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Invasive Neobiota

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Das gemeinsame an so unterschiedlichen Lebewesen wie Goldfisch, Bisamratte, Tintenfischpilz, Ambrosiapflanze oder asiatische Marienkäfer ist, dass sie natürlicherweise in Graubünden nicht vorkommen würden, aber mit Hilfe des Menschen den Weg hierher gefunden haben und heute freilebend angetroffen werden können.

Organismen, die nach der Entdeckung Amerikas (um 1500) beabsichtigt oder unbeabsichtigt neu in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie nicht heimisch sind und sich wildlebend etabliert haben, nennt man Neobiota („Neulebewesen“). Das können Pflanzen, Tiere, Pilze oder Mikroorganismen sein. Bei Pflanzen spricht man von Neophyten, bei Tieren von Neozoen. Die meisten dieser neu eingeführten oder eingeschleppten Organismen verschwinden wieder oder fügen sich problemlos in die Natur ein. Ein kleiner Teil jedoch, mit starken Vermehrungseigenschaften, breitet sich aufgrund fehlender Konkurrenten oder weil andere Regulationsmechanismen, wie z.B. Frassfeinde oder spezifische Krankheiten, im neuen Gebiet fehlen, massiv aus. Sie verhalten sich invasiv (= wuchernd, eindringend), was bedeutet, dass sie sich unkontrolliert verbreiten. Sie können dabei heimische Arten verdrängen und Schäden an Lebensräumen, Bauwerken, Ernteerträgen oder an der Gesundheit verursachen.