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Nehmen Sie mögliche Anzeichen einer ungünstigen Entwicklung oder Kindeswohlgefährdung ernst – ziehen Sie jedoch keine voreiligen Schlüsse. Anzeichen äussern sich auf körperlicher, emotionaler, psychischer, kognitiver oder sozialer Ebene und sind oft vielschichtig. In manchen Fällen gibt es Anzeichen, ohne dass eine gefährdende Handlung oder Vernachlässigung vorliegt. Wenn sich Anzeichen nicht eindeutig einordnen lassen, kann es hilfreich sein zu überlegen, ob Gewalt oder aber andere Ursachen infrage kommen.

Folgende Anzeichen bei Kindern bzw. Jugendlichen können auf eine ungünstige Entwicklung oder Kindeswohlgefährdung hindeuten:

Körperliche Anzeichen

  • mangelhafte Hygiene z.B. Zähne, Windelbereich, Haut und Haare
  • andauernd unversorgte Wunden
  • Hämatome oder Knochenbrüche, die auf Misshandlung hindeuten
  • Selbstverletzungen bei Verhaltensauffälligkeiten
  • chronische Unter- oder Fehlernährung
  • chronische Müdigkeit
  • anhaltende Traurigkeit
  • wiederholt nicht witterungsgemässe Kleidung
  • körperliche und motorische Entwicklungsverzögerungen
  • plötzlicher und schleichender Entwicklungsrückstand

Kognitive Anzeichen

  • intellektuelle Möglichkeiten werden über etwa drei Monate deutlich nicht in Schulleistung umgesetzt
  • Wahrnehmungs- und Gedächtnisstörungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Verzögerung der Sprach- und Intelligenzentwicklung
  • eingeschränkte Reaktion auf optische und akustische Reize

Nach aussen gerichtete Verhaltensauffälligkeiten

  • wiederholtes Zuspätkommen in die Schule, nicht in die Schule kommen, von der Schule weglaufen oder nicht nach Hause gehen (auch fortgesetztes Fernbleiben von Tageseinrichtungen)
  • von zu Hause weglaufen
  • anhaltende Mühe, sich sozial in eine Peergruppe zu integrieren, sehr häufige Konflikte oder häufig das Gefühl, nicht akzeptiert zu sein
  • Vernachlässigung von Freundschaften und familiären Beziehungen (soziale Isolation)
  • Nichteinhaltung von Grenzen und Regeln
  • distanzloses Verhalten, Berührungsangst
  • delinquentes oder aggressives Verhalten
  • sexuelle Übergriffe auf andere Kinder
  • sexualisiertes Verhalten (z.B. sexuelle Begriffe, Gesten oder Neugier)

Nach innen gerichtete Verhaltensauffälligkeiten

  • ausweichender Blick
  • unbeteiligtes Verhalten
  • Konsum psychoaktiver Substanzen (z.B. Alkohol, Drogen, Amphetamine)
  • Selbstverletzungen, Selbstgefährdung
  • Schlaf- oder Essstörungen
  • Einnässen, Einkoten
  • depressive Reaktionen, Apathie, Suizidalität