«Archeo Engadin»: Die jahrtausendealten Geheimnisse des St. Moritzersees und des Bergells
ST. MORITZ – Die Alpenlandschaft birgt Geschichten, die unter der Oberfläche der Seen oder in den Falten der Täler sorgfältig verborgen sind. Um diese tiefe Verbindung zu den Wurzeln der Region wiederzuentdecken, freut sich die Pgi Engadina, die erste große Kulturveranstaltung des Jahres 2026 anzukündigen: „Archeo Engadin”.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 29. Januar 2026, um 19:00 Uhr im Saal der Grevas-Schulen in St. Moritz statt. Ein Abend im Zeichen der avantgardistischen Archäologie, an dem das Publikum auf eine Zeitreise mitgenommen wird, um die Bündner Täler mit neuen Augen zu „lesen”.
Von versunkenen Wäldern zum „Pompeji der Alpen”
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der unglaubliche „versunkene Wald” des St. Moritzersees. Jüngste Untersuchungen an tausendjährigen Lärchenstämmen, die aus dem Seegrund geborgen wurden, haben es ermöglicht, das Klima der Alpen vor über 3.500 Jahren zu rekonstruieren. Diese Fundstücke, die durch die Abwesenheit von Sauerstoff perfekt konserviert sind, stellen eine biologische „Festplatte” dar, die die Naturgeschichte des Engadins mit der berühmten Erschließung der Thermalquelle in der Bronzezeit (1400 v. Chr.) verbindet .
Von den Tiefen des Sees wandert der Blick weiter zum Val Bregaglia, um den Fall Piuro, das „Pompeji der Alpen“, zu analysieren. Ein faszinierender Vergleich zwischen zwei Arten der natürlichen Konservierung: dem Wasser der Engadiner Seen und den Trümmern des Erdrutsches, der 1618 das Dorf im Val Bregaglia verschüttete.
Die Referenten
Der Abend bietet einen Vergleich zwischen drei führenden Persönlichkeiten der alpinen Archäologie:
Thomas Reitmaier: Kantonsarchäologe Graubünden. Er ist einer der führenden Experten für Berg- und Unterwasserarchäologie in der Schweiz. Er leitete zahlreiche Ausgrabungskampagnen zum Verständnis der ersten alpinen Siedlungen und zur Verwaltung des archäologischen Erbes des Kantons.
Patrick Cassitti: Archäologe beim Archäologischen Dienst Graubündens. Er ist auf die Erforschung regionaler historischer Stätten spezialisiert, koordiniert Projekte zur Aufwertung des Kulturerbes und ist eine Schlüsselfigur bei der Überwachung von Funden im Zusammenhang mit Umweltveränderungen in den Schweizer Tälern.
Prof. Fabio Saggioro: Professor an der Universität Verona. Als Spezialist für mittelalterliche Archäologie und Landschaftsarchäologie konzentriert sich seine Forschung auf die Wechselwirkungen zwischen Mensch, Umwelt und natürlichen Ressourcen, mit besonderem Augenmerk auf Bergregionen und die langfristige Veränderung von Landschaften.
Eine Veranstaltung für die Gemeinschaft, in Deutsch und Italienisch vorgetragen.
«Oft gehen wir an Orten vorbei, die Jahrtausende Geschichte gesehen haben, ohne uns dessen bewusst zu sein», erklären die Organisatoren der Pgi Engadina. «Archeo Engadin ist die ideale Gelegenheit, uns als italienischsprachige Gemeinschaft wiederzufinden und uns gemeinsam für die Geschichte zu begeistern, die uns umgibt, indem wir Neugierde in gemeinsames Wissen verwandeln.»
Der Eintritt ist frei und steht allen Bürgern offen. Wir danken dem Kanton Graubünden, der Gemeinde St. Moritz (Kulturstiftung St. Moritz), Repower und der Graubündner Kantonalbank für ihre Unterstützung.
Infos auf der Website pgi.ch/engadina