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Gasturbinen

Als Gasturbine wird eine Art von Motor bezeichnet, der von einem heissen Gas angetrieben wird. Es handelt sich in aller Regel um Verbrennungsgase, entstehend z. B. aus einem Gemisch von Erdgas oder Klärgas und Luft. Gasturbinen dienen als Wärmekraftmaschine, d. h. für die (teilweise) Umwandlung von Wärme in elektrische Energie.

Die meisten Gasturbinen werden mit Erdgas betrieben. Manche sind auch für Bio- oder Klärgas geeignet. Generell kommen Brennstoffe in Frage, die schnell und sauber verbrannt werden können.

Eine Unterkategorie sind Mikrogasturbinen, also Gasturbinen mit geringer Leistung unterhalb von 200 kW. Diese werden z.B. in Blockheizkraftwerken anstelle von Gasmotoren eingesetzt. Im Vergleich zu Gasmotoren erreichen sie deutlich geringere Wirkungsgrade und verursachen höhere Investitionskosten. Andererseits haben sie eine hohe Lebensdauer, niedrige Wartungskosten und die Abgaswerte (Stickoxide und Kohlenmonoxid) sind weitaus günstiger.

Gasturbinen haben die Bestimmungen der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) insbesondere Art. 6 (Erfassen und Ableiten von Emissionen) und Anhang 2 Ziffer 83 (Gasturbinen) einzuhalten.

Meldepflicht

Die technischen Angaben für Neuanlagen und Anlagen, die umgebaut oder ersetzt werden, sind vorgängig der Installation dem Amt für Natur und Umwelt, Feuerungskontrolle, Gürtelstrasse 89, 7000 Chur, mit dem Formular Emissionserklärung für stationäre Verbrennungsmotoren und Gasturbinen zu melden.

Weiteres zu den verschiedenen Kategorien unter „Mehr zum Thema“.

Der Einbau von wärmetechnischen Anlagen (Neubau und Ersatz) ist feuerpolizeilich meldepflichtig.

Emissionsgrenzwerte

Bei Gasturbinen legt die Behörde die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen (in der Regel für CO, NOx sowie Stoffe nach Anhang 1) nach Art. 4 und Anhang 2 Ziff. 83 der Luftreinhalteverordnung (LRV) fest.

Im Kanton Graubünden gelten für mit Klärgas betriebene Gasturbinen bis 20MW folgende Grenzwerte:

CO (Kohlenmonoxid): 240 mg/m3,

NOx (Stickoxide): 400 mg/m3.

Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf einen O2 Gehalt im Abgas von 15%.

Kaminhöhe

Die Abluft von Klärgas-BHKWs ist möglichst vollständig zu erfassen und so über Dach abzuleiten, dass keine übermässigen Immissionen entstehen. Es gilt die Empfehlungen über die Mindesthöhe von Kaminen über Dach (Kamin-Empfehlungen, BAFU 2013).

Abnahmemessung

Im Sinne von Art. 46 USG (Auskunftspflicht) ist der Betriebsbeginn umgehend dem Amt für Natur und Umwelt, Abt. Luft, Lärm und Strahlung, Gürtelstrasse 89, 7000 Chur, schriftlich zu melden, damit die Abnahmemessung veranlasst werden kann.

Innert drei, spätestens zwölf Monaten nach der Inbetriebnahme der Anlage ist mit Messungen nachzuweisen, dass die von der Behörde angeordneten Emissionsgrenzwerte eingehalten werden (Art. 13 LRV). Die Emissionsmessungen müssen durch eine im Kanton Graubünden berechtigte Messfirma (oder durch das ANU) und gemäss BAFU-Emissionsmessempfehlung 2013 durchgeführt werden.

Emissionsmessungen und Kontrollen

In der Regel sind Messungen oder Kontrollen an solchen Anlagen alle drei Jahre zu wiederholen (Art. 13 Abs. 3 LRV). Für die amtliche Emissionsmessung erhalten Sie eine Aufforderung von der Behörde. Zusätzlich ist am Motor jährlich ein Service durch eine Fachfirma durchführen zu lassen. Sie bestimmt dabei die Emissionen der Anlage in einer sogenannten Servicemessung und informiert das ANU schriftlich über die Resultate (Faktenblatt KVU-OstCH).