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Grundwasser ist ein wesentlicher Bestandteil des natürlichen Wasserkreislaufs und unsere wichtigste Trinkwasserressource. Ein effizienter Schutz und die regelmässige Überwachung des Grundwassers sind für dessen langfristige Erhaltung unentbehrlich. Dank der Grundwasserüberwachung kann das Auftreten von Schadstoffen im Grundwasser frühzeitig erkannt werden, und wenn nötig können entsprechende Massnahmen ergriffen werden.

Grundwassermessnetz und Beobachtungsprogramme

Zur Beobachtung der Grundwasservorkommen wurden im Kanton Graubünden in den 1960er und 70er Jahren rund 650 Grundwassermessstellen (Piezometer) eingerichtet. Seit dem Jahr 2000 wird neben den Grundwasserständen und -temperaturen auch die Grundwasserqualität systematisch überwacht.

Kantonale Grundwasserbeobachtung (10-Piezometer-Dauerprogramm)

Zur Beobachtung der überregionalen, langjährigen Entwicklung der Grundwasserqualität werden im Kanton zehn ausgewählte Messstellen jährlich beprobt (sogenanntes 10-Piezometer-Dauerprogramm). Bei diesen Messstellen werden standardmässig die hydrophysikalischen sowie einfache chemische Messgrössen wie Härten, Chlorid, Nitrat, Nitrit, Ammonium und Sulfat ermittelt. Diese Messungen werden durch regionale Untersuchungen an rund 40 bis 50 Messstellen pro Region ergänzt, welche der Eruierung der flächendeckenden Entwicklung der Grundwasserqualität in den verschiedenen Grundwasserregionen dienen. Diese Messungen werden alternierend in einem Fünfjahresrhythmus durchgeführt.

Die Messstellen des 10-Piezomter-Dauerprogramms befinden sich in den nachfolgenden Gemeinden: Cazis, Chur, Davos, Fläsch, Grüsch, Jenaz, Samedan, San Vittore, Poschiavo und Zizers.

Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA (Module SPEZ und TREND)

Die kantonale Grundwasserüberwachung wird durch die beiden Module (Überwachungsprogramme) SPEZ und TREND der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA des Bundesamts für Umwelt (BAFU) ergänzt. Das Modul SPEZ liefert landesweit repräsentative, statistische Analysen zum Auftreten von Fremd- und Schadstoffen im Grundwasser. Es umfasst knapp 500 über die ganze Schweiz verteilte Messstellen und wird seit 2002 vom BAFU in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Fachstellen betrieben (Modul TREND und SPEZ). Das Parameterset der Probenahmekampagnen wird durch den Bund jedes Jahr aufgrund der in der Umwelt eingesetzten Stoffe und der neuen Erkenntnisse angepasst.

Im Kanton Graubünden werden im Rahmen des Moduls SPEZ insgesamt elf Quellen und drei Grundwasserfassungen beprobt. Pro Jahr finden jeweils drei Probenahmekampagnen statt. Anlässlich dieser Kampagnen werden verschiedene chemische Substanzen wie Nitrat, Pflanzenschutz-mittel, Treibstoffzusätze, Industriechemikalien und Abwassertracer (wie beispielsweise Arzneimittel und künstliche Süssstoffe) im Grundwasser analysiert. Daneben werden auch einfache chemische Messgrössen und Summenparameter wie AOX (adsorbierbare organisch gebundene Halogene) und DOC (gelöster organischer Kohlenstoffs) analysiert, welche einem vertieften Systemverständnis und der Einordnung der Analysenresultate dienen. Zusätzlich zu den Messstellen des Moduls SPEZ befinden sich im Kanton Graubünden vier aktive Grundwassermessstellen des Moduls TREND.

Kantonale Messnetz-Erweiterung

Aufgrund von aktuellen Fragestellungen hat der Kanton im Mai 2019 die 18 Messstellen des NAQUA-Programms um 7 Grundwasser-Messstellen (Grundwasserfassungen) in den alluvialen Grundwasserträgern erweitert. Das Ziel der Messnetz-Erweiterung besteht darin, die Gebiete mit intensiven landwirtschaftlichen Nutzungen mit dem laufenden Grundwasser-Monitoring möglichst repräsentativ abzudecken.

Die Messstellen der NAQUA-Module und die Messstellen der kantonalen Messnetz-Erweiterung 2019 liegen in den folgenden Gemeinden: Bever, Bregaglia, Chur, Davos, Domat/Ems, Fläsch, Grono, Grüsch, Maienfeld, Malans, Obersaxen Roveredo, Samedan, Schiers, St. Moritz, Sumvitg, Trimmis, Trin, Tujetsch, Untervaz, Vaz/Obervaz, Zernez und Zizers.

Die Analyseergebnisse der Untersuchungen werden im Bericht «Grundwasserqualität im Kanton Graubünden - Beobachtungszeitraum: 2002 bis 2020» näher beschrieben und regelmässig in der Grundwasserkarte des Kantons Graubünden publiziert (siehe Karte unten).

Gefährdungsbasiertes Grundwasserscreening 2020

Aufgrund zahlreicher im Kanton Graubünden vorhandener Nutzungskonflikte innerhalb von Schutzzonen der öffentlichen Trinkwasserversorgung ist im Jahr 2020 eine Messkampagne an ausgewählten Standorten stichprobenartig durchgeführt worden, die aufzeigt, ob das genutzte Grundwasser qualitativ durch diese Nutzungen beeinflusst wird. Die Analyseergebnisse der Untersuchungen sind in der «Dokumentation der Resultate 2020 - Gefährdungsbasiertes Grundwasserscreening» festgehalten.

Grundwasserkarte (Grundwasserqualität/-modellierung)

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Dokumente

ANU_Dokumente
KurzformTitelDatumTyp
ANU-406-60dGrundwasserqualität im Kanton Graubünden - Beobachtungszeitraum: 2002 bis 202001.04.2021
ANU-406-61dDokumentation der Resultate 2020 - Gefährdungsbasiertes Grundwasserscreening01.04.2021