2025 wurden in Graubünden 3580 Hektaren Wald gepflegt. Gleichzeitig ging die Schadholzmenge deutlich zurück. Für 2026 ist mit dem Sammelprojekt Waldbau 2026 die Pflege von weiteren rund 3500 Hektaren Wald geplant – davon 2500 Hektaren Schutzwald sowie 660 Hektaren zur Förderung der Waldbiodiversität.
Insgesamt 3580 Hektaren Wald wurden im Jahr 2025 in Graubünden gepflegt. Das entspricht einem Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die genutzte Holzmenge lag bei 360 000 Kubikmetern und liegt damit unter dem Vorjahreswert von 380 000 Kubikmetern. Der kantonale Hiebsatz erlaubt eine durchschnittliche jährliche Nutzung von 390 000 Kubikmetern. Deutlich gesunken ist die Menge an sogenanntem Schadholz – also Holz, das wegen Stürmen, Trockenheit oder Schädlingsbefall gefällt werden musste. Sie sank um 70 Prozent auf 35 000 Kubikmeter und machte damit weniger als 10 Prozent der gesamten Holznutzung aus. Rund die Hälfte der Schäden wurde durch Borkenkäfer verursacht, begünstigt durch die warme und trockene Witterung. Etwa ein Viertel entfiel auf Sturmholz.
Schutzwald und Biodiversität gezielt fördern
Bund und Kanton unterstützten die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer 2025 mit 16,95 Millionen Franken für die Pflege von über 2000 Hektaren Schutzwald. Weitere 2,82 Millionen Franken wurden für die Behebung von Waldschäden eingesetzt. Ziel dieser Massnahmen ist es, die Schutzfunktion des Waldes langfristig zu sichern, indem die Verjüngung und Stabilität der Wälder gefördert und Folgeschäden möglichst vermieden werden. In besonders betroffenen Regionen ist dafür die Reduktion des Wildeinflusses auf die Waldverjüngung entscheidend. Grundlage hierfür bildet die Strategie «Lebensraum Wald Wild», welche 2021 von der Bündner Regierung verabschiedet wurde. Weitere Projekte unterstützten Massnahmen zur Förderung der Waldbiodiversität. Für die biologische Vielfalt wurden rund 500 Hektaren Wald gepflegt.
Wälder fit machen für den Klimawandel
Mit zusätzlichen Massnahmen von Bund und Kanton wurden schwer zugängliche Wälder ausserhalb des Schutzwaldes mit dem Seilkran bewirtschaftet sowie Jungwaldflächen gepflegt. Die Jungwaldpflege ausserhalb des Schutzwaldes umfasste 2025 130 Hektaren. Sie trägt zur zukünftigen Stabilität der Wälder und einer klimaangepassten Baumartenzusammensetzung bei. Zugenommen haben dagegen die mit dem Seilkran bewirtschafteten Flächen ausserhalb des Schutzwaldes: Sie stiegen auf 192 Hektaren. Dass in den verschiedenen Programmen insgesamt mehr Fläche behandelt werden konnte, ist vor allem auf die deutlich geringere Schadholzmenge zurückzuführen. Dadurch standen die Ressourcen der öffentlichen Forstbetriebe und Forstunternehmen wieder stärker für geplante Eingriffe zur Verfügung. Die Forstunternehmer übernahmen 65 Prozent der geernteten Holzmenge. Der Anteil an Fremdleistungen an allen Tätigkeiten im Wald lag bei 43 Prozent.
Sammelprojekt Waldbau 2026 genehmigt
Für 2026 haben die fünf Regionen des Amts für Wald und Naturgefahren gemeinsam mit den rund 200 öffentlichen und privaten Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern erneut regionale Projekte erarbeitet. Diese Projekte umfassen die Programme Schutzwald, Waldbiodiversität, Waldbewirtschaftung ausserhalb des Schutzwaldes sowie die Weiterführung der Testpflanzungen mit klimafitten Baumarten. Das Sammelprojekt Waldbau 2026 sieht die Behandlung von rund 3500 Hektaren Wald vor:
- Den grössten Anteil bildet die Pflege von 2500 Hektaren Schutzwald, um Siedlungen, Verkehrswege und Infrastrukturen nachhaltig vor Naturgefahren zu schützen.
- Zur Förderung der Biodiversität sollen auf über 660 Hektaren unter anderem Lebensräume des Auerhuhns, Weidewälder, besondere Gehölze, Waldränder und Kastanienselven auf der Alpensüdseite aufgewertet werden.
- Ausserhalb des Schutzwaldes sind auf rund 350 Hektaren Massnahmen zur Jungwaldpflege, Stabilitätspflege sowie Eingriffe mit dem Seilkran zur Holznutzung und Förderung der Waldverjüngung vorgesehen. Auch diese Massnahmen verbessern die Lichtverhältnisse und wirken sich positiv auf den Lebensraum einheimischer Tier- und Pflanzenarten aus.
- Die zwischen 2020 und 2023 auf acht Flächen angelegten Testpflanzungen mit klimafitten Baumarten werden weiter gepflegt und von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) wissenschaftlich begleitet.
Die Regierung hat das Sammelprojekt Waldbau 2026 mit Gesamtkosten von 33,3 Millionen Franken genehmigt und den beteiligten Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern Kantonsbeiträge von insgesamt 27,6 Millionen Franken zugesichert.
Fotobeilagen:
Auskunftspersonen:
- Regierungsrätin Dr. Carmelia Maissen, Vorsteherin Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität, Tel. +41 81 257 36 01 (erreichbar von 13.00 bis 14.00 Uhr), E-Mail Carmelia.Maissen@diem.gr.ch
- Urban Maissen, Kantonsförster, Amt für Wald und Naturgefahren, Tel. +41 81 257 38 51 (erreichbar von 10.00 bis 11.00 Uhr), E-Mail Urban.Maissen@awn.gr.ch
zuständig: Regierung