Bauherr: Gemeinde Poschiavo
Ausführung:
1987 - 92 Sperren, Kanal, Hangsicherungen
1992 - 94 Geschiebefang integriert in Lawinenschutzdamm
Baukosten:
Fr. 15.6 Mio. (Sperren, Kanal, Hangsicherungen)
Fr. 12.0 Mio. (Lawinenauffangdämme inkl. Geschiebefang)
Projektbeschrieb:
Ergiebige, lang andauernde und bis weit über 3000 m Höhe reichende Niederschläge (Niederschlagsmenge 150 l/m2), kummuliert mit einer in diesem Jahr äusserst späten Schneeschmelze, führten am 18. Juli 1987 zu einem extremen Murgangereignis in der Val Varuna. Sämtliche in den Jahren 1891 - 1914 erstellten Sperren aus Trockenmauerwerk wurden dabei zerstört. Ab Höhenkote 1740 wurden rund 200'000 m3 Material aus Bachsohle und Seitenhänge erodiert und in mehreren Murschüben in den Talboden verfrachtet. Die dadurch verursachte Stauung des Hochwasser führenden Poschiavino führte zu einer katastrophalen Überschwemmung des Dorfes Poschiavo mit Schutt und Wasser. Ein zweites Murgangereignis nach heftigen Niederschlägen am 24./25. August 1987 erodierte nochmals weitere ca. 50'000 m3 Material in den Talboden hinunter. Nur knapp gelang es eine Wiederholung der Juli - Überschwemmung ins Dorf zu verhindern.
Bereits im September 1987 begann die Ausführung der umfangreichen Wildbachverbauungsarbeiten basierend auf folgendem Verbauungskonzept:
- Integration eines Geschieberückhaltebeckens auf Plan da la Val (2100 m. ü. M.) in den Lawinenauffangdamm
- Sperrenstaffelung in der Erosionsstrecke (1740 - 1170 m. ü. M.) auf 1.5 km Länge mit 56 Sperren
- Ablaufkanal im Schuttkegelbereich und Geschiebefang an der Poschiavinomündung.