Häusliche Gewalt kennt keine geografischen, kulturellen oder sozialen Grenzen. Sie tritt in unterschiedlichen Formen auf – körperlich, sexuell, psychisch und wirtschaftlich – und betrifft Menschen innerhalb der Familie oder zwischen (ehemaligen) Partnern. Auch Gewalt in betreuten Wohnformen wie Pflegeeinrichtungen oder Wohngruppen fällt unter häusliche Gewalt, da die Betroffenen in einem abhängigen und oft engen sozialen Umfeld leben. Häusliche Gewalt ist keine Privatsache – sie ist strafbar und wird in unserer Gesellschaft nicht toleriert.
Im Rahmen der Aktionstage setzen zahlreiche Organisationen und Institutionen im ganzen Kanton ein Zeichen gegen häusliche Gewalt. Das vielfältige Programm mit allen Aktionen und Veranstaltungen finden Sie hier.
Erhöhtes Risiko für Menschen mit Behinderungen
Dieses Jahr setzt Graubünden einen besonderen Fokus auf Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen. Denn sie haben ein erhöhtes Risiko, Opfer von Gewalt zu werden. Dies trifft besonders dann zu, wenn sie im Alltag auf Unterstützung angewiesen oder ihre Kommunikations- und Selbstschutzfähigkeiten eingeschränkt sind. Gefährdet sind in besonderem Masse Frauen und Mädchen mit Behinderungen.
Hilfe und Unterstützung vorhanden
Viele Opfer schweigen aus Angst oder Scham. Auch Angehörige und das soziale Umfeld wissen oft nicht, wie sie reagieren sollen. Im Kanton Graubünden gibt es zahlreiche Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige. Diese Angebote sollen während der Aktionstage bekannt gemacht werden. Eine Übersicht finden Sie unter: Beratung und Schutz für gewaltbetroffene Personen.
Wanderausstellung häusliche Gewalt 2025
Mehr Informationen finden Sie auf dieser Website.
Zusammengefasst in Leichter Sprache
Häusliche Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen
Häusliche Gewalt ist Gewalt zu Hause.
Das kann in jedem Zuhause passieren.
Menschen mit Behinderungen erleben mehr Gewalt zu Hause als andere Menschen.
Was ist Gewalt?
- wenn jemand Ihren Körper verletzt
- wenn jemand Sie beschimpft
- wenn jemand Sie zu sexuellen Handlungen zwingt
Unsere Gesellschaft akzeptiert keine Gewalt.
Man kann die Polizei rufen.
Gewalt kann bestraft werden.
Hier finden Sie Hilfe (klicken).
Aktionstage im November und Dezember
Häusliche Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen ist immer ein Thema.
Es gibt Aktions•tage zu diesem Thema.
Vom 25. November bis 10. Dezember 2025 in ganz Graubünden.
Organisationen und Personen machen eine Aktion gegen Gewalt.
Eine Aktion ist eine Veranstaltung.
Eine Aktion soll auffallen.
Viele Veranstaltungen sind geplant:
- Weihnachtsmarkt
- Tanzen
- Kinofilm
- Diskussion zu Gewalt in Heimen
Andere Aktionen:
- Häuser leuchten orange
- auf Brot•verpackung steht etwas gegen Gewalt
Es gibt noch mehr Aktionen.
Möchten Sie alle anschauen?
Dann klicken Sie hier.
Haben Sie Fragen?
Melden Sie sich per E-Mail oder Telefon.
Die E-Mail ist: haeusliche.gewalt@soa.gr.ch
Die Telefon•nummer ist: 081 257 26 11.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zu den Aktionstagen gegen häusliche Gewalt können dem Informationsblatt entnommen werden. Für Fragen steht die Koordinationsstelle Häusliche Gewalt zur Verfügung.
Medienecho
2024
- RTR, 25.11.2024 (03:50): «Vias or da la violenza»
- Südostschweiz, 25.11.2024: Graubünden in Orange: Eine Kampagne gegen häusliche Gewalt
- Südostschweiz, 22.11.2024 (02:45): Häusliche Gewalt: Immer mehr Menschen getrauen sich, Hilfe zu holen
- SRF 1, 27.11.2024 (07:37): Madlaina Baselgia, Leterin Koordinationsstelle Häusliche Gewalt, Der Kanton Graubünden sucht nach neuen Wegen aus der Gewalt in der Partnerschaft
- Südostschweiz, 14.12.2024: «Zwei Frauen setzen ein Zeichen gegen häusliche Gewalt»
- Südostschweiz, 15.12.2024: «Wo Gewaltverletzungen korrekt dokumentiert werden»
- RTR, 17.12.2024 (6:00): «Chantar per la pasch»
2023
Kampagne gegen häusliche Gewalt 2025
Die vom Kanton Graubünden ins Leben gerufene Kampagne gegen häusliche Gewalt sensibilisiert mit Slogans wie „Gewalt ist nicht privat.” oder „Mutig eingreifen.” in mehreren Sprachen. Ziel ist es, gewaltbetroffene und gewaltausübende Personen sowie deren soziales Umfeld dazu zu ermutigen, Hilfe und Unterstützung zu holen. Die Umsetzung der Kampagne erfolgte durch die Filmproduktion «schau.».
«Toxic Love»
Graubünden hat die interkantonale Sensibilisierungskampagne «Toxic Love» initiiert, welche die Früherkennung von häuslicher Gewalt zum Ziel hat. Betroffene und Beteiligte, aber auch unbeteiligte Dritte sollen unterstützt werden, die Warnsignale zu erkennen und sich frühzeitig Hilfe zu holen.
Webseite «Toxic Love»
Aktionstage rund um den Globus
Vom 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, setzen weltweit verschiedene Organisationen ein Zeichen für eine gewaltfreie Gesellschaft. Die orangefarbene Beleuchtung von Gebäuden, die während dieser Tage weltweit sichtbar ist, setzt ein symbolisches Zeichen gegen Gewalt.
In Graubünden finden alljährlich die «Aktionstage gegen Häusliche Gewalt» statt. Der Kanton koordiniert und unterstützt die regionalen Veranstaltungen und Aktionen, welche jedes Jahr eine Form der häuslichen Gewalt in den Fokus rücken.
Die «Aktionstage gegen häusliche Gewalt Graubünden» sind inspiriert durch die Initiativen der beiden internationalen Bewegungen «Orange-Days» und «16 Tage gegen Gewalt an Frauen». Der Kanton koordiniert und unterstützt regionale Veranstaltungen und Aktionen.