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Umzug der archäologischen Sammlung aus dem Schloss Haldenstein



Seit 1986 sind die archäologischen Funde des Kantons Graubünden im Schloss Haldenstein und in der darunter liegenden Kulturgüterschutzanlage (KGS) gelagert. Durch den Ablauf des Mietvertrages im Schloss Haldenstein 2012 müssen rund 800 Kubikmeter archäologisches Fundmaterial in die neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Zeughaus Malans umgelagert werden. Die Funde im KGS sind nicht betroffen. Bei den im Schloss gelagerten Funden handelt es sich vor allem um Tierknochen, Skelette, bemalten Verputz, Mörtel, Hüttenlehm, Steine, Ziegel und verschiedene Materialproben. Im Rahmen der Umzugsvorbereitungen wurde zunächst der Zustand der betroffenen Sammlungsbestände beurteilt, da das Material im Dachstock klimatischen Schwankungen, Staub, Verschmutzung und Schädlingen ausgesetzt war.

Der Archäologische Dienst Graubünden hat den Auftrag, die bei Rettungsgrabungen geborgenen archäologischen Funde dauerhaft zu erhalten und zu pflegen. Das Fundmaterial und die darin gespeicherten Informationen sollen auch zukünftigen Generationen als wissenschaftlicher und kultureller Wert erhalten bleiben. Archäologische Funde haben sich während der Zeit im Boden strukturell verändert und unterliegen materialtypischen Zerfallsprozessen. Um den weiteren Zerfall zu bremsen, muss durch langzeitstabile Verpackungsmaterialien und konstante Feuchte- und Temperaturwerte ein geeignetes Lagerklima geschaffen werden.

Der aktuelle Umzug der Sammlungsbestände bietet die Chance im gleichen Zuge dringende Massnahmen für die langfristige Konservierung der Sammlung durchzuführen: Sichtung aller Funde und aktualisierter Zustandsbericht; saubere und langzeitstabile Verpackung; Identifizierung und digitale Inventarisierung; Elimination von mögl. Schädlingen.

Das Umzugsprojekt dauert rund ein Jahr und wird im Herbst 2012 abgeschlossen. Dabei werden rund 3000 Kisten neu verpackt. Hinzu kommen einige hundert grosse und schwere Objekte welche auf fast 100 Paletten gelagert werden. Nach Abschluss des Projektes wird die Sammlung somit nicht nur umgelagert, sondern besser konditioniert und neu inventarisiert sein. Dadurch wird nicht nur die Konservierung der Funde verbessert, auch der Zugang und das Management der Sammlung werden vereinfacht und modernisiert.