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Schimmelpilzgifte in Tomatenprodukten nachgewiesen

Foto: © alexandersw - stock.adobe.com

Tomaten sind Bestandteil unserer Ernährung. Werden verschimmelte Tomaten weiterverarbeitet, finden sich insbesondere Toxine (Giftstoffe) der Gattung Alternaria (Schwärzepilze) in den Erzeugnisse wieder. Mehr als 70 Alternariatoxine sind beschrieben. Zu den bedeutendsten und am besten erforschten zählen Alternariol (AOH), Alternariolmonomethylether (AME), Altenuen (ALT), Tentoxin (TEN) und Tenuazonsäure (TEA). Letztere besitzt die höchste Toxizität.

Zusammen mit den Kantonalen Laboratorien der Ostschweiz wurden im Frühjahr 2018 ingesamt 47 Tomatenerzeugnisse (geschälte, gehackte oder passierte Tomaten sowie Tomatenmark und Ketchup) amtlich erhoben und im Kantonalen Laboratorium Thurgau hinsichtlich einer Belastung mit Alternariatoxinen untersucht. ALT und TEN konnten in keiner Probe nachgewiesen werden, auch AME und AOH wurden mit einer Ausnahme in nur geringen Konzentrationen bestimmt. Dagegen fand sich TEA in 42 der untersuchten Proben (89 %). Die Probe mit dem höchsten Gehalt an TEA enthielt zudem auch deutliche Konzentrationen an AME und AOH. Erhöhte Gehalte an Alternariatoxinen weisen darauf hin, dass die gute Herstellungspraxis vernachlässigt wurde.

Gestützt auf eine Risikobewertung des Bundes wurden aufkonzentrierte Produkte wie Tomatenmark mit mehr als 0.5 mg/kg sowie nicht aufkonzentrierte Produkte mit mehr als 0.25 mg/kg TEA als inakzeptabel beurteilt und beanstandet. Die Einführung von gesetzlichen Höchstwerten steht für die erwähnten Toxine indes noch aus.