Alpberichte   

Alpwirtschaft im Kanton Graubünden
- ein Situationsbericht

Die Alpwirtschaft hat für den Kanton Graubünden eine grosse Bedeutung. Über 1000 Alp- und Gemeinschaftsweidebetriebe bedecken rund 20% der gesamten Kantonsfläche. Mit dem Begriff „Alp“ verbindet die Bevölkerung oft Traditionen, Volkstum, Erholung, Natur, aber auch eine Unmenge von Geschichten und Sagen!

Die Alpen haben eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung, sei es als Futterbasis für die Landwirtschaft, als Produktions-stätte von qualitativ hochwertigen Produkten, als Bestandteil einer ökologisch wertvollen Kulturlandschaft oder auch als Erholungsraum für die Gäste und als gute Unterlage für Skipisten in unserem Tourismuskanton.

Die Alpwirtschaft Graubündens setzt die Agrarpolitik und die Erwartungen der Gesellschaft um. Dabei ist es den Landwirten gelungen, die Kulturlandschaft offen zu halten und das traditionelle System der Bewirtschaftung erfolgreich den neuen Anforderungen anzupassen. Die Zukunftschancen stehen gut, die Alpwirtschaft Graubündens hat ein enormes Potenzial und kann sich mit Qualitätsprodukten und -dienstleistungen sowie in der branchenübergreifenden Zusammenarbeit profilieren.

Dies ist das Fazit des Situationsberichts „Zukunft der Bündner Alpwirtschaft", welcher vom landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Plantahof im Auftrag vom und in
Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft und Geoinformation erarbeitet wurde. In 21 Regionsberichten und einem umfassenden Kantonsbericht wird die aktuelle Situation der 770 Bündner Hochalpen beschrieben. Nicht näher eingegangen wird auf die 270 Gemeinschaftsweidebetriebe. Dies ist der erste Schritt hin zu einem Konzept und Entwicklungsplan der Alpen in Graubünden, welcher aufzeigen soll, wie der Tierbestand auf den Alpen in den nächsten 15 Jahren gesichert werden kann und wo Investitionen nötig und sinnvoll sind.

Der Bericht schlägt im Hinblick auf die Zukunft der Bündner Alpwirtschaft vor, dass der eingeschlagene Weg konsequent weiter gegangen werden sollte. Die Bündner Alpwirtschaft könnte sich unter den aktuellen Bedingungen mit Qualitätsprodukten und -dienstleistungen sowie der Zusammenarbeit mit dem lokalen Lebensmittelhandwerk (Stichwort Dorfsennereien) und dem Tourismus profilieren. Die Agrarpolitik 2011 bietet dazu gute Möglichkeiten. Sie unterstützt gemeinschaftliche Projektinitiativen und Projekte zur regionalen Entwicklung auf Grund des Bundesgesetztes über die Landwirtschaft. Zudem werden die Berg- und Alpprodukte mit der neuen Berg- und Alp- Verordnung (BAIV; SR 910.19) erstmals klar geschützt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Alpwirtschaft ihre Aufgaben gut löst. Die Alpweiden werden gut bestossen und die Produkte von der Alp, namentlich der Alpkäse, sind gefragt. Auch die Infrastruktur ist zu einem beachtlichen Teil saniert. Es braucht aber weitere Anstrengungen für die Zukunft, die vorliegenden Berichte sind eine gute Basis für die kommenden Arbeiten.

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