Das von der Regierung im November 2010 genehmigte Auflageprojekt der neuen Querverbindung sieht am Südrand von Chur eine Neutrassierung anstelle einer Sanierung der Schanfiggerstrasse zwischen der Badi Sand und dem Haldenhüttli vor. Mit der Verlagerung der Verkehrsströme wird das Stadtgebiet vom Durchgangsverkehr von und nach Arosa entlastet. Die Kosten der 854 Meter langen Neutrassierung betragen bei einer Bauzeit von 3 bis 4 Jahren rund 58 Mio. Franken.
Die heutige Schanfiggerstrasse, welche das gleichnamige Tal sowie den Tourismusort Arosa erschliesst, beginnt mitten in der Stadt Chur. Somit muss der gesamte Verkehr vom und ins Schanfigg durch die Stadt fahren. Enge Platzverhältnisse und unübersichtliche Stellen erschweren das Kreuzen der Fahrzeuge. Die grosse Anzahl von Fussgängern bzw. Schülern, welche die Strasse insbesondere im Bereich Hof queren, sind gefährdet. Zudem entstehen infolge des Durchgangsverkehrs an Wochenenden häufig Staus. Bereits anfangs der 70er Jahre stand eine direkte Verbindung zwischen der Julier- und der Schanfiggerstrasse zur Entlastung des innerstädtischen Strassennetzes zur Diskussion.
In der Machbarkeitsstudie aus dem Jahre 2006 wurde der Ausbau der bestehenden Strasse einer Neutrassierung gegenübergestellt. Beim Variantenvergleich unter Berücksichtigung aller wesentlichen Aspekte schnitt die Neutrassierung besser und nachhaltiger ab. In der Folge erteilte die Regierung im Herbst 2006 den Auftrag, das Auflageprojekt einer Neutrassierung auszuarbeiten. Das Projekt wurde in der Stadt Chur sowie der Gemeinde Praden vom 9. Juni bis 9. Juli 2008 öffentlich aufgelegt. Der Umweltverträglichkeitsbericht hält aufgrund der Untersuchungen fest, dass das Projekt umweltverträglich ist und die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Mit Entscheid vom 23. November 2010 hat die Bündner Regierung das Auflageprojekt genehmigt.
Der Baubeginn hängt in erster Linie von der noch offenen Finanzierung der Gesamtkosten von 58 Millionen Franken ab. Es wird mit Beiträgen des Bundes aus dem Agglomerationsfonds, des Kantons sowie der Stadt und der Gemeinden gerechnet. Die Bündner Regierung wird sich dafür einsetzen, dass das Projekt ins nächste Agglomerationsprogramm des Bundes aufgenommen wird.