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Klima Graubünden

Gletschersee

Die Klimaerwärmung ist, wie in der ganzen Schweiz, auch im Kanton Graubünden eindeutig nachweisbar. Die Erwärmung seit Beginn der Messungen im 19. Jahrhundert beträgt bis heute im Winter und Sommer je nach Region 2.0°C pro 100 Jahre. Die Anzahl Frosttage nimmt ab, die Schneefallgrenze steigt und die Sommertage nehmen zu. Es ist zu erwarten, dass das Bündner Klima im Laufe des 21. Jahrhunderts signifikant vom heutigen und vergangenen Zustand abweichen wird.

Historische Klimaentwicklung im Kanton Graubünden

Die Klimaerwärmung ist in den Messdaten der Meteoschweiz Stationen im Kanton Graubünden eindeutig nachweisbar. Die Erwärmung seit Beginn der Messungen im 19. Jahrhundert beträgt bis heute im Winter je nach Region zwischen +1°C und etwas über +2°C pro 100 Jahre, im Sommer liegt sie zwischen +1°C und +1.5°C pro 100 Jahre. Betrachtet man die Erwärmung der letzten ca. 50 Jahre so lässt sich feststellen, dass die Trends der Temperaturzunahme in allen Jahreszeiten noch ausgeprägter sind. Alle Messungen an Bündner Stationen zeigen eine signifikante Abnahme der Frosttage während den letzten 50 Jahren zwischen 15 und 45 Prozent. Dies entspricht einer absoluten Abnahme von 20 bis 50 Tage pro Jahr. Die Sommertage hingegen nehmen markant zu. Abgesehen von hohen Lagen, wo Sommertage noch immer sehr selten sind, kamen alle 10 Jahre zwischen 3 und 12 zusätzliche Sommertage dazu. Relativ gesehen gibt es heute an tiefen und mittleren Lagen rund 50-70% mehr Sommertage als zu Beginn der 1960er Jahre. Eine eindeutige Änderung lässt sich auch in der Lage der Nullgradgrenze feststellen. Mit Ausnahme vom Herbst sind die Anstiege stark signifikant und liegen je nach Jahreszeit zwischen 30 und gut 70 m pro 10 Jahre. Analog zu den Temperaturtrends ist der Anstieg der Nullgradgrenze im Herbst am Niedrigsten und im Sommer am Grössten. In den Sommermonaten liegt die Nullgradgrenze heute im Schnitt ca. 350 m höher als vor 50 Jahren. Der Niederschlag im Alpenraum weist eine grosse Jahr zu Jahr Variabilität auf. Betreffend einer langfristigen Niederschlagsänderung lassen sich zurzeit noch keine eindeutigen Aussagen machen. Der Grossteil der ausgewerteten Stationen im Kanton Graubünden zeigt in den letzten 50 Jahren einen signifikanten Rückgang in der jährlichen Anzahl Tage mit Gesamtschneehöhe ≥ 5 cm und ≥ 30 cm sowie der Neuschneesummen und der Tage mit Neuschnee. Die maximale Gesamtschneehöhe pro Jahr zeigt, abgesehen der sehr hochgelegenen Gebiete, ebenfalls eine deutliche Abnahme.

Zukünftige Klimaentwicklung im Kanton Graubünden

Basierend auf den zur Verfügung stehenden Klimamodellen ist zu erwarten, dass das Bündner Klima im Laufe des 21. Jahrhunderts signifikant vom heutigen und vergangenen Zustand abweichen wird. Die Mitteltemperaturen werden sehr wahrscheinlich in allen Jahreszeiten um mehrere Grade ansteigen. Bis Ende des Jahrhunderts dürften die mittleren Niederschlagsmengen im Sommer in ganz Graubünden deutlich abnehmen, die Winterniederschläge in den südalpin beeinflussten Gebieten hingegen wahrscheinlich eher zunehmen. Für die nordalpin beeinflussten Gebiete gibt es im Winter kein eindeutiges Signal. Es kann auch eine Änderung im Charakter von Extremereignissen erwartet werden. Es ist von häufigeren, intensiveren und länger anhaltenden Wärmeperioden und Hitzewellen im Sommer auszugehen, während die Zahl der kalten Wintertage vermutlich abnehmen wird. Projektionen der Häufigkeit und Intensität von Niederschlagsereignissen sind mit grösseren Unsicherheiten behaftet, markante Änderungen können jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Dokumente

KurzformTitelDatumTyp
ANU-409-01dKlimabericht Kanton Graubünden 201201.10.2012