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«Gehaltvolle» Küchenkräuter

«Gehaltvolle» Küchenkräuter
Foto: © Vera Kuttelvaserova - stock.adobe.com

Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die weltweit in mehr als 350 Pflanzenarten nachgewiesen wurden und voraussichtlich in mehr als 6’000 vorkommen dürften. Sie werden von Pflanzen zum Schutz vor Frassfeinden gebildet. In der Schweiz heimische PA-bildende Pflanzen sind z. B. Jakobskreuzkraut, Wasserdost, Huflattich, Pestwurz und Borretsch.

In der Nutztierhaltung sind Vergiftungen durch PA-haltige Pflanzen bereits seit langem bekannt. Auch beim Menschen sind Krankheitsausbrüche nach dem Verzehr von kontaminiertem Getreide, Tees und Salaten beschrieben worden. Dabei handelte es sich jedoch ausschliesslich um akute Intoxikationen ohne Berücksichtigung der kanzerogenen und genotoxischen Wirkungen. Aus human-toxikologischer Sicht gehören vor allem Teekräuter, Küchenkräuter, gewisse Salate, Honig und kontaminiertes Getreide zu den PA-belasteten Lebensmitteln.

2019 wurden von der CVUA-Stuttgart Untersuchungsergebnisse gerebelten Oreganos mit sehr hohen PA-Gehalten veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund sollten im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit der Lebensmittelkontrollbehörden der Ostschweiz zerkleinerte Küchenkräuter auf deren Belastung mit PA untersucht werden. Im Januar 2020 wurden insgesamt 61 Proben erhoben, davon sieben in Graubünden und Glarus. Die Proben teilten sich wie folgt auf: Basilikum (8), Petersilie (8), Kräutermischungen (7), Oregano (6), Salatkräuter (5), Rosmarin (5), Schnittlauch (5), Majoran (3), italienische Kräutermischungen (3), Bohnenkraut (3), Thymian (3) und andere (5). Fünf Kräuter mussten denn auch beanstandet werden, da sie aufgrund der sehr hohen PA-Gehalte als nicht sicher eingestuft wurden. Welche pflanzlichen Verunreinigungen verantwortlich für die hohen PA-Gehalte der Küchenkräuter waren, konnte allerdings nicht eruiert werden. Auf jeden Fall wurden die Hersteller resp. Importeure aufgefordert, ihre Selbstkontrolle zu intensivieren und dem Thema PA in Küchenkräutern zukünftig mehr Beachtung zu schenken.