Navigation

Inhaltsbereich

Umweltbelastende Flüssigkeiten in Gläser

In Graubünden werden täglich zahlreiche umweltgefährdende Stoffe wie Reinigungsmittel, Auftaumittel oder Pflanzen- und Holzschutzmittel eingesetzt. Der Umgang mit diesen gefährlichen Stoffen ist in der Umweltschutz- und Chemikaliengesetzgebung festgelegt.

Verpflichtung zu umweltgerechtem Verhalten

Grundsätzlich sind wir beim Umgang mit umweltgefährdenden Stoffen, Zubereitungen und Abfällen zu Sorgfalt und umweltgerechtem Verhalten verpflichtet.

Konkret bedeutet dies:

  • Beim Einsatz von umweltgefährdenden Stoffen und Zubereitungen darf man sowohl Menschen als auch Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume nicht gefährden. Man darf die Stoffe nur soweit direkt in die Umwelt ausbringen, wie dies für den angestrebten Zweck erforderlich ist. Die Stoffe dürfen nicht in Gewässer gelangen. 
  • Es dürfen nur Geräte eingesetzt werden, die eine fachgerechte und gezielte Anwendung der Stoffe ermöglichen. Hinweise auf der Verpackung und eventuell vorhandenen Sicherheits-Datenblättern sind zu berücksichtigen.
  • Stoffe und Zubereitungen sowie deren Behälter sind vor gefährlichen Einwirkungen (insbesondere mechanischer Art) zu schützen. Sie müssen sicher und übersichtlich aufbewahrt werden - sowie getrennt von Waren wie Lebens-, Futter- oder Heilmitteln.
  • Stoffe und Zubereitungen, die miteinander gefährliche Reaktionen eingehen können, müssen getrennt gelagert werden. Besonders gefährliche Stoffe und Zubereitungen sind so aufzubewahren, dass sie für Unbefugte unerreichbar sind.
  • Abfälle von Stoffen und Zubereitungen müssen gesetzeskonform entsorgt werden. 

Fachbewilligungen für den Umgang mit umweltgefährdenden Stoffen

In Zusammenhang mit umweltgefährdenden Stoffen dürfen gewisse berufliche oder gewerbliche Tätigkeiten (zum Beispiel die Anwendung von Pflanzen- und Holzschutzmitteln) nur von Personen ausgeübt werden, die eine entsprechende Fachbewilligung oder eine als gleichwertig anerkannte Qualifikation besitzen oder die unter Anleitung einer solch qualifizierten Person stehen.

Eine Fachbewilligung ist insbesondere erforderlich bei der beruflichen und gewerblichen Anwendung:

  • von Pflanzenschutzmitteln beim Unterhalt von Sportanlagen und der Umgebung von Wohn-, Dienstleistungs-, Gewerbe-, Industriebauten sowie öffentlichen Bauten (vgl. Art. 1 VFB-SB, Art. 1 VFB-LG, Art. 1 VFB-W);
  • von Pflanzenschutzmitteln im Gartenbau und in der Landwirtschaft (vgl. Art. 1 VFB-LG); 
  • von Pflanzenschutzmitteln in der Waldwirtschaft (vgl. Art. 1 VFB-W);
  • von Holzschutzmitteln (vgl. Art. 1 VFB-H). 
 

Eine Fachbewilligung benötigt auch, wer beruflich oder gewerblich mit Kältemitteln umgeht oder mit dem Herstellen, Installieren, Warten oder Entsorgen von Geräten oder Anlagen beschäftigt ist, die der Kühlung, Klimatisierung oder Wärmegewinnung dienen (vgl. Art. 1 VFB-K).

Weiterführende Literatur und Arbeitsgrundlagen

  • Leitfaden für eine nachhaltige Beschaffung, Interessengemeinschaft ökologische Beschaffung Schweiz (IGÖB), 2011
  • Beschaffungswesen Kanton Zürich, Handbuch für Vergabestellen, Kommission für das öffentliche Beschaffungswesen (KöB)