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A Bundile Surselva (GSS) betreffend Splitting-Modenfragell an der Gewerblichen Berufsschu, sowie Erarbeitung eines gesamtkantonalen Konzeptes für die Berufs- und Mittelschulbildung

Session: 21.10.2003
Mit Regierungsbeschluss vom 11. April 2000 ermächtigt die Bündner Regierung die Gewerbliche Berufsschule Chur (GSC) und die Gewerbliche Berufsschule Surselva (GSS) ein dreijähriges Projekt nach dem „Splitting-Modell“ durchzuführen. In diesem Projekt geht es für die Romanischsprachigen Lehrlinge/-töchter der Surselva um die Einführung von Romanisch in den allgemeinbildenden Unterricht. Die allgemeinbildenden Fächer werden in Ilanz, der Fachunterricht wird in Chur erteilt.

Mit dem laufenden Schuljahr wurde das dritte und letzte Jahr der Pilotphase des Splitting-Modells in Angriff genommen.

Gemäss Pressemitteilungen verläuft das Projekt sehr erfolgreich sowohl für Lehrlinge wie für Lehrmeister.

Die Weiterführung dieses Projektes an der Gewerblichen Berufsschule Surselva (in Zusammenarbeit mit der Gewerblichen Berufsschule Chur) hat für die zukünftigen Berufsleute, für den Bildungsstandort, für die Wirtschaftsförderung und für die soziokulturelle Entwicklung in der Surselva eine ausserordentliche regionalpolitische Bedeutung. So konnte in dieser kurzen Projektphase die Schülerzahl in Ilanz von ca. 80 auf 180 erhöht werden. Im Weiteren sind wir der Ansicht, dass ein Bildungskonzept für die Berufs- und Mittelschulen notwendig wären.
Fragen an die Regierung:

Welche regionalpolitische Bedeutung misst die Bündner Regierung diesem „Splittingmodell“ bei?

Damit die Planung des Schuljahres 2004/05 rechtzeitig erfolgen kann, steht eine baldige Entscheidung an. Wann erfolgt diese Entscheidung und welche Kriterien werden für die Regierung massgebend sein?

Ist die Regierung bereit, diese positiven Erfahrungen mit dem Projekt des Splittingmodells in Ilanz, als regulären Betrieb in Ilanz weiterzuführen?

Gedenkt die Regierung ein ähnliches Konzept auch in anderen Regionen umzusetzen (z. B. Samedan)?

Ist die Regierung bereit, ein gesamtkantonales Konzept für die Berufs- und Mittelschulbildung zu erarbeiten?

Chur, 21. Oktober 2003

Name: Bundi, Berther(Disentis), Cavegn, Augustin, Berther (Sedrun), Capaul, Casanova (Vignogn), Caviezel (Pitasch), Christoffel-Casty, Demarmels, Dermont, Fallet, Farrér, Fasani, Federspiel, Joos-Buchli, Luzio, Maissen, Montalta, Parpan, Pfister, Portner, Quinter, Righetti, Sax, Schmid, Tomaschett, Nay, Candinas

Session: 21.10.2003
Vorstoss: dt Anfrage

Antwort der Regierung

Mit dem auf das Jahr 1996 eingesetzten neuen Rahmenlehrplan für die Allgemeinbildung wurde an der Gewerblichen Berufsschule Chur, wo früher auch Romanisch unterrichtet worden war, der Gesamtblock "Gesellschaft, Sprache und Kommunikation" nur noch in Deutsch angeboten. Aus diesem Grunde musste eine neue Lösung gesucht werden, um den Unterricht in Romanisch weiterhin gewährleisten zu können.

Um Entscheidungsgrundlagen zu erhalten für die Beantwortung der Frage, ob die Allgemeinbildung in Romanisch weiterhin gewährleistet werden könne und einem Bedürfnis der Betroffenen entspreche, hat die Regierung am 11. April 2000 (Prot. Nr. 651) beschlossen, für eine Versuchsphase von drei Jahren die Erteilung von Romanisch im Allgemeinbildenden Unterricht (ABU-Romanisch) im sogenannten Splitting-Modell an der Gewerbeschule Surselva einzuführen. Der nach dem zweiten Versuchsjahr zu erstellende Bericht über den Versuchsverlauf und die Stellungnahmen der beteiligten Schulen liegen seit Mitte November 2003 vor. Sie bilden wichtige Grundlagen für den Entscheid der Regierung, ob und wie der ABU-Romanisch ab Schuljahr 2004/2005 weiterzuführen ist.

Zu den einzelnen Fragen nimmt die Regierung wie folgt Stellung:

1. Das Splitting-Modell und die damit verbundene Erhöhung der Schüler- und Lektionszahlen scheinen den Berufsschulstandort Ilanz zu stärken und sprach- und regionalpolitisch eine entsprechende Bedeutung zu haben.

2./3. Die Regierung wird über die Weiterführung des Splitting-Modells an der Gewerbeschule Surselva im ersten Quartal 2004 entscheiden. Dabei wird sie dem Bericht, den Stellungnahmen der beteiligten Schulen und den Fragen der Finanzierbarkeit gebührendes Gewicht beimessen. Unter Berücksichtigung der unter Punkt 5 gemachten Ausführungen zum Wandel in der Berufsbildung ist die Regierung bereit, das Anliegen wohlwollend zu prüfen. Vor einem definitiven Entscheid kann als Variante auch eine Fortsetzung für weitere drei bis vier Jahre in Betracht gezogen werden.

4. Die Berufsschule Samedan kommt den Anliegen der romanisch-sprechenden Lehrlinge mit der Beschulung in einem Blockmodell entgegen. Die Umsetzung des Splitting-Konzeptes in anderen Regionen ist derzeit nicht geplant.

5. Die Berufsbildung unterliegt einem starken Wandel. Am 1. Januar 2004 wird das neue eidgenössische Berufsbildungsgesetz in Kraft treten. Dieses sieht unter anderem die Integration der Gesundheits- und Sozialberufe vor. Ferner plant der Bund, während der fünfjährigen Übergangsfrist alle Bildungsverordnungen zu überarbeiten. Die neuen Finanzierungsmodalitäten haben Anpassungsbedarf in und Koordinationsbedarf zwischen den Kantonen zur Folge. Zu überprüfen ist zudem die Frage der Trägerschaft der Berufsschulen. Insgesamt sind die Konsequenzen aller im Berufsbildungsbereich anstehenden Neuerungen zur Zeit kaum abschätzbar. Die Regierung erachtet es deshalb als verfrüht, ein Konzept für den Berufsschulbereich auszuarbeiten. Für den Mittelschulbereich besteht ein Konzept, welches unter Einbezug der Bündner Gymnasialrektorenkonferenz erarbeitet wurde. Das Bündner Mittelschulkonzept diente als wichtige Grundlage für die Revision des Mittelschulgesetzes im Jahr 1998. Ein neues Konzept drängt sich nach Auffassung der Regierung für diesen Bereich derzeit nicht auf.

Datum: 16. Dezember 2003