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«Neue Schweizer Standpunkte» - im Dialog mit dem Schweizer Literaturnobelpreisträger Carl Spitteler

Montag, 21.10.2019, 18:00 Uhr

Ein Gespräch mit dem Autor Tommaso Soldini sowie der Übersetzerin Barbara Sauser, moderiert von Jacqueline Aerne. Die bekannten Schweizer Literaten reflektieren Spittelers Rede und entwickeln dabei ihre eigenen neuen Standpunkte.
"Ohne Zweifel wäre es nun für uns Neutrale das einzig Richtige, nach allen Seiten hin die nämliche Distanz zu halten", schreibt Carl Spitteler 1914 in seiner Rede "Unser Schweizer Standpunkt". Doch was heisst das schon: die nämliche Distanz? Soll man sich also nicht einmischen? Oder bietet gerade die Neutralität eine Chance, sich zu engagieren? Spitteler verfasste seine Rede kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs, inmitten des "Klangs der Kriegstrompete" und "militärischer Kommandorufe". Solche Klänge sind auch heute noch zu vernehmen - hundert Jahre, nachdem der Dichter mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden ist; wenn auch ungleich diffuser und komplexer.

Die Gesprächsteilnehmerinnen- und Teilnehmer nähern sich dem Literaturnobelpreisträger Carl Spitteler und seinen Themen aus heutiger Sicht an: Wie steht es heute um den Wert der Neutralität und um das Verhältnis der Schweiz zu ihren europäischen Nachbarn? Was bedeuten Engagement oder Enthaltung in Zeiten humanitärer Katastrophen und weltweiter Migration? Haben Nationen noch Sinn? Und wie steht es derweil um den Zusammenhalt im eigenen Land?

Die Veranstaltung wird von der Kantonsbibliothek Graubünden in Zusammenarbeit mit dem Verein "Carl Spitteler - 100 Jahre Literaturnobelpreis" aus Liestal organisiert.


Tommaso Soldini, geboren 1976 in Lugano, studierte italienische Literatur an der Universität Freiburg und lebt heute in Bellinzona, wo er Jugendliche unterrichtet. Nach einem ersten Gedichtband veröffentlichte er mehrere Romane bei Edizioni Casagrande und war Mitbegründer des Magazins «Ground Zero». Er schreibt auf Italienisch.

Barbara Sauser, geboren 1974 in Bern. Studium der Slawistik (Russisch, Polnisch, Slowenisch) und Musikwissenschaft in Freiburg (Schweiz). Nach Studienabschluss einjähriges Volontariat im Lektorat des Diogenes Verlags in Zürich, anschliessend sieben Jahre als Lektorin und Pressebeauftragte im Zürcher Rotpunktverlag. Seit 2009 freiberufliche Lektorin und Übersetzerin (Belletristik, Sachbuch, Fachtexte) hauptsächlich aus dem Italienischen, in kleinerem Umfang auch aus dem Französischen, Russischen und Polnischen. Seit 2013 Mitorganisatorin der Zürcher Veranstaltungen der «Weltlesebühne».

Jacqueline Aerne (1964) ist freischaffende Romanistin, Moderatorin und Übersetzerin. Sie wuchs in Ascona auf und lebt heute in Basel. Sie hat in Basel und Bologna Italianistik und Kunstgeschichte studiert, seither Lehraufträge für Italienische Sprache und Literatur sowie literarische Übersetzung an verschiedenen Universitäten, zurzeit an der Universität Tübingen. Publiziert hat sie u.a. Schattenflug, von Anna Ruchat (2012) und Am Abend fliesst die Mutter aus dem Krug von Virginia Helbling (2018). Sie war Präsidentin des Verbandes Autorinnen und Autoren der Schweiz AdS.

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Montag, 21. Oktober 2019, 18:00 Uhr
Eintritt frei. Ohne Anmeldung.
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