bär wieder nach Graubünden eingewandert.

Heute werden mit der Jagd dem Lebensraum angepasste Wildbestände mit einer naturnahen Alters- und Geschlechterstruktur und einer artgerechten Verteilung angestrebt. Die Hochjagd dauert jeweils 21 Tage im Monat September, die Niederjagd vom 1. Oktober bis 30. November und die Steinwildjagd vom 1. bis 31. Oktober. Je nach Ergebnis der Hochjagd werden in den Monaten November und Dezember noch zusätzliche Hirsche und Rehe auf der Herbstjagd erlegt, um die festgelegten Abschusspläne zu erfüllen.

Personen, die in Graubünden eine Jagdprüfung abgelegt haben, können ein Patent lösen und die Jagd im ganzen Kanton ausüben. Neben den 7'000 Jägern bilden die über 150 Jägerinnen eine kleine Minderheit.

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