Navigation

Inhaltsbereich

Baustelle

Bauarbeiten sind meist mit erheblichem Materialumschlag verbunden. Mit Inkrafttreten der neuen Abfallverordnung Anfang 2016 müssen Baubewilligungsgesuche Auskunft über die Menge und Art der anfallenden Bauabfälle, deren Schadstoffbelastung sowie deren Entsorgung geben. Dies zum Schutz von Mensch und Umwelt und zur gezielten Verwertung von Rückbaustoffen. Die Mindestanforderungen an ein solches Entsorgungskonzept werden bereits mit der Erstellung der elektronischen Entsorgungserklärung für Bauabfälle (eEBA) des ANU erfüllt. Um Überraschungen bei der Baueingabe zu vermeiden, empfehlen wir mit der Bearbeitung der eEBA spätestes im Rahmen der Detailprojektierung eines Bauprojekts zu beginnen.

Die elektronische Entsorgungserklärung für Bauabfälle (eEBA)

Bauabfälle bilden den grössten Abfallstrom der Schweiz. Um Ressourcen zu schonen und Baustoffrecycling zu ermöglichen, muss bereits bei der Planung eines Bauprojekts ein Entsorgungskonzept erarbeitet werden. Die elektronische Entsorgungserklärung für Bauabfälle (eEBA) des Amts für Natur und Umwelt unterstützt Sie dabei und führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess.

Elektronische Entsorgungserklärung eEBA

In folgendem Videoclip wird Ihnen die elektronische Entsorgungserklärung für Bauabfälle (eEBA) kurz vorgestellt:

Eine kurze Einführung in die wichtigsten Funktionen der elektronischen Entsorgungserklärung für Bauabfälle (eEBA) erhalten Sie mit folgendem Videoclip:

Zur Einführung der elektronischen Entsorgungserklärung für Bauabfälle (eEBA) wurde am 29. Juni 2021 eine Online Schulung durchgeführt.

Aufzeichnung der Online-Schulung (Dauer der Schulung 70 Min., Downloadzeit je nach Datenleitung 1-2 Minuten.)

Handout zur Online-Schulung

Ermittlung von Schadstoffen und Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen

Wenn eine Ermittlungspflicht für Schadstoffe besteht oder mehr als 200 m3 (fest) Bauabfälle (auch Aushub) anfallen, ist die Bauherrschaft verpflichtet Angaben zur Entsorgung der Abfälle zu machen (Entsorgungskonzept).

Wann ein Schadstoffverdacht besteht, wie dieser zu ermitteln ist und welche Angaben im Entsorgungskonzept enthalten sein müssen, wird in der BAFU- Vollzugshilfe «Ermittlung von Schadstoffen und Angaben zur Entsorgung von Bauabfällen» aufgezeigt.

Der kantonale Vollzug richtet sich nach dieser Vollzugshilfe des BAFU und wird durch die Vollzugshilfe «Bauabfälle – Schadstoffermittlung und Angaben zur Entsorgung» (VH-401-01) des ANU auf kantonaler Stufe konkretisiert.

Die Mindestanforderungen an das Entsorgungskonzept werden bereits mit der vollständigen Bearbeitung der elektronischen Entsorgungserklärung für Bauabfälle (eEBA; siehe oben) des ANU erfüllt. Bei technischen Problemen kann auch das ANU-Formular «Entsorgungserklärung für Bauabfälle» (BF017) bis auf Weiteres verwendet werden.

Für den Nachweis der korrekten Entsorgung von Bauabfällen kann, bis auf Weiteres, das ANU-Formular «Entsorgungsnachweis für Bauabfälle» (BF075) verwendet werden.

Verwertungspflicht

Die Verwertungspflicht für Bauabfälle, also deren stoffliche oder energetische Wiederverwendung, spielt im Sinne der Ressourcenschonung eine zentrale Rolle.

Abgetragener Boden, unverschmutztes und schwach verschmutztes Aushubmaterial sowie asbestfreie, mineralische Rückbaumaterialien sind grundsätzlich der Verwertung zuzuführen. Zudem kann die Behörde auch eine Verwertung weiterer Abfälle fordern.

Wenn entgegen der Verwertungspflicht eine direkte Ablagerung von Abfällen vorgesehen ist, ist dies im Entsorgungskonzept (siehe oben) zu begründen. Dabei sind die technischen, wirtschaftlichen, umwelt- und gesundheitsrelevanten Aspekte gegeneinander abzuwägen. Folgende Kriterien sind zu berücksichtigen:

  • Bodenphysikalische Eigenschaften von abgetragenem Boden
  • Materialeigenschaften (insbesondere Feinkornanteil) von Aushubmaterial
  • Materialzusammensetzung (insbesondere Fremd- und Störstoffe) von Rückbaumaterial
  • Kosten der unterschiedlichen Entsorgungswege
  • Transportdistanz zu den Entsorgungsanlagen
  • Arbeitnehmerschutz und Schutz der Anwohner

Die Liste der Kriterien ist nicht abschliessend. Eine Nichtverwertung muss für die Bewilligungsbehörde in jedem Fall nachvollziehbar begründet werden.

Mineralischer Bauabfall aus Rückbau

Beton-/Mischabbruch und Strassenaufbruch sind grundsätzlich einem bewilligten Sammel- und Sortierplätzen für Bauabfälle (SSB) zuzuführen. Ausbauasphalt ist je nach PAK-Gehalt einem SSB (bis 250 mg/kg), einem Belagswerk (bis 1000 mg/kg) zur Verwertung zuzuführen bzw. bei einem PAK-Gehalt über 1000 mg/kg auf einer Deponie Typ E abzulagern.

Auf abfall.ch finden Sie Standorte bewilligter SSB (Suchbegriff: Bauschuttaufbereitung) und Deponien.

Auf den SSB werden die mineralischen Bauabfälle zu hochwertigen Recyclingbaustoffen wie Kiesgemischen oder Betonen aufbereitet. Dies ermöglicht die Nutzung dieser Rückbaumaterialen als Rohstoffe für neue Baustoffe, also das Schliessen des Stoffkreislaufs.

Informationen zu den Einsatzmöglichkeiten mineralischer Recyclingbaustoffe finden Sie in der Broschüre Mineralische Recycling-Baustoffe auf der Website des Verbands der Bündner Beton- und Kiesindustrie (VBBK).

Aushub- und Ausbruchmaterial

Unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial ist in erster Linie als Baustoff auf Baustellen oder Deponien, als Rohstoff für die Herstellung von Baustoffen, für die Wiederauffüllung von Materialentnahmestellen oder für bewilligte Terrainveränderungen zu verwenden. Vor Ablagerungen auf einer Deponie Typ A (sauberer Aushub) oder B (leicht verschmutzter Aushub) sind verwertbare Anteile auszusortieren.

Eine Liste aller bewilligten Deponien in Graubünden finden Sie hier.

Der kantonale Vollzug richtet sich nach der Vollzugshilfe «Verwertung von Aushub- und Ausbruchmaterial» des BAFU.

Bausperrgut

  • Holz (Naturbelassenes Holz, Restholz, Altholz, problematische Holzabfälle) 
  • Gipskarton
  • Verpackungsmaterial

Bausperrgut ist stofflich nicht verwertbar und muss deshalb in einer Kehrichtverbrennungsanlage verbrannt werden. 

Scrittiras

ANU_Dokumente
KurzformTitelDatumTyp
NM001rTractament da material da stgavament ch'è contaminà cun ambrosia21.09.2007

 

Videoclips zur elektronischen Entsorgungserklärung (eEBA)