Offene Süd-Umfahrung für Schmitten

Für das langgezogene, enge Strassendorf Schmitten und seine Bevölkerung bedeutet der Durchgangsverkehr eine enorme Belastung. Seit Jahren fordert Schmitten deshalb eine Umfahrung. Eine Nordumfahrung mit Tunnel ist aus finanziellen Gründen für längere Zeit kaum realisierbar. Der Innerortsausbau mit durchgehendem Trottoir fand bei den Betroffenen wenig Anklang. Mit einer Südumfahrung in offener Linienführung soll nun das Dorf analog Filisur und Tiefencastel vom Durchgangsverkehr befreit werden.
 
Seit Jahren empfinden die Schmittner den Durchgangsverkehr als eine enorme Belastung. In den engen Strassen entstehen regelmässig Staus, Balkone werden heruntergerissen und Gebäude beschädigt. Fussgänger und Langsamverkehr sind ungeschützt auf der Fahrbahn dem Verkehr ausgesetzt.
 
Im Jahre 1982 lag als Lösungsvorschlag eine Nordumfahrung mit einem 370 m langen Tunnel öffentlich auf. Die vielen Einsprachen verlangten vornehmlich im Bereiche des Ostportales eine Überarbeitung. Aus finanziellen Gründen wurde das Projekt jedoch nicht weiter verfolgt. Unter Berücksichtigung der heutigen Sicherheitsanforderungen würde diese Nordumfahrung mit Tunnel Kosten von mindestens 35 - 40 Mio. Franken verursachen. Eine Dorfumfahrung in diesem Umfang ist in Anbetracht anderer bedeutsamer Strassenprojekte auf Hauptverkehrsachsen mit beträchtlich höherem ganzjährigem Verkehrsaufkommen realistischerweise auf längere Zeit hinaus nicht finanzierbar.
 
Im Bestreben, wenigstens die schwächsten Verkehrsteilnehmer vom Durchgangsverkehr zu schützen, erarbeitete das Tiefbauamt Graubünden ein Projekt für einen Innerortsausbau mit durchgehendem Trottoir. Während der öffentlichen Auflage im Herbst 2008 bemängelten viele betroffene Anstösser mit Nachdruck die verbleibenden Engpässe sowie den Wegfall von Parkflächen bei ihren Häusern.
 
An der Orientierungsversammlung vom 11. Dezember 2009 wurde der Bevölkerung eine Projektstudie vorgestellt, bei der Schmitten südlich umfahren wird. Das 2'300 m lange Umfahrungsprojekt beginnt im Westen vor den ersten Häusern, überquert weit unterhalb der heutigen Kantonsstrasse den Schmittnerbach und umfährt das Dorf auf der Südseite in einem grossen Bogen. Der Zusammenschluss mit der Landwasserstrasse erfolgt auch im Osten ausserhalb der Siedlung.
 
Mit den Anschlüssen Ost und West wird Schmitten an die neue Umfahrungsstrasse angeschlossen. Der Strassenquerschnitt entspricht dem Regelquerschnitt der Landwasserstrasse und weist eine Fahrbahnbreite von 6.00 m auf. Die Kosten werden mit rund 15 Mio. Franken geschätzt. Es ist mit einer Bauzeit von drei bis vier Jahren zu rechnen. 
 
Der Kanton beabsichtigt, im kommenden Jahr das entsprechende Auflageprojekt auszuarbeiten.