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Einsatz der Regionalkompanien des Bündner Zivilschutzes im Gesundheitswesen

Der Bündner Zivilschutz war während der Corona-Pandemie hauptsächlich im Gesundheitswesen im Einsatz. Rund 80 Prozent von über 8600 Diensttagen wurden im Bereich Gesundheit geleistet. Die 12 Regionalkompanien des Kantons unterstützten die Spitäler, Praxen, Heime und die Spitex bei den durch COVID-19 verursachten Zusatzaufgaben. Zivilschützer kümmerten sich um die Triage am Spitaleingang, die Instruktionen von Hygienemassnahmen, um Mahlzeitendienste und Betreuungsarbeiten. Die Spezialisten Schnelle Sanitätszüge (SSZ) standen dem Pflegepersonal auf der Intensivstation in der COVID-Abteilung des Kantonsspitals Graubündens zur Seite.

Einsatz eines Zivilschützers im Spital

Einsatz im Spital

Montagmorgen 07:00 Uhr, der Zivilschützer aus der Kompanie (Kp) Maloja fährt los. Er holt einen Dialysepatienten an seinem Wohnort ab und fährt ihn nach Samedan in die Behandlung. Sein Kollege liefert währenddessen Mahlzeiten von Samedan bis S-chanf aus. Ab 11:00 Uhr unterstützen beide ihre Kameraden bei der Triage im Eingangsbereich des Spitals Samedan. Sie fordern die Patienten auf, die Hände zu desinfizieren und einen Mundschutz anzuziehen. Patienten mit Verdacht auf COVID-19 werden in einen speziell dafür eingerichteten Bürocontainer vor dem Spital zum Abstrich verwiesen. Zur gleichen Zeit stehen um die hundert weitere AdZS vor den jeweiligen Spitälern und Heimen ihrer Region, fahren Mahlzeiten aus und entlasten so das Gesundheits- und Pflegepersonal bei den zusätzlich anfallenden Arbeiten aufgrund der COVID-19-Situation.

Lokale Unterstützung in allen Zivilschutzregionen Graubündens

Institutionen aus dem ganzen Kanton haben den Zivilschutz während der Coronakrise um Unterstützung gebeten. Im Zivilschutzausbildungszentrum Meiersboden wurden die Einsätze geplant und organisiert. Die Arbeiten wurden aufgrund von Jobprofilen der Institutionen entsprechenden Zivilschützern zugeteilt. Die Einführung in die Arbeit erfolgte dann vor Ort mit einem entsprechenden Kadermitglied des regionalen Zivilschutzes und der Institutionsleitung.

So waren im Spital Samedan 6 AdZS pro Woche von der Kp Maloja im Einsatz. Daneben unterstützten die AdZS Kp Maloja das Pflegeheim Oberengadin Promulins, das Centro Sanitario Bregalia und das Medizinische Zentrum Heilbad in St. Moritz. Die Zivilschützer der Kp Surselva ihrerseits leisteten über 360 Diensttage für das Regionalspital Ilanz und halfen im Alters- und Pflegeheim Ilanz bei der Zutrittskontrolle und Betreuung mit. Ihre zusätzlichen Aufgaben waren die Instruktion der Hygienemassnahmen und Fiebermessung bei sämtlichen Patienten welche einen Termin im Spital aufweisen können, Einweisung von Patienten, Mahlzeitendienste etc. Die Bereitschaft der AdZS für diese Einsätze war sehr gross. Zahlreiche Zivilschützer der Kp Prättigau unterstützten die REHA Seewis, die Flury Stiftung Spital Schiers, die Flury Stiftung Klosters / Jenaz / Schiers und die Flury Stiftung Spitex. Für die Spitex lieferten sie täglich zwischen 50-65 Mahlzeiten im ganzen Tal aus und fuhren dreimal täglich 15-20 Mahlzeiten ab dem Altersheim Jenaz aus. Dabei blieb auch Zeit für einen kurzen «Schwatz» mit den älteren Personen, was diese sehr schätzten.

Zwei Drittel aller Zivilschützer der Kp Plessur im Einsatz

Kompanie Plessur im Einsatz

Die Kp Plessur hatte Zivilschützer im Kantonsspital Graubünden, im Fontana Spital, im Kreuzspital, in der Alterssiedlung Kantengut, im Lindenhof Churwalden und im Ärztezentrum Fontana im Einsatz. Von den 180 Zivilschützern der Kp Plessur waren rund 120 im Einsatz. Sie leisteten während der Krise über 1000 Diensttage. Die Zivilschützer der Kp Landquart unterstützten die Spitex Region Landquart beim Mahlzeitendienst, das Medizinisches Center Karlihof Malans bei der Betreuung der COVID-19 Test Station, den Gemeindeführungsstab in Maienfeld, das Personal des Pflegeheim Neugut Landquart und halfen ebenfalls beim Kantonsspital Graubünden bei der Eingangskontrolle.

In allen 12 Regionalkompanien wurden ähnliche Arbeiten von den Zivilschützern ausgeführt. Die Feedbacks sind einstimmig: Die Zivilschützer haben einen sehr guten und wichtigen Dienst geleistet und so den Spitäler, Arztpraxen und Heimen den Rücken freigehalten. Vor allem bei Mahlzeiten- und Unterstützungsdiensten war der Zivilschutzeinsatz nicht wegzudenken. Viele der sonst freiwilligen Helfer fielen aus, da sie zur Risikogruppe gehören. Der Zivilschutzeinsatz wurde von allen Seiten geschätzt.

Zivilschützer bei der Materialbewirtschaftung

Die Spezialisten auf der Intensivstation

Die Sanitäter der Spezialformation Schnelle Sanitätszüge (SSZ) arbeiteten bis Mitte Mai in der Nacht auf der Intensivstation (IPS) für COVID-19 Patienten des Kantonsspitals Graubünden. Die SSZ halfen bei den Medikament- und Materialbestellungen der Intensivpatienten, bei Infusionen, Blutentnahmen und bei der Betreuung. «Genaues und pflichtbewusstes Arbeiten war gefragt, da keine Medikamente verwechselt oder an falsche Patienten gehen durften. Ich war eigentlich die ganzen Nächte pausenlos im Einsatz.», schaut SSZ Cadonau auf seinen IPS-Einsatz zurück. Die direkte Erfahrung mit den Viruspatienten war für die SSZ sehr eindrücklich. «Im direkten Patientenkontakt wurde für uns rasch klar, dass Sars-COV-2 nicht wie ein normales Grippevirus wirkt.»

Die Arbeit auf der IPS kann emotional sehr belastend sein. Laut der Leiterin der Intensivstation Sandra Rupp konnten die Zivilschützer bis auf wenige Ausnahmen sehr gut mit der IPS Belastung umgehen und halfen tatkräftig mit. Der Einsatz bleibt bei allen Seiten als sehr positiv in Erinnerung. In Zukunft will man vermehrt zusammenarbeiten.