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Erschütterungen und Körperschall

Erschütterungen sind Vibrationen, die über den Boden auf das Gebäudefundament und von hier über die Mauern auf die Wohnräume übertragen werden und vom Menschen unmittelbar gefühlt werden können. Körperschall ist der Lärm, der durch die vibrierenden Wände und Böden abgestrahlt und vom Menschen hörbar wahrgenommen wird.

Entstehung

Wesentliche Verursacher von Erschütterungen sind:

  • Schienengebundener Verkehr (Eisenbahn, Tram etc.)
  • Bautätigkeiten (Rammen, Presslufthammer etc.)
  • Sprengungen
  • Industrie (Pressen, Stanzen etc.)
  • Kraftwerke

All diese Tätigkeiten regen den Erdboden direkt oder über Fundamente zu tieffrequenten Schwingungen an, die in Abhängigkeit von den geologischen Gegebenheiten über den Untergrund weitergeleitet werden.
In der Folge werden Gebäude im Nahbereich der Erschütterungsquellen zu Schwingungen angeregt, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern gefühlt werden können.
Zusätzlich können schwingende Gebäudeteile wie Wände, Böden oder Decken wie Lautsprechermembranen Luftschall abstrahlen. Dieser sogenannte Sekundärluftschall kann von den Bewohnerinnen und Bewohnern als dumpfes Grollen wahrgenommen werden.

Beurteilung von Erschütterungen

Gemäss Art. 7 Abs. 1 USG stellen Erschütterungen Einwirkungen dar. Für Erschütterungen gibt es noch keine Immissionsgrenzwerte. Die Verordnung über den Schutz vor Erschütterungen (VSE) ist seit 2006 in der Vernehmlassung. Es ist daher im Einzelfall zu beurteilen, ob die Immissionen schädlich oder lästig sind. In Ermangelung gesetzlicher Grenzwerte wird für die Beurteilung der Erschütterungen im Einzelfall auf Weisungen von Bundesbehörden, auf fachlich genügend abgestützte private Richtlinien, die Grenzwerte enthalten, oder auf ausländische Werte abgestellt. Zur Beurteilung der Einwirkung von Erschütterungen durch andere Anlagen oder Tätigkeiten auf Menschen in Gebäuden wird meistens die DIN 4150-2 des Deutschen Instituts für Normung e. V. beigezogen

Für die Beurteilung von Erschütterungen und Körperschall bei Schienenverkehrsanlagen liegt die Weisung für die Beurteilung von Erschütterungen und Körperschall bei Schienenverkehrsanlagen (BEKS) des Bundesamts für Umwelt (BAFU) vom 20. Dezember 1999 vor. Diese Weisung gilt nur für Schienenverkehrsanlagen.

Sanierung von Anlagen

Massnahmen, die gegen Erschütterungen ergriffen werden können, sind (nicht abschliessende Aufzählung):

  • Schwingungsisolierung durch elastische Lagerung der Quelle
  • Einsatz von Dämpfern oder Schwingungstilgern
  • Behinderung der Schwingungsausbreitung auf dem Übertragungsweg durch offene oder ausbetonierte Bodenschlitze
  • elastische Gebäudelagerung (Massnahme am Immissionsort)