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Instandsetzung Wildbachverbauung Rieinertobel

Bauherr: Tiefbauamt Graubünden
 
Ausführung: 2011 – 2012
 
Baukosten: 780‘000 Franken
 
Projektbeschrieb:
 
Das Rieinertobel ist ein geschiebetechnisch aktiver Wildbach mit einem Einzugsgebiet von rund 17.5 km². Der Bach entspringt im Gebiet der Signina-Gebirgskette (Piz Fess, 2'880 m ü. M.) und mündet bei Kote 770 m ü. M. in den Glenner. Die Valserstrasse (kantonale Verbindungsstrasse Nr. 748) überquert den Bachlauf unmittelbar oberhalb dieser Einmündung. Zum Schutze der Strasse wurde bereits 1910 mit der systematischen Verbauung der erosionsanfälligen Gerinneabschnitte begonnen. Seither wurde das Verbauungssystem periodisch erweitert und erneuert. Auf dem untersten rund 3.7 km langen Bachabschnitt zwischen Kote 1'260 m ü. M. und der Einmündung in den Glenner sind insgesamt 11 Wildbachsperren verbaut, die teilweise zusätzlich mit Vorsperren gesichert sind. Im Juli und August 2010 führten lokale Gewitterregen zu drei Hochwasserereignissen im Rieinertobel, bei denen grosse Geschiebemengen mobilisiert und im Mündungsbereich des Glenners abgelagert wurden. Im Nachgang zu diesen Ereignissen wurden die Wildbachsperren inspiziert. Im Rahmen dieser Bauwerkskontrolle stellte sich heraus, dass drei Hauptsperren zerstört oder schwer beschädigt waren. Bei drei weiteren Bauwerken wurden Unterkolkungen der Vorsperren festgestellt. Eine Sperre wies leichte Schäden im Bereich der Abflusssektion auf. Um die Sicherheit der Valserstrasse auch in Zukunft gewährleisten zu können, mussten diese Bauwerksschäden behoben werden. Einzig zwei Sperren sind entbehrlich geworden, weil sie innerhalb der gesamten Bauwerksstaffelung keine notwendige Schutzfunktion mehr erfüllen. Die restlichen beschädigten Wildbachsperren mussten dagegen instand gesetzt werden. Eine Hauptsperre wurde in bewehrtem Beton gänzlich neu erstellt. Bei drei weiteren Sperren kamen Unterfangungen der Fundamente zur Anwendung. Mittels Leitwerken, Uferschutzmassnahmen und lokal begrenzten Felssprengungen sind zudem die Strömungs- und Bodenstabilitätsverhältnisse im Nahbereich der Bauwerke verbessert worden. Betonsanierungsarbeiten schlossen die Gesamterneuerung des Verbauungssystems ab.