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Bauabfälle und ihre Entsorgung

Baustelle

Bauarbeiten sind meist mit erheblichem Materialumschlag verbunden. Mit Inkrafttreten der neuen Abfallverordnung Anfang 2016 müssen Baubewilligungsgesuche Auskunft über die Menge und Art der anfallenden Bauabfälle, deren Schadstoffbelastung sowie deren Entsorgung geben. Dies zum Schutz von Mensch und Umwelt und zur gezielten Verwertung von Rückbaustoffen. Die Mindestanforderungen an ein solches Entsorgungskonzept werden mit der vollständigen Bearbeitung der Entsorgungserklärung für Bauabfälle (BF017) des ANU bereits erfüllt. Nach Bauabschluss kann zudem ein Entsorgungsnachweis verlangt werden. Wir empfehlen, die für den Rückbau und die Entsorgung des anfallenden Materials erforderlichen Massnahmen anhand der BAFU-Vollzugshilfe «Ermittlung von Schadstoffen und Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen» und der Weisung des ANU über die Bewirtschaftung von Bauabfällen (BW001) frühzeitig einzuleiten.

Verwertungspflicht

Die Verwertungspflicht für Bauabfälle, also deren stoffliche oder energetische Wiederverwendung, spielt im Sinne der Ressourcenschonung eine zentrale Rolle.

Abgetragener Boden, unverschmutztes und schwach verschmutztes Aushubmaterial sowie asbestfreie, mineralische Rückbaumaterialien sind grundsätzlich der Verwertung zuzuführen. Zudem kann die Behörde auch eine Verwertung weiterer Abfälle fordern.

Wenn entgegen der Verwertungspflicht eine direkte Ablagerung von Abfällen vorgesehen ist, ist dies in einem Entsorgungskonzept (siehe unten) zu begründen. Dabei sind die technischen, wirtschaftlichen, umwelt- und gesundheitsrelevanten Aspekte gegeneinander abzuwägen. Folgende Kriterien sind zu berücksichtigen:

  • Bodenphysikalische Eigenschaften von abgetragenem Boden
  • Materialeigenschaften (insbesondere Feinkornanteil) von Aushubmaterial
  • Materialzusammensetzung (insbesondere Fremd- und Störstoffe) von Rückbaumaterial
  • Kosten der unterschiedlichen Entsorgungswege
  • Transportdistanz zu den Entsorgungsanlagen
  • Arbeitnehmerschutz und Schutz der Anwohner

Die Liste der Kriterien ist nicht abschliessend. Eine Nichtverwertung muss für die Bewilligungsbehörde in jedem Fall nachvollziehbar begründet werden.

Mineralischer Bauabfall aus Rückbau

Beton-/Mischabbruch und Strassenaufbruch sind grundsätzlich einem bewilligten Sammel- und Sortierplätzen für Bauabfälle (SSB) zuzuführen. Ausbauasphalt ist je nach PAK-Gehalt einem SSB (bis 250 mg/kg), einem Belagswerk (bis 1000 mg/kg) zur Verwertung zuzuführen bzw. bei einem PAK-Gehalt über 1000 mg/kg auf einer Deponie Typ E abzulagern.

Auf abfall.ch finden Sie Standorte bewilligter SSB (Suchbegriff: Bauschuttaufbereitung) und Deponien.

Aushub- und Ausbruchmaterial

Unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial ist in erster Linie als Baustoff auf Baustellen oder Deponien, als Rohstoff für die Herstellung von Baustoffen, für die Wiederauffüllung von Materialentnahmestellen oder für bewilligte Terrainveränderungen zu verwenden. Vor Ablagerungen auf einer Deponie Typ A (sauberer Aushub) oder B (leicht verschmutzter Aushub) sind verwertbare Anteile auszusortieren.

Eine Liste aller bewilligten Deponien in Graubünden finden Sie hier.

Bausperrgut

  • Holz (Naturbelassenes Holz, Restholz, Altholz, problematische Holzabfälle) 
  • Gipskarton
  • Verpackungsmaterial

Bausperrgut ist stofflich nicht verwertbar und muss deshalb in einer Kehrichtverbrennungsanlage verbrannt werden. 

Ermittlung von Schadstoffen und Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen

Im Rahmen eines Bauvorhabens, bei welchen voraussichtlich Bauabfälle mit umwelt- oder gesundheitsgefährdenden Stoffen zu erwarten sind oder mehr als 200 m3 (fest) Bauabfälle anfallen, ist die Bauherrschaft verpflichtet Schadstoffe im Projektperimeter zu ermitteln und ein Entsorgungskonzept zu erstellen.

Wann ein Schadstoffverdacht besteht, wie dieser zu ermitteln ist und welche Angaben in einem Entsorgungskonzept enthalten sein müssen wird in der BAFU- Vollzugshilfe «Ermittlung von Schadstoffen und Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen» aufgezeigt.

Der kantonale Vollzug richtet sich nach dieser Vollzugshilfe. Eine entsprechende Weisung des ANU zur Konkretisierung der BAFU-Vollzugshilfe auf kantonaler Stufe befindet sich derzeit in Erarbeitung und wird demnächst an dieser Stelle aufgeschaltet.

Das bisherige ANU-Merkblatt «Bauabfälle und Bauschadstoffe» (BM026) ist damit ab sofort nicht mehr gültig. Die beiden ANU-Formulare «Entsorgungserklärung für Bauabfälle» (BF017) und «Entsorgungsnachweis für Bauabfälle» (BF075) können bis auf Weiteres verwendet werden.

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