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Pferderücken

Ein Forstwartlehrling führt das Pferd im Wald
 

Forstwartlernende lassen sich vom "Pferderücken" entzücken

Fünfundzwanzig Forstwartlernende im ersten Lehrjahr hatten am 15. Dezember im Forstrevier Ausser-Belfort die Gelegenheit, den Einsatz von Pferden im Wald, das so genannte „Pferderücken“, hautnah mitzuerleben. Forstwart Bruno Hassler und Landwirt Johan-Peter Engi zeigten mit ihren 4 Pferden, dass ihre Arbeit nicht ein nostalgischer Versuch ist, um diese Art der Holzbringung aus der Vergangenheit zurückzuholen.

Das Amt für Wald, Chur organisierte diese Exkursion nach Alvaschein. Dort warteten Revier-förster Patrick Müller und der Koordinator für Pferdeeinsätze im Wald, Nicolaus Salzgeber auf die beiden Forstwartklassen mit 24 Schülern und einer Schülerin der Gewerblichen Berufschule Chur. Herr Salzgeber machte den Auszubildenden deutlich, dass das Pferderücken unter bestimmten Verhältnissen im Wald auch heutzutage neben oder in Kombination mit dem Einsatz von Maschinen ökonomisch interessant sein kann. „Die Absicht ist nicht, die Arbeit der Forstmaschinen durch Pferde zu ersetzen, sondern die Zusammenarbeit von beiden zu zeigen. In vielen Fällen ist es sicher wirtschaftlicher, ein Tragschlepper oder einen Forsttraktor einzusetzen. Jedoch lohnt es sich in manchen Situationen auch finanziell, diese umweltfreundlichere Methode in Betracht zu ziehen.“ versicherte er.

Forstwart Bruno Hassler und Landwirt Johan-Peter Engi, die Besitzer der Pferde, verfügen über viel Erfahrung mit dem Pferderücken. Sie dirigieren diese imposanten Tiere durch den Wald wie ein Forstmaschinenführer seinen Forstschlepper führt, aber ohne Lärm und ohne Motorenabgase. Nach einer anschaulichen Erklärung der Grundbegriffe des Pferderückens war es Zeit für ein wenig Action! Herr Hassler und Herr Engi zeigten den angehenden Forstleuten, wie man das Pferd führt und wie man mit diesen kräftigen Tieren gefällte und entastete Bäume aus dem Wald zieht. Forstliches Fachwissen, ein gekonnter Umgang mit der Motorsäge und Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Tieren müssen hier zusammenspielen. Nachdem ein oder zwei Bäume bis zum Lagerplatz hinunter gezogen waren, durften die Berufslernenden das Pferd selber führen. Nach anfänglichen Unsicherheiten und leichten Berührungsängsten schafften es die Lehrlinge und die Lehrtochter rasch, den Pferden ihren Weg zu weisen und mit ihnen die gefällten Bäume zum Bestimmungsort zu ziehen. Das war bestimmt für alle ein besonderes Erlebnis!!

Bei der Schlussbesprechung am Ende der Exkursion zeigten sich die angehenden Forstprofis von dieser „neuen“ Möglichkeit des Holztransportes im Wald beeindruckt. Ob sie nach Ab-schluss ihrer Ausbildung daran denken werden, bei geeigneten Verhältnissen die vierbeinigen Gehilfen zum Zug kommen zu lassen?

Stefan Crollet
Praktikant Amt für Wald, Chur