Luftschadstoffquellen

 

Seit etwa Anfang der 1990er Jahre ist im Kanton Graubünden der Ausstoss wichtiger Luftschadstoffe rückläufig. Diese Verbesserungen konnten dank der Einführung strenger Vorschriften und einer dadurch verstärkten Entwicklung technischer Massnahmen erreicht werden. Trotzdem besteht ein weiterer Handlungsbedarf, um die Emissionen der Luftschadstoffe und Treibhausgase langfristig und nachhaltig zu reduzieren.

Gesamtemissionen Graubünden

Seit etwa Anfang der 1990er Jahre ist in der Schweiz und auch im Kanton Graubünden der Ausstoss wichtiger Luftschadstoffe rückläufig. Diese Verbesserungen konnten dank der Einführung strenger Vorschriften und einer dadurch verstärkten Entwicklung technisch machbarer und wirtschaftlich tragbarer Massnahmen erreicht werden. Hauptverantwortlich für diese bisher insgesamt positive Entwicklung ist die Einführung der Luftreinhalte-Verordnung (LRV), welche gestützt auf das Umweltschutzgesetz in Kraft trat.

Die wichtigsten Quellen der Luftschadstoffemissionen im Kanton Graubünden sind:

Stationäre Verbrennungsmotoren: Emissionen aus den stationären Verbrennungsmotoren sind eine bedeutende Quelle für Luftschadstoffe. Dabei werden grössere Mengen Stickstoffoxide (NOx) und auch das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) produziert. Kleinfeuerungsanlagen in Haushalten, vor allem Holzfeuerungen, sowie die Industrie und das Gewerbe sind bedeutende Quellen von Feinstaub.

Verkehr: Der Strassenverkehr trägt durch die Emissionen aus der Verbrennung (vor allem Stickstoffoxide und Kohlenmonoxid) und dem Reifen- und Bremsabrieb (vor allem Stäube), sowie der Wiederaufwirbelung von Staub zu den Gesamtemissionen bei. Während Verkehrsfahrzeuge wie Personenwagen und Lastwagen in den letzten Jahren immer weniger Schadstoffe emittieren, sind die Motorräder, Scooter und Mofas nachwievor eine bedeutende Quelle von Luftschadstoffen.

Industrie: Bei den prozessbedingten Emissionen der Industrie tragen vor allem die metallverarbeitenden Betriebe und das Recycling von Materialien zu den Emissionen bei. Die Zement-Industrie und der Schüttgutumschlag produzieren relevante Mengen von Gesamt- und Feinstaub.

Lösemittel und andere Produktverwendungen: Die NMVOC-Emissionen (NMVOC: flüchtige Kohlenwasserstoffe ohne Methan) hingegen stammen zum grössten Teil aus der Anwendung von Lösemittel.

Land- und Forstwirtschaft: Die Emissionen aus dem Gülleaustrag und von der Nutztierhaltung sind mit Abstand die größte Quelle für Ammoniak und dem Treibhausgas Lachgas (N2O). Zusätzlich emittieren die im Einsatz stehenden Motoren und Geräte Luftschadstoffe.

Weitere Quellen: Pistenfahrzeuge emittieren während ihrem Einsatz bedeutende Mengen an Luftschadstoffen. Luftschadstoffe werden auch von Gerätschaften im Bereich Haushalt und Hobby ausgestossen.

Emissionen Kanton Graubünden: 2015 wurden 2.0 Mio. Tonnen CO2, 2470 Tonnen NOx, 520 Tonnen PM10 und 70 Tonnen Russ emittiert (Datenquelle ANU).