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Alimentenbevorschussung

Kommt ein Elternteil seiner Unterhaltspflicht nicht oder nicht rechtzeitig nach, können Sie oder Ihre gesetzliche Vertretung sich an Ihre Wohnsitzgemeinde wenden. Auf Ersuchen kann Ihre Wohnsitzgemeinde die Unterhaltsbeiträge bevorschussen und Sie bei den Inkassobemühungen beratend unterstützen.

Unterhaltsbeiträge für Ehegatten werden nicht bevorschusst.

Dokumente

Formulare für die Alimentenbevorschussung 

Wann besteht ein Anspruch auf Alimentenbevorschussung?

Für eine Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder muss ein richterlicher Entscheid oder ein durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde genehmigter Vertrag vorliegen. Dieser Entscheid bzw. Vertrag legt den Unterhaltsbeitrag fest. Zudem dürfen zusammen mit den bevorschussten Unterhaltsbeiträgen folgende Einkommensgrenzen nicht überschritten werden:

  • Nicht verpflichteter alleinstehender Elternteil
    Ein jährliches Einkommen von 43 435 Franken zuzüglich 7239 Franken für jedes weitere unterhaltsberechtigte Kind
  • Nicht verpflichteter verheirateter oder in eheähnlichem Verhältnis lebender Elternteil
    Ein jährliches Nettoeinkommen (inkl. Einkommen des Partners) von 57 913 Franken zuzüglich 7239 Franken für jedes weitere unterhaltsberechtigte Kind
  • Halbwaisenkind
    Ein jährliches Nettoeinkommen von 14 478 Franken

Vermögensfreibetrag
Der Vermögensfreibetrag (Nettovermögen) beträgt 72 392 Franken. Beträge über diesem Freibetrag werden zu einem Zehntel zum Einkommen zugerechnet.

Wann besteht kein Anspruch auf Alimentenbevorschussung?

Kein Anspruch auf Alimentenbevorschussung besteht, wenn

  • dem Kind zuzumuten ist, seinen Unterhalt aus eigenem Erwerb oder aus eigenen Mitteln zu bestreiten;
  • die Eltern zusammenwohnen;
  • die erforderlichen Auskünfte vorenthalten werden;
  • das Kind sich dauernd im Ausland aufhält;
  • der Alimentenschuldner sich dauernd im Ausland aufhält, sofern das Kind keine Niederlassungsbewilligung besitzt.

Welcher Betrag wird bevorschusst?

Die Gemeinde bevorschusst grundsätzlich die Differenz zwischen den Einkommensgrenzen und dem Nettoeinkommen bis zum festgelegten Unterhaltsbeitrag. Der festgelegte Unterhaltsbeitrag wird durch den richterlichen Entscheid oder den durch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde genehmigten Unterhaltsvertrag bestimmt. Die Gemeinde bevorschusst Alimente maximal bis zum Höchstbetrag von 724 Franken pro Kind und Monat.

Ab wann wird bevorschusst?

Die Gemeinde bevorschusst nur Unterhaltsbeiträge, die nicht länger als zwei Monate vor der Einreichung des Gesuchs fällig geworden sind. Unterhaltsbeiträge werden frühestens ab dem Datum der Wohnsitznahme bevorschusst.

Kann auch im Ausland ein Anspruch auf Unterhaltsbeiträge geltend gemacht werden?

Wohnt der Alimentenschuldner im Ausland, haben Sie unter Umständen die Möglichkeit, über ein Rechtshilfegesuch die Unterhaltsbeiträge im Ausland durchzusetzen. Die Zentralbehörde internationale Alimentensachen des Bundesamtes für Justiz ist in Sachen Auslandinkasso im Rahmen von Rechtshilfeverfahren tätig und berät in- und ausländische Behörden sowie private Rechtsvertreterinnen oder Rechtsvertreter über vorhandene Möglichkeiten bei der grenzüberschreitenden Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen. Weitere Informationen sowie die Gesuchsformulare finden Sie auf der Seite des Bundesamtes für Justiz.  

Jeder Kanton hat eine Empfangs- und Übermittlungsstelle für das internationale Alimenteninkasso. Bitte reichen Sie Ihr Gesuch in dreifacher Ausführung beim kantonalen Sozialamt ein.

Kantonales Sozialamt Graubünden
Internationales Alimenteninkasso
Gürtelstrasse 89
7001 Chur