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SARS-CoV-2 im Abwasser

Die EAWAG (Eidgenössische Anstalt für Wasser Abwasser und Gewässer) hat im Frühjahr 2020 über die Möglichkeit, SARS-CoV-2 im Abwasser zu detektieren, informiert. Das ANU war ab Sommer 2020 in regem Kontakt mit dem Wasserforschungsinstitut, um die Möglichkeiten für ein Monitoring des Pandemieverlaufs über das Abwasser auszuloten.

Ab November 2020 organisierte das ANU auf vier ARA (Chur, Davos-Gadenstatt, Celerina-Staz und Lostallo) die Probenahme und Bestimmung der Covid-19 Virenfracht im Rohabwasser anhand von drei Tagesproben pro Woche. Zur unabhängigen Überprüfung der Teststrategie wurde ab Dezember 2020 zusätzlich die ARA Poschiavo (Li Geri) in die Untersuchungen einbezogen und ab Mitte März 2021 kamen zur besseren Abdeckung der Bevölkerung die ARA Cazis (Waldau) und Landquart hinzu. Die PCR-Analysen erfolgten anfänglich in einem externen Labor im Auftrag des ANU und seit Februar im Labor des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT). Methodisch ist die Aufbereitung der Abwasserproben für die nachfolgende PCR-Analyse herausfordernd. Sie wurde vom ALT methodisch detailliert mit dem Vorgehen der EAWAG abgestimmt.

Die Beobachtung der Pandemie über das Abwasser hat den Vorteil, dass die gesamte Bevölkerung im Einzugsgebiet der ARA einbezogen wird und die infizierten Personen von Anfang an und über den gesamten Verlauf ihrer Erkrankung detektiert werden. Es ist zwar derzeit noch nicht möglich, über das Abwasser eine direkte Bestimmung der Infektionszahlen vorzunehmen, aber der Verlauf der Pandemie kann im Sinne eines Frühwarnsystems verfolgt werden.

Es ist das Ziel, einen möglichst grossen Anteil der Bevölkerung mittels der Abwasserproben zu erfassen. Aus diesem Grund werden die ARA mit den meisten angeschlossenen Einwohnern beprobt. Zudem wurden die ARA Poschiavo und Lostallo in den Südtälern ins Programm aufgenommen. Von total 129 ARA im Kanton werden 7 ARA beprobt. So können rund 104 300 von den total 181 705 ständigen Einwohnern (EW) auf die Ausscheidung von SARS-CoV-2 Gensequenzen überwacht werden. Dies entspricht 57 % der EW im Kanton Graubünden.

Im Dokument «SARS-CoV-2 Untersuchungen im Abwasser» finden Sie Grafiken mit dem Verlauf der im Einzugsgebiet auf SARS-CoV-2 positiv getesteten Personen sowie der im Abwasser vorgefundenen Genfrachten. Das Dokument wird bis auf Weiteres wöchentlich aktualisiert.

Abwasserreinigungsanlagen des Kantons Graubünden
 

Karte der ARA, bei welchen drei Mal wöchentlich Abwasserproben für die SARS-CoV-2 Analytik entnommen werden.

Dokumente

ANU_Dokumente
KurzformTitelDatumTyp
ANU-402-90dSARS-CoV-2 Untersuchungen im Abwasser08.06.2021