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Schleppschlauch

Mit Inkrafttreten der revidierten Luftreinhalte-Verordnung (LRV) am 1. Januar 2024 wird der Einsatz emissionsmindernder Ausbringverfahren von flüssigen Hofdüngern zur Pflicht. Ursprünglich war vorgesehen, das Obligatorium per 1. Januar 2022 einzuführen. Der Bundesrat hat auf die Forderung der betroffenen Kreise reagiert und die Einführung der «Schleppschlauchpflicht» um zwei Jahre verschoben, um den betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben mehr Zeit zur Beschaffung der Geräte zu gewähren.

Emissionsmindernde Ausbringverfahren

Mit emissionsmindernden Ausbringverfahren emittiert weniger Ammoniak in die Luft und es gelangt mehr wertvoller Stickstoff in den Pflanzenbestand. Als emissionsmindernde Verfahren gelten die bandförmige Ausbringung mit Schleppschlauch oder Schleppschuhverteilern sowie das Schlitzdrillverfahren mit offenem oder geschlossenem Schlitz. Flüssige Hofdünger müssen unabhängig von der Ausbringtechnik möglichst unter idealen Witterungs-, Vegetations- und Bodenbedingungen ausgebracht werden.

Ausbringverfahren Schleppschlauch

Kriterien emissionsmindernd begüllbare Flächen

Um einen einheitlichen Vollzug zu unterstützen, wurden die neuen Bestimmungen der LRV im Modul «Nährstoffe und Verwendung von Düngern in der Landwirtschaft» der «Vollzugshilfe Umweltschutz in der Landwirtschaft» der Bundesämter für Umwelt (BAFU) und Landwirtschaft (BLW) präzisiert und konkretisiert. Die Vollzugshilfe bezeichnet die betroffenen Flächen und definiert die emissionsmindernden Ausbringverfahren. Als emissionsmindernd begüllbare Flächen gelten grundsätzlich Flächen mit weniger als 18 Prozent Hangneigung und Flächen mit einer Grösse von mindestens 25 Aren. Von diesen sind folgende Flächen von der Pflicht ausgenommen:

  • wenig intensiv genutzte Wiesen
  • Flächen von Obstgärten mit Hochstammfeldobstbäumen Q II
  • Gemüse-, Beeren- Gewürzkulturen und Reben
  • Permakulturen
  • Kulturen in ganzjährig geschütztem Anbau
  • Flächen ausserhalb der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN)

Die detaillierte Liste mit den Kulturen, welche vom Obligatorium für emissionsmindernde Ausbringverfahren ausgeschlossen sind, ist im Merkblatt der Agridea aufgeführt.

Betriebe, auf denen die düngbare Fläche abzüglich der oben genannten Ausnahmen und der Kulturenliste gesamthaft 3 Hektaren nicht übersteigt, sind vom Obligatorium befreit. Sömmerungsbetriebe sind vom Obligatorium ebenfalls ausgenommen. Zur Berechnung dienen die Strukturdaten, welche jährlich vom ALG erhoben werden.

Das ALG hat erstmals anlässlich der diesjährigen Erhebung für jeden ÖLN-Betrieb die provisorisch begüllbaren Flächen berechnet und im kantonalen Geoportal sowie im agriGIS abgebildet.

Kontrolle und Vollzug

Die Pflicht für das emissionsmindernde Ausbringen ergibt sich aus den Bestimmungen der LRV. Für den Vollzug im Kanton Graubünden ist somit das Amt für Natur und Umwelt (ANU) zuständig. Es wird dabei durch das ALG in fachlicher Hinsicht, bei der Datenbereitstellung sowie bei den Kontrollen unterstützt.

Ausnahmen im Einzelfall

Im Einzelfall kann das ANU auf ein Gesuch hin technisch oder betrieblich begründete Ausnahmen für die emissionsmindernde Ausbringung von flüssigen Hofdüngern bewilligen. Ausnahmen für das emissionsmindernde Ausbringen können für konkrete Flächen aus nachfolgenden Gründen erteilt werden:

  • Sicherheit aus speziellen Gründen nicht gewährleistet;
  • Erreichbarkeit aufgrund bestehender Zufahrt nicht gegeben;
  • Platzverhältnisse aufgrund fester Bauten oder spezieller Geometrie beschränkt.

Aus anderen Gründen kann keine Ausnahme erteilt werden. Die Gesuche können ab ca. Mitte 2023 elektronisch auf dieser Seite eingereicht werden. Über den genauen Zeitpunkt wird in geeigneter Form informiert.

Testgesuch (Kontaktangaben)

Damit die Einreichung für den Gesuchsteller einfach und die anschliessende Bearbeitung durch das ANU effizient erfolgen kann, ist das ANU auf Informationen zu möglichen Gründen für Gesuche angewiesen. Deshalb können bereits jetzt unverbindliche Kontaktangaben mit Gründen für eine Ausnahme eingereicht werden. Das ANU wird anschliessend mit einer Auswahl der eingereichten Kontakte Rücksprache aufnehmen.

Das Formular kann erst abgesandt werden, wenn die mit einem Stern (*) gekennzeichneten Felder ausgefüllt sind.

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