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Problempflanzen sind Pflanzen, die je nach Standort und Eigenschaft oder Häufigkeit auf landwirtschaftlichen Nutzflächen aus ökologischen, gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht erwünscht sind. Dazu gehören sowohl einheimische (landwirtschaftliche Problempflanzen) und gebietsfremde (invasive Neophyten) Arten.

Laut Landwirtschaftlicher Begriffsverordnung kann ein übermässiger Besatz an Problempflanzen zum Ausschluss aus der landwirtschaftlichen Nutzfläche führen und damit auch zum Ausschluss der Direktzahlungen (Art. 16 Abs. 1 Bst. b der Verordnung über landwirtschaftliche Begriffe und die Anerkennung von Betriebsformen, LBV; SR 910.91). Problempflanzen inkl. invasiver Neophyten müssen bekämpft werden, insbesondere ist ihre weitere Ausbreitung zu verhindern (Art. 58 Abs. 3 der Verordnung über die Direktzahlungen an die Landwirtschaft). 

Klappertopf: Frühzeitiger Pflegeschnitt für eine einheimische Problempflanze 

Starkes Aufkommen von Klappertopf in spät genutzten Wiesen hat negative Folgen für den Artenreichtum, die Futterqualität und den Ertrag. Klappertopf ist einjährig und muss daher regelmässig zur Samenreife kommen, um sich in einer Wiese zu behaupten. Mit einem frühen Schnitt bei Beginn der Blüte kann der Klappertopf wirksam zurückgedrängt werden.

Die Möglichkeit eines frühen Pflegeschnitts erlaubt es, den Klappertopf auch in Biodiversitätsförderflächen (wenig intensive und extensive Wiesen) zu regulieren. Voraussetzung ist, dass der Bewirtschafter diese Flächen frühzeitig (spätestens drei Wochen vor Schnittzeitpunkt) meldet. Eine Bewirtschaftungseinheit darf in acht Jahren zweimal gemeldet werden. Diese kann nicht in Teilflächen aufgegliedert werden, die in verschiedenen Jahren vorzeitig gemäht werden sollen.

Invasive Neophyten 

Eine Bekämpfung gelingt nur, wenn alle mitmachen. Wir bitten Sie deshalb, dem ALG die Feststellung von invasiven Neophyten innerhalb der landwirtschaftlichen Nutzfläche mit dem Meldeformular unten zu melden. Dadurch erhalten Sie eine Frist für die Bekämpfung und wenn nötig eine Bewilligung zum frühen Schnitt auf Biodiversitätsförderflächen. Das Amt für Natur und Umwelt bietet Ihnen auf Wunsch fachliche Begleitung an.

Einjähriges Berufkraut: Massive Vermehrung durch Ausreissen stoppen 

In den vergangen drei Jahren wurden immer mehr Wiesen und Weiden mit grossen Beständen von Einjährigem Berufkraut im Kanton Graubünden bekannt. Die Ausbreitung sollte nicht weiter fortschreiten, da nicht nur Naturschutzflächen sowie Wiesen und Weiden der Qualitätsstufen I und II ihre Qualität verlieren, sondern es geht auch der Futterertrag zurück. Grundsätzlich gilt, bereits einzelne aufkommende Pflanzen auszureissen. Ein Porträt der Pflanze sowie mögliche Bekämpfungsmassnahmen finden Sie unten unter den Links.