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Im Kanton Graubünden sind gestützt auf Art. 13 des Kantonalen Natur- und Heimatschutzgesetzes (KNHG) Eingriffe in geschützten Landschaften, die zu einer bleibenden Beeinträchtigung führen, ersatzpflichtig.

Lässt sich eine Beeinträchtigung einer geschützten Landschaft durch technische Eingriffe unter Abwägung aller Interessen nicht vermeiden, ist Realersatz zu leisten. Von der Ersatzpflicht ausgenommen sind Bauten und Anlagen zur Gefahrenabwehr sowie Infrastrukturen, welche für die Pflege des Gebiets notwendig sind. Die Höhe der Ersatzpflicht richtet sich nach der Besonderheit und Empfindlichkeit der betroffenen Landschaft sowie der Intensität des Eingriffs. Dies sind die zentralen Aussagen aus Art. 13 KNHG.

Zu den geschützten Landschaften zählen die 18 Moorlandschaften von nationaler Bedeutung, die 16 BLN-Gebiete von nationaler Bedeutung sowie die im Kantonalen Richtplan festgesetzten Landschaftsschutzgebiete und Kulturlandschaften mit besonderer Bewirtschaftung und regionaler Bedeutung. Zur Berechnung der Höhe der Ersatzpflicht wurde eine Methodik entwickelt, die auf der Sichtbarkeit des Eingriffs basiert. Für die Bewertung massgebend sind die Auswirkungen auf die Schutzziele der betroffenen Landschaft wie auch quantitative und qualitative Kriterien. In Anhang 5 der Richtlinie NHG-Ersatzmassnahmen werden die einzelnen Schritte der Methode erläutert.

Das Amt für Natur und Umwelt stellt zur Berechnung der landschaftlichen Ersatzpflicht eine webbasierte Lösung zur Verfügung: Berechnungstool Ersatzpunkte Landschaft. Für die Bedienung des Tools ist es notwendig, den Anhang 5 der Richtlinie NHG-Massnahmen zu kennen. Nach Einfüllen der Angaben im Formular wird der Wert selbständig ermittelt. Das Ergebnis wird den Nutzern per E-Mail zugestellt.

Die Ersatzpflicht kann als Realersatz, also mittels einer landschaftlichen Aufwertungsmassnahme abgegolten oder in Form einer Ersatzabgabe monetär ausgeglichen werden. Gemäss Art. 6 Abs. 1 der Kantonalen Natur- und Heimatschutzverordnung (KNHV) wird die Ersatzabgabe für Aufwertungsmassnahmen mit einer hohen Landschaftswirksamkeit verwendet, wenn möglich in derselben Region, in der der Eingriff stattgefunden hat.

Weitere Grundsätze zum Thema sind in der Richtlinie NHG-Ersatzmassnahmen, welche am 30.01.2018 von der Regierung erlassen wurde, nachzulesen.

Dokumente

KurzformTitelDatumTyp
ANU-404-12dRichtlinie NHG-Ersatzmassnahmen01.07.2020