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Bericht Contact Tracing

Anfangs März 2020 startete der Zivilschutz in Graubünden mit der Rückverfolgung von bestätigten COVID-19-Fällen, dem sogenannten Contact Tracing. Aufgrund der starken Zunahme an Infizierten konnte die Rückverfolgung bereits nach zwei Wochen nicht mehr weitergeführt werden. Am 11. Mai 2020 wurde das Contact Tracing in einem umfangreicheren Rahmen und vom Bund vorgeschrieben wieder aufgenommen: Sobald eine Person positiv getestet wird, erhält das zuständige COVID Care Team unter der gemeinsamen Leitung von Zivilschutzinstruktor Raphael Hofmann und Nicole Dahmen vom Gesundheitsamt eine Meldung. Das Team, zusammengesetzt aus Personal des Gesundheitsamts und Angehörigen des Zivilschutzes, arbeitet im Zivilschutz Ausbildungszentrum im Meiersboden in Chur. Das Contact Tracing zielt darauf ab, Personen zu identifizieren, die mit positiv getesteten Personen in Kontakt waren und sich dabei möglicherweise infiziert haben. Damit die Weiterverbreitung des Coronavirus eingedämmt werden kann, werden Infizierte und deren Kontaktpersonen in Isolation (Erkrankte) beziehungsweise Quarantäne (Kontaktpersonen) versetzt.

Die Aufgabe der Zivilschützer ist es, den ersten Kontakt mit der vom Hausarzt gemeldeten Person herzustellen. Anschliessend kontaktieren sie alle Personen, die in engerem Kontakt mit der infizierten Person standen. Infizierte und Kontaktpersonen werden täglich kontaktiert und während der Isolation und Quarantäne betreut. Bei den täglichen Telefonaten wird einerseits ein Gesundheitsfragebogen durchgegangen, andererseits bleibt auch Raum für längere Gespräche und ein wenig "Smalltalk". Des Weiteren steht ein Betreuungsangebot des Zivilschutzes und der Gemeinden zur Verfügung, falls die betroffenen Personen Güter des alltäglichen Bedarfs oder Medikamente benötigen.

Raphael Hofmann sieht im Contact Tracing eine sinnvolle Aufgabe: «Die meisten Patienten und Kontaktpersonen sind sehr froh über die Kontaktaufnahme des COVID Care Teams und bedanken sich auch dafür», sagt er.

Das Contact Tracing wird im Kanton Graubünden vom Zivilschutz in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt bewältigt. Bei Bedarf – sollten die Fallzahlen wieder ansteigen – kann das Team aufgestockt werden. Die Kontaktaufnahme während Quarantäne und Isolation kann in Graubünden zudem über die sogenannte "COVID Care App Graubünden" erfolgen. Erkrankte Personen oder Personen in Quarantäne können mit der App von zuhause aus ihren Gesundheitszustand erfassen. Dies zur Entlastung des Care-Teams.

Zivilschützer im Kontakt mit Computer und Telefon