Mit über 356'000 Logiernächten geht der diesjährige Monat Oktober als drittbester seit Beginn der Aufzeichnungen der revidierten Beherbergungsstatistik im Jahre 2005 in die Statistikbücher ein. Lediglich in den beiden Jahren der Corona Pandemie wurden im Oktober noch leicht mehr Übernachtungen gezählt als im laufenden Jahr. Der frequenzstarke Monat Oktober beschliesst somit eine erfolgreiche Sommersaison im Bündner Tourismus – notabene die drittbeste der letzten 15 Jahre.
Perfektes Herbstwetter lockt im Monat Oktober zahlreiche Gäste in die Bündner Hotelbetriebe
Die Bündner Hotel- und Kurbetriebe verzeichneten im Oktober 356'015 Logiernächte. Das sind fast 8 Prozent mehr als noch im Vorjahr und 2,6 Prozent mehr als im fünfjährigen Mittel. Der Monat Oktober 2025 war somit, abgesehen von den beiden Pandemiejahren (2021 und 2022), der frequenzstärkste seit Beginn der Aufzeichnungen der revidierten Beherbergungsstatistik vor 20 Jahren. Die langfristige Gegenüberstellung zeigt eindrücklich, dass das Herbstgeschäft im Bündner Tourismus über die letzten beiden Dekaden kontinuierlich an Bedeutung gewonnen hat. Dass diese Jahreszeit durchaus auch weiteres Wachstumspotential hat, ergibt die Betrachtung der Bruttozimmerauslastung im Vergleich zu den Hochsommermonaten. Im Oktober 2025 waren 31 Prozent der Hotelzimmer ausgelastet, Kapazität für zustätzliche Übernachtungen ist somit noch reichlich vorhanden. Anzumerken gilt es an dieser Stelle aber auch, dass zahlreiche Betriebe im Herbst nicht durchgehend geöffnet und somit auch nicht buchbar sind.
Einzelne Destinationen legen teilweise über einen Viertel bei den Logiernächten zu
Im Vergleich zum Vorjahr konnten insbesondere die Destinationen Surselva, Prättigau, Valposchiavo, Viamala und Val Surses mit einem Plus von über 20 Prozent bei den Übernachtungen überdurchschnittlich zulegen. Einen Rückgang verbuchten lediglich die Destinationen Flims Laax und die Bündner Herrschaft, wobei in letzterer die Bruttozimmerauslastung mit über 52 Prozent weiterhin sehr hoch ist.
Das Logiernächtewachstum im Monat Oktober 2025 ist insbesondere auf eine höhere Nachfrage seitens der Schweizer Gäste und der Gäste aus Deutschland zurückzuführen. Mit einem Plus von 8,5 Prozent bei den Schweizer Gästen sorgte allein diese Gästegruppe für zusätzliche rund 21'500 Logiernächte in Graubünden im Vergleich zum Vorjahr. Die deutschen Gäste generierten gleichzeitig 4'000 Logiernächte mehr (Plus 16,3 Prozent) als im Oktober 2024. Das grösste Minus wurde hingegen bei den Frequenzen aus Belgien (Minus 61 Prozent) und bei den Gästen aus Dänemark (Minus 56,7 Prozent) verbucht.
Die Bruttozimmerauslastung in der Bündner Hotellerie ist im Oktober 2025 und im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozentpunkte auf 31 Prozent gestiegen. Das grösste Auslastungsplus innert Jahresfrist schrieben die Destinationen Prättigau (Plus 10,8 Prozentpunkte) und Valposchiavo (Plus 6,2 Prozentpunkte), gefolgt von Davos Klosters (Plus 5,6 Prozentpunkte) und Bregaglia Engadin (Plus 5,2 Prozentpunkte). Das Bündner Alpenrheintal mit den Destinationen Chur und Bündner Herrschaft, weisst sowohl im Sommer, als auch im Herbst die kantonweit höchste Bruttozimmerauslastung aus.
Auch im Vergleich zu den weiteren Schweizer Tourismusregionen konnte Graubünden im Oktober 2025 überdurchschnittlich zulegen. Mit einem Plus von 7,9 Prozent war das Wachstum in der Bündner Hotellerie fast doppelt so hoch wie im gesamtschweizerischen Mittel (Plus 4,1 Prozent). Die weiteren teilweise alpinen Regionen Wallis (Plus 3,5 Prozent) und Bern Region (Plus 3,4 Prozent) konnten weit weniger von den spätsommerlichen Bedingungen im Oktober profitieren als der Bündner Tourismus. Das Tessin (Plus 9,2 Prozent) und die Fribourg Region (Plus 8,8 Prozent) verbuchten zeitgleich das stärkste Wachstum unter den Schweizer Tourismusdestinationen.
Über 2,6 Millionen Logiernächte in der Sommersaison 2025
Der Rückblick auf die gesamte Sommersaison 2025 im Bündner Tourismus ergibt ein sehr erfreuliches Wachstum bei den Übernachtungszahlen. Mit 2’610'446 Logiernächten war es nämlich, abgesehen von den beiden Pandemiejahren (2021 und 2022), die frequenzstärkste Sommersaison der letzten 15 Jahre. Im Vergleich zum Sommer 2024 konnte der Bündner Tourismus auch im nationalen Vergleich überdurchschnittlich zulegen. Der grösste Teil der Tourismusdestinationen in Graubünden verbuchte im Vorjahresvergleich ein Wachstum bei den Übernachtungszahlen. Insbesondere die kleineren Tourismusdestinationen im Kanton konnten dabei deutlich stärker als die grossen Tourismushotspots wachsen. Mitverantwortlich für das solide Ergebnis ist die anhaltend hohe Nachfrage der Schweizer Gäste nach Bergferien in Graubünden. Die Herkunftsmärkte der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs, sowie die beiden Nachbarländer Italien und Frankreich entwickelten sich dabei überdurchschnittlich gut. Erfreulich ist auch, dass, nach einer mittelfristigen Baisse in den letzten beiden Sömmern, auch wieder ein deutliches Wachstum bei den Gästen aus Deutschland, notabene dem zweitwichtigsten Herkunftsmarkt des Bündner Tourismus, erzielt werden konnte. Die Analyse der Monatsdaten zeigt aber auch, dass die Variabilität der Nachfrage bei den deutschen Gästen nach wie vor hoch ist. Weiter wurden seitens der Gäste aus Polen, Japan und Indien erfreuliche Wachstumsraten verbucht. Einen markanten Rückgang bei den Übernachtungen verbuchte die Bündner Hotellerie hingegen bei den Gästeübernachtungen aus Belgien (Minus 20,6 Prozent) und Österreich (Minus 7,1 Prozent).
Datenblatt Beherbergungsstatistik: Monatsdaten Oktober
Datenblatt Bruttozimmerauslastung: Bruttozimmerauslastung Oktober
Datenblatt Saisonübersicht: Winter- und Sommersaison 2023/24
Weitere Daten: Beherbergungsstatistik (gr.ch)