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Mit der Publikation der Monatsdaten April beschliesst sich die statistische Wintersaison 2024/25 im Bündner Tourismus. Dabei konnte in der zurückliegenden Saison die Marke von 3 Millionen Logiernächten in den Hotel- und Kurbetrieben des Kantons Graubünden erstmals seit dem Winter 2010/11 wieder geknackt werden. Die durch den späten Ostertermin 2025 merklich verlängerte Saison führte auch zu einem starken Vorjahresplus bei den Übernachtungen im April. Zusammen mit den kürzlich publizierten Prognosen für den Schweizer Tourismus stehen die Vorzeichen also gut, dass das laufende Jahr wiederum mit einem äusserst erfreulichen Ergebnis in die Geschäftsbücher des Tourismussektors eingehen könnte.

Die späten Ostertage im Jahr 2025 bescherten dem Bündner Tourismus einen frequenzstarken Monat April, kantonsweit zählte man 187'827 Logiernächte in den Hotel- und Kurbetrieben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet dies ein deutliches Plus von 15,7 Prozent. Dass die Frequenzen im Vorjahr tief waren verdeutlicht auch der direkte Vergleich zum April 2023. Die Spitzenwerte von vor zwei Jahren, damals wurden noch über 200'000 Logiernächten generiert, konnten bislang nicht mehr erreicht werden. So ergibt auch die mittelfristige Gegenüberstellung zum 5-Jahresmittel ein sattes Plus von 15,4 Prozent bei den Logiernächten.

Das gleiche Bild zeigt sich bei der Bruttozimmerauslastung in den Bündner Destinationen. Insbesondere die hoch gelegenen Skigebiete, welche die Saisonverlängerung mit einem umfassenden Angebot abdecken konnten, erreichten im Vorjahresvergleich eine leicht höhere Auslastung der Hotelbetten. Bei den kleineren und tiefergelegeneren Skigebieten zeigt sich die Situation hingegen divers.

Rückblick Wintersaison 2024/25

Der Bündner Tourismus konnte in der Wintersaison 2024/25 über 3 Millionen Logiernächte erwirtschaften. Dies ist der höchste verbuchte Wert seit der Wintersaison 2010/11. Im Vergleich der weiteren alpinen Regionen konnte sich die Branche in Graubünden wiederum überdurchschnittlich gut entwickeln. Mit 2 Prozent ist das Plus in Graubünden nämlich deutlich über den Zuwachsraten aus dem Wallis (0.9 Prozent) oder der Bern Region (-1 Prozent).

Wachstumstreiber im zurückliegenden Winter in Graubünden waren insbesondere die starke Nachfrage seitens der Schweizer Gäste sowie aus dem nordamerikanischen und dem britischen Markt. So generierten beispielsweise die Gäste aus den Vereinigten Staaten knapp 85'000 Logiernächte, die kanadischen Gäste weitere knapp 12'000, beides Langzeitrekord. Auch wurden in den letzten 15 Jahren nie so viele Logiernächte von Gästen aus dem Vereinigten Königreich gezählt, letztmals wurden lediglich im Winter 2018/19 annähernd ähnlich hohe Frequenzen aus diesem Herkunftsmarkt verbucht. Bei den Gästen aus der Schweiz konnte ebenfalls ein stattliches Plus von über 25'000 Logiernächten verbucht werden. Dazu kommt ein weniger rasantes, aber dennoch stetiges Wachstum aus den Fernmärkten Brasilien, Indien, China und Japan. Am einschneidendsten waren andererseits die Verluste bei den Übernachtungen der Gäste aus den für Graubünden bedeutsamen Ländern Deutschland und Italien. Insbesondere das Minus von über 30'000 Logiernächten bei den deutschen Gästen hinterlässt Spuren in der Winterbilanz der Bündner Hotel- und Kurbetriebe.

Prognosen für den Schweizer und Bündner Tourismus

Die Prognosen für die bevorstehende Sommersaison 2025 zeigen sich sowohl für den Schweizer als auch den Bündner Tourismus äusserst positiv. Dies ergibt die Auswertung von BAK Economics, welche im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft die Tourismusprognosen erstellt wird. Weiterhin wird im Schweizer Tourismus eine hohe Nachfrage seitens der Schweizer Gäste erwartet. Dazu kommt, dass auch die Nachfrage der Gäste aus den USA gegenwärtig noch hoch blieben soll, im Vergleich zum Sommer des Vorjahres soll sie sogar nochmals deutlich zulegen. Unter den europäischen Märkten weisst Deutschland weiterhin ein unterdurchschnittliches Wachstum aus. Die verschiedenen fiskalpolitischen Entscheide können sich bislang noch nicht in einer erhöhten Konsumfreudigkeit bei den Deutschen entfalten. Frankreich andererseits generiert im Sommer 2025 und gesamtschweizerisch voraussichtlich ein äusserst erfreuliches Nachfrageplus. Die Zusammenfassung der europäischen Märkte ergibt ein leichtes Wachstum, dies auch da bislang die Entwicklungen betreffend die Zollpolitik in den USA noch keinen gravierenden Einfluss auf den EUR/CHF Kurs und die Kaufkraft im Euroraum gehabt haben. In Kombination zur tiefen Inflation in der Schweiz haben sich die Ferien hierzulande für Gäste aus dem Euroraum also bislang kaum verteuert.

Für das Gästesegment USA wird im Sommer 2025 wiederum ein solides Wachstum erwartet. Die Nachfrage für den Winter 2025/26 zeigt aber, dass die zunehmend abflauende Konsumentenstimmung in den USA auch erstmals Auswirkungen auf die Buchungen für Reisen in die Schweiz haben könnte. Dazu kommt, dass viele Amerikaner ihre Sommerferien im laufenden Jahr bereits vor den Turbulenzen auf den Märkten und der neuen Zollpolitik von Präsident Trump gebucht haben. Für die Zukunft verlagert sich der Fokus der Schweizer Touristiker also hin zu anderen Wachstumsmärkten wie beispielsweise Brasilien und somit etwas weg von China und den USA. Beide letzteren sind von der gegenwärtigen Zollpolitik und Marktturbulenzen weitaus stärker betroffen als die weiteren Fernmärkte in Asien, Südamerika und die wichtigen Märkte in Europa. Für die Fernmärkte ausserhalb der USA ist also davon auszugehen, dass diese eine weniger starke Nachfrage in den alpinen Regionen der Schweiz als in den Stadtregionen generieren werden. Dies wirkt sich wiederum auch auf die künftige Nachfragentwicklung in Graubünden aus, welche somit in den nächsten Jahren weniger stark als das nationale Mittel und die weiteren alpinen Regionen der Schweiz wachsen könnte. Dies kommt aber auch einer Stabilisierung auf hohem Niveau gleich.

Datenblatt Beherbergungsstatistik: Monatsdaten April

Datenblatt Beherbergungsstatistik: Bruttozimmerauslastung in den Destinationen

Datenblatt Beherbergungsstatistik: Wintersaison

Weitere Daten: Beherbergungsstatistik (gr.ch)

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