Engadin - Vinschgau - Bahn

1. Ausgangslage

Das Projekt für eine neue Bahnverbindung zwischen dem Engadin und dem Vinschgau bezweckt, eine Lücke im europäischen Eisenbahnnetz zu schliessen. Sie verbindet zwei bedeutende Wirtschafts- und Kulturräume, das Schweizerische Mittelland (Zürich, Gotthardbahn) mit Venedig/Oberitalien (Bozen, Brennerbahn) sowie Graubünden mit dem Südtirol, und integriert das bündnerische in das europäische Eisenbahnnetz.

 

Die Machbarkeit des Vorhabens wurde bereits im Rahmen eines Interreg-III-Projektes im Jahr 2006 untersucht. Das am 26. Mai 2009 gegründete „Internationale Aktionskomitee Bahnverbindung Engadin – Vinschgau“ fördert die Planung und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und befasst sich gegenwärtig mit einem Folgeprojekt INTERREG-IV, welches vom zuständigen Verkehrsdepartement der Autonomen Provinz Bozen/Südtirol und vom Regionalverband Engiadina Bassa – Val Müstair Ende Oktober 2009 der zuständigen Interreg-Behörde in Mailand zur Projekt-Finanzierung eingereicht wurde. Das Finanzierungsgesuch wurde am 22. Juli 2010 genehmigt.

 

Das Interreg-IV-Projekt befasst sich im Wesentlichen mit der Variantenevaluation und dem Linienführungsentscheid, der Aufbereitung der noch fehlenden Grundlagen und Vorgaben für die weitere Planung und Projektierung. Der Kanton Graubünden hat aus den Mitteln des Verpflichtungskredites "Neue Verkehrsverbindungen" einen finanziellen Beitrag an das Interreg-Projekt zugesichert.

 

2. Zielsetzungen der Studie

  • Identifizierung und Bewertung des volkswirtschaftlichen Nutzen einer Eisenbahnverbindung zwischen dem Engadin und dem Vinschgau.
  • Ermittlung der Erwartungen der Regionen Engadin und Vinschgau und der weiter betroffenen Regionen an einer neuen Bahnverbindung.
  • Definition der Funktion, die die neue Verbindung erfüllen soll (regional oder international, mehr touristisch oder für Pendlerverkehr, für Personen- oder auch für Güterverkehr, Autotransport etc.).
  • Qualitative Bewertung bezüglich der Abdeckung der touristischen und regionalen Bedürfnisse, der standortgebundenen Auflagen, der Kosten sowie der betriebstechnisch notwendigen Anforderungen.
  • Aufzeigen des Kosten/Nutzen-Verhältnisses einer Bahnverbindung zwischen dem Engadin und dem Vinschgau.
  • Aufzeigen der Realisierungschancen und der Wirtschaftlichkeit.