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Was ist Cumpass?

Cumpass ist ein Arbeitsinstrument. Cumpass unterstützt Fach- und Bezugspersonen dabei, ungünstige Entwicklungen und Gefährdungen des Kindeswohls frühzeitig zu erkennen, eigenständig einzuschätzen und angemessen zu handeln. Cumpass soll Mut machen, der eigenen Intuition zu vertrauen und aufmerksam zu bleiben.

Wie funktioniert Cumpass?

Das Manual führt durch die Einschätzung. Kern bildet ein strukturiertes Handlungsschema. Das Handlungsschema hilft mit einem Ampelsystem, eine ungünstige Entwicklung oder Gefährdung des Kindeswohls einzuschätzen und zeigt geeignete Massnahmen auf.

Im Journal werden Informationen, Beobachtungen und Wahrnehmungen festgehalten. Die Dokumentation ist im Kindesschutz für den Schutz der Kinder und Jugendlichen, die Qualität der Arbeit und die rechtliche Absicherung aller Beteiligten sehr wichtig.

Zusätzlich stehen weitere Arbeitsinstrumente wie Vorlagen, Anregungen für Gespräche mit Eltern oder Kindern und Jugendlichen sowie Zusatzinformationen für Berufsfelder bereit. Sie helfen dabei, professionell, systematisch und reflektiert zu handeln.

An wen richtet sich Cumpass?

Cumpass richtet sich an Fachpersonen, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten: Personen, die pädagogische oder sozialpädagogische Berufe ausüben sowie in der Betreuung, Förderung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen tätig sind. Dazu zählen u.a.:

  • Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendheimen, Horten oder Tagesstrukturen
  • Lehrpersonen der verschiedenen Schultypen und Heilpädagogik, Schulleiterinnen und Schulleiter
  • Sozialarbeitende in der Schulsozialarbeit, Suchtberatung oder Migrations- und Flüchtlingshilfe
  • Jugendarbeitende in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Projekt- oder Präventionsarbeit
  • Elternberaterinnen und Elternberater

Cumpass richtet sich an weitere Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen. Solche Bezugspersonen können aus verschiedenen Lebensbereichen kommen. Dazu zählen u.a.:

  • Trainerinnen und Trainer in Sport- und Freizeitvereinen
  • Musiklehrerinnen und Musiklehrer
  • Jugendgruppenleitende in Ferienlagern
  • Nachbarn

Personen aus diesen Lebensbereichen nehmen im Kindesschutz eine wichtige Rolle ein. Sie haben, neben der Familie, engen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen. Deshalb ist es wichtig, dass Bezugspersonen aktiv werden, wenn sie Anzeichen einer ungünstigen Entwicklung oder Kindeswohlgefährdung erkennen.

Wie unterscheidet sich die Fachberatung Kindesschutz mit Cumpass von der anonymen Beratung der KESB?

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) bietet anonyme Fallberatungen an, die häufig dann in Anspruch genommen werden, wenn bereits ein konkreter Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Die KESB bietet eine objektive Einschätzung der Situation, klärt über gesetzliche Grundlagen auf und unterstützt bei der Planung und Umsetzung von Massnahmen in einem möglichen Gefährdungsfall.

Die Fachberatung Kindesschutz in Kombination mit Cumpass setzt früher an und ergänzt den Ansatz der KESB. Sie richtet sich an Fach- und Bezugspersonen, die unsicher sind, wie eine bestimmte Situation zu bewerten ist – auch wenn noch kein eindeutiger Verdacht auf eine Gefährdung besteht. Mit Cumpass kann auch eigenständig eine Einschätzung vorgenommen werden.

Wie grenzt sich die Fachberatung Kindesschutz mit Cumpass vom Bündner Standard ab?

Der Bündner Standard ist ein umfassendes, auf zehn Kernelementen basierendes, praxiserprobtes Instrument zur Prävention, strukturierten Erfassung und professionellen Bearbeitung von Grenzverletzungen im Kontext einer Organisation. Er verfolgt das übergeordnete Ziel des Schutzes der Integrität aller Personen der Organisation. Der Bündner Standard setzt voraus, dass das Instrument in der Organisation eingeführt ist. Er wird dann angewendet, wenn ein konkretes Ereignis vorliegt. Der Bündner Standard richtet sich neben Kindern und Jugendlichen auch an diverse andere Personengruppen.

Die Fachberatung Kindesschutz mit Cumpass richtet den Blick auf ungünstige Entwicklungen oder Kindeswohlgefährdungen – auch wenn «nur» unklare Indizien, ein ungutes Gefühl oder Irritationen vorliegen. Sie unterstützt einzelne Fach- und Bezugspersonen, unabhängig von deren organisatorischem Kontext.