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Die Bündner Pärke

Landschaftsbild aus dem Park Ela

Pärke von nationaler Bedeutung sind Gebiete mit reicher Biodiversität, schönen Landschaften und hochwertigen Kulturgütern. Die Parkträgerschaften sind bestrebt, diese Werte zu erhalten sowie die wirtschaftliche und soziale Entwicklung ihrer Region zu steigern. Pärke sind Modellregionen für eine nachhaltige Regionalentwicklung. In Graubünden sind mit dem Schweizerischen Nationalpark, der Biosfera Val Müstair, dem Parc Ela und dem Naturpark Beverin vier Pärke von nationaler Bedeutung in Betrieb. Der Parco Val Calanca ist seit 2020 Parkkandidat. Das UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona erstreckt sich über die Kantone Graubünden, Glarus und St. Gallen. Das UNESCO-Biosphärenreservat Engiadina Val Müstair umfasst den Schweizerischen Nationalpark, den Naturpark Biosfera Val Müstair und einen Teil der Gemeinde Scuol.

Seit dem 1. Dezember 2007 sind in der Schweiz im Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) die rechtlichen Grundlagen zur Schaffung neuer Pärke von nationaler Bedeutung in Kraft. Das NHG unterscheidet drei unterschiedliche Parktypen, nämlich Nationalpärke, Regionale Naturpärke und Naturerlebnispärke. Für den Kanton Graubünden sind nur die beiden erstgenannten Parktypen von Belang. Die Tektonikarena Sardona ist eines von drei Weltnaturerbe-Gebieten in der Schweiz mit einem aussergewöhnlichem universellen Wert gestützt auf die Welterbekonvention. In der Schweiz gibt es zwei UNESCO-Biosphärenreservate: Entlebuch und Engiadina Val Müstair. Im Rahmen des UNESCO-Programms «Der Mensch und die Biosphäre» (MAB) werden Biosphärenreservate mit dem Ziel eingerichtet, eine ausgewogene Beziehung zwischen Menschen und der Biosphäre zu fördern und beispielhaft darzustellen. Biosphärenreservate teilen sich auf in eine Kernzone sowie Pflege- und Entwickungszonen. Im Juni 2017 hat die UNESCO die Biosfera Engiadina Val Müstair definitiv anerkannt. Seit 2019 laufen Bestrebungen für eine Weiterentwicklung. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie liegt vor. Im 2020 wurden weitere Entscheidungsgrundlagen erarbeitet. Der Grundsatzentscheid der beteiligten Gemeinden Scuol und Valsot zur Fortführung des Projektes erfolgt im 2021.

Der Schweizerische Nationalpark konnte 2014 sein 100-jähriges Bestehen feiern. Er verfügt über eine eigene Gesetzgebung, das sogenannte Nationalparkgesetz. Darin wird in Artikel 1 seine Bestimmung wie folgt definiert: «Der Schweizerische Nationalpark im Engadin und Münstertal im Kanton Graubünden ist ein Reservat, in dem die Natur vor allem menschlichen Eingriffen geschützt und namentlich die gesamte Tier- und Pflanzenwelt ihrer natürlichen Entwicklung überlassen wird. Es sind nur Eingriffe gestattet, die unmittelbar der Erhaltung des Parks dienen.» Am 1.2.2020 wurde der Parkträgerschaft des Nationalparks vom Bund neu das Parklabel für die Dauer von 10 Jahren verliehen. Damit hat der Nationalpark ebenfalls den Status eins Parks von nationaler Bedeutung gestützt auf das Natur- und Heimatschutzgesetz und die Pärkeverordnung erlangt und kann wie die anderen Naturpärke ebenfalls eine finanzielle Unterstützung durch den Kanton erhalten. Grundlage dafür ist eine Leistungsvereinbarung zwischen Park und Kanton.

Für die drei regionalen Naturpärke Biosfera Val Müstair, Parc Ela und Beverin stehen nach der ersten zehnjährigen Betriebsphasen die Verlängerungen des Parklabels für weitere zehn Jahre an. Die Biosfera Val Müstair hat 2020 das Label erneut erhalten und die zweite Betriebsphase 2021 begonnen. Für den Parc Ela erfolgt die Eingabe und Prüfung beim Bund im 2021 mit Start im 2022, für den Naturpark Beverin ein Jahr später.

Um die Weiterentwicklung der Bündner Pärke zu koordinieren, den gemeinsamen Auftritt zu stärken und die Zusammenarbeit weiter auszubauen, haben die Bündner Pärke 2015 eine Dachorganisation in Form des Vereins «Bündner Pärke» gegründet. Durch Bündelung von Ressourcen kann die Sichtbarkeit, Wirkung und Relevanz der Bündner Pärke erhöht werden.

Weitere Informationen sind in der Broschüre der Bündner Pärke (siehe Dokumente) sowie unter den anschliessend aufgelisteten Links ersichtlich.