Zum Seiteninhalt

Justizvollzugsanstalt Realta: Sieger des Wettbewerbs für den Neubau ermittelt

Das Gesamtplanerteam "La Nicca" unter der Federführung der Architekten Dieter Jüngling und Andreas Hagmann aus Chur erhält den Zuschlag für die Planung der neuen Justizvollzugsanstalt Realta in Cazis.
 

Angesichts der unbefriedigenden Situation in der geschlossenen Justizvollzugsanstalt (JVA) Sennhof in Chur sowie des ausgewiesenen Bedarfs an zusätzlichen Vollzugsplätzen im Ostschweizer Justizvollzugskonkordat wurde ein Strategiebericht über die Entwicklung des Justizvollzugs Graubünden ausgearbeitet. Dieser Bericht diente der Regierung als Grundlage für den Entscheid, ob weiter in die bestehende JVA Sennhof investiert, ein Neubau auf dem Areal Realta bei Cazis realisiert oder der geschlossene Straf- und Massnahmenvollzug in Graubünden gänzlich aufgegeben werden sollte.

Parallel zur Erarbeitung des Strategieberichts wurde unter Einbezug des Bundesamts für Justiz und beigeladener Experten eine Testplanung für einen Neubau mit 150 Insassenplätzen durchgeführt. Die Situierung innerhalb des Areals Realta in Cazis konnte dadurch im Gesamtkontext vieler Betrachtungen beurteilt und raumplanerisch festgelegt werden.

Die Vorteile einer Zusammenlegung aller Justizvollzugsanstalten des Kantons auf dem Areal Realta in Cazis liegen in der Nutzung von Synergien zwischen dem offenen und geschlossenen Justizvollzugsbetrieb, der Senkung der Unterbringungskosten, der Erhöhung der Sicherheit sowie in der Schaffung von rund 80 zusätzlichen Vollzugsarbeitsplätzen.

Die Regierung nahm vom Strategiebericht im Januar 2013 in zustimmendem Sinn Kenntnis und beauftragte das kantonale Hochbauamt mit der Durchführung eines Wettbewerbs. Das Projekt wurde aufgrund seiner Bedeutung in die strategischen Ziele der Regierung (Regierungsprogramm 2013-2016) aufgenommen.

Entwicklung des Strafvollzugs mitberücksichtigt
Mit der Durchführung des selektiven Wettbewerbs in Form einer Thesenkonkurrenz wurde ein Generalplanerteam (GP-Team) gesucht, das einerseits qualifiziert ist, den komplexen Bau einer Justizvollzugsanstalt in hoher Qualität und innerhalb des festgelegten Kostenrahmens sowie der vorgegebenen Termine zu realisieren. Anderseits wurde von einem solchen GP-Team aber auch gefordert, dass es sich mittels einer Thesenentwicklung zur Thematik des modernen Strafvollzugs sowie der Wirkung architektonischer Konzepte als profund und weitsichtig profiliert.
 
Das Preisgericht selektionierte aus 27 Bewerbungseingaben die sechs höchstbewerteten Vorschläge für die zweite, anonym gehaltene Wettbewerbsstufe (Thesenkonkurrenz). Alle sechs eingereichten Thesen-Dossiers wurden nach festgelegten Kriterien bewertet. Das Preisgericht entschied sich einstimmig für das Dossier "Step by Step" des Gesamtplanerteams "La Nicca" unter der Federführung der Architekten Dieter Jüngling und Andreas Hagmann aus Chur.

„Step by Step“
Der Thesenbeitrag zeichnet sich aus durch eine breit angelegte Recherche über die jüngere Geschichte, aber auch aktuelle Trends im Strafvollzug, einer genauen Analyse des Testprojekts und daraus folgenden Vorschlägen für Anpassungen sowie einer präzise auf die Aufgabe zugeschnittenen Strategie für Planung und Bau der Justizvollzugsanstalt.

Das Verfasserteam überzeugte die Jury mit seinem durchgehend kohärenten Thesenbeitrag, der sowohl eine panoramische Übersicht anbietet wie auch detaillierte Untersuchungen mit konkreten Massnahmen bis ins Detail. Sie schätzt insbesondere die sachliche und aufgeklärte Kompetenz, die sich durch den ganzen Beitrag hindurchzieht.

Weiterer Fahrplan und Kosten
Bis Ende 2014 wird mit dem Siegerteam ein Botschaftsprojekt entwickelt, welches als Grundlage für den Kreditentscheid des Grossen Rates im April 2015 dient.
 
Der Baubeginn ist im Frühjahr 2016 vorgesehen, das Bauende ist auf Ende 2018 geplant.
 
Es wird mit Investitionskosten von brutto 106 Millionen Franken gerechnet. An die anrechenbaren Kosten leistet der Bund einen Baubeitrag von 30 Prozent.