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Familie und Beruf

Frauen leisten mehr Arbeit im privaten, Männer mehr im öffentlichen Bereich. Die Organisation von unbezahlter Haus- und Familienarbeit auf der einen und bezahlter Erwerbsarbeit auf der anderen Seite orientiert sich nach wie vor stark an der traditionellen Rollenteilung.

Dabei wünscht sich ein Grossteil der Eltern eine gleichmässigere Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit. Damit es sowohl für Männer als auch für Frauen möglich wird, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, braucht es familienfreundliche Rahmenbedingungen, Massnahmen und Unterstützungsangebote von Wirtschaft und Staat. Hierzu gehören beispielsweise eine gut ausgebaute und bezahlbare Kinderbetreuung und familienfreundliche Betriebe, die die Vereinbarkeit fördern.

Wir beraten Frauen und Männer, Arbeitnehmende und Arbeitgebende bei Fragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

Fragen & Antworten

Kündigung wegen Schwangerschaft oder Mutterschaft

Frage

Ich erwarte ein Kind und möchte deshalb ein Jahr Pause machen. Meine Arbeitgeberin besteht aber darauf, dass ich unmittelbar nach 16 Wochen Mutterschaftsurlaub die Arbeit wieder aufnehme und zwar zu 100 Prozent wie bisher. Mein Vorgesetzter legte mir im Gespräch nahe, dass ich sonst eben kündigen müsse. Muss ich das tun und wenn ja, wann?

Antwort

Nein, das müssen Sie nicht. Während der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Geburt stehen Sie unter Kündigungsschutz. Erst nach dieser Frist kann Ihnen Ihre Arbeitgeberin kündigen (vgl. Artikel zum Kündigungsschutz im Obligationenrecht: Art. 336c, Abs. 1, Best. c).Die Arbeitgeberin muss sich zudem an die vertraglich festgelegte Kündigungsfrist halten. Als Arbeitnehmerin dürfen Sie das Arbeitsverhältnis - unter Einhaltung der Frist - jederzeit kündigen. Ein Anrecht auf eine Teilzeitbeschäftigung gibt es im Übrigen nicht.

Wenn Sie den Arbeitsvertrag auf ein Datum vor der Geburt kündigen, verlieren sie ihre Ansprüche auf Erwerbsausfallentschädigung. Es empfiehlt sich auch deshalb mit der Kündigung abzuwarten, weil bei der Geburt Komplikationen mit gesundheitlichen Folgen für Sie oder das Kind auftreten könnten. Wenn das Kind auf der Welt ist, können Sie in Ruhe entscheiden, ob Sie per Ende des Mutterschaftsurlaubs kündigen möchten oder mit Ihrem Arbeitgeber einen Kompromiss für die Zeit danach suchen wollen.

 

Frage

Ich bin, kurz nachdem ich meinen Job bei einer Temporär-Firma angetreten hatte, schwanger geworden. Ich habe meinen Vorgesetzten sofort informiert. Jetzt hat man mir noch in der Probezeit gekündigt – angeblich aus wirtschaftlichen Gründen. Ist das überhaupt erlaubt?

Antwort

Während der Probezeit besteht kein Kündigungsschutz, auch nicht wegen Schwangerschaft. Der Vertrag kann von beiden Seiten unter Einhaltung der – meist – kurzen Kündigungsfrist aufgelöst werden.

Mit Bezug auf das Gleichstellungsgesetz Artikel 3 und Artikel 5 kann versucht werden, eine Entschädigung für die Kündigung einzufordern. Bei öffentlich-rechtlichen Anstellungen kann zudem die Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses verlangt werden.

Da die Arbeitnehmerin selber bestimmt, wann sie die Schwangerschaft ihrem Arbeitgebenden meldet, kann sie damit zuwarten, bis die Probezeit vorbei ist. Danach gilt der volle Kündigungsschutz.

Nichtbeförderung wegen Mutterschaft

Frage

Mein Vorgesetzter ist mit meinen Leistungen sehr zufrieden und hat mir im Zielvereinbarungsgespräch versprochen, dass ich nächstes Jahr neue Aufgaben übernehmen könne, d.h. befördert werde und entsprechend mehr verdiene. Inzwischen bin ich schwanger geworden und habe ihm das auch mitgeteilt. Jetzt will er von der Beförderung nichts mehr wissen: Er meint, wegen des Mutterschaftsurlaubs könne ich die neuen Aufgaben ja gar nicht wahrnehmen. Ist das nicht diskriminierend?

Antwort

Gemäss Gleichstellungsgesetz ist eine «Nichtbeförderung» diskriminierend, wenn dafür als Grund eine Schwangerschaft oder Mutterschaft angeführt wird. (Art. 3, Abs. 2) Der Vorgesetzte verstösst mit der Nichteinhaltung der Abmachung auch gegen Treu und Glauben. Bevor Sie den Fall an die Kantonale Schlichtungsbehörde für Gleichstellungssachen ziehen, empfiehlt es sich unter Umständen, die Möglichkeiten für einen Kompromiss auszuloten, zum Beispiel den Aufschub der Beförderung bis zu Ihrer Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub zu verlangen.

Wiedereinstieg nach dem Mutterschaftsurlaub

Frage

Meinen Wunsch, nach der Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub das Pensum von 100 auf 60 Prozent zu reduzieren, hat mein Arbeitgeber abgelehnt. Kann er das tun?

Antwort

ArbeitnehmerInnen haben in der Schweiz keinen Anspruch auf Teilzeitarbeit. Es gilt das vertraglich vereinbarte Arbeitspensum. Für allfällige Änderungen braucht es die Zustimmung beider Vertragsseiten. Lehnt der Arbeitgeber einen Antrag auf Reduktion des Beschäftigungsgrades ab, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als dies zu akzeptieren oder das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der Kündigungsfrist aufzulösen.

In vielen Gesamtarbeitsverträgen oder in Personalbestimmungen finden sich «weiche»-Formulierungen, mit der die Arbeitgeberin /der Arbeitgeber sich verpflichtet, Teilzeitarbeit zu fördern, um Mitarbeitenden die Vereinbarung von Beruf und Erziehungsarbeit zu erleichtern. Solche «Kann»-Bestimmungen sind aber nicht bindend. Die Arbeitgeberin /der Arbeitgeber kann Teilzeitarbeit ohne nähere Begründung mit Verweis auf die betrieblichen Bedürfnisse ablehnen.

Mutterschaftspause und Stillen

Frage

Ich möchte nach dem Mutterschaftsurlaub mein Baby noch zwei Monate weiterstillen. Irgendwo habe ich gelesen, dass stillende Mütter vom Arbeitgeber nicht zur Arbeit verpflichtet werden können? Kann ich die Rückkehr an den Job aufschieben, so lange ich noch stille?

Antwort

Stillende Mütter dürfen nur mit ihrem Einverständnis beschäftigt werden (Arbeitsgesetz Art. 35a, Abs. 1). D.h., sie müssen Ihre Arbeit nach dem Mutterschaftsurlaub nicht wieder aufnehmen, allerdings schuldet Ihnen Ihre Arbeitgeberin/ihr Arbeitgeber auch keinen Lohn, wenn Sie zu Hause bleiben, und: Es kann Ihnen gekündigt werden, da der Kündigungsschutz 16 Wochen nach dem Geburtstermin endet. Klären Sie ab, ob sich mit einem befristeten Teilzeitpensum und/oder flexiblen Arbeitszeiten oder mit einem unbezahlten Urlaub das Problem lösen lässt.

Mutterschaftsurlaub, Vaterschaftsurlaub, Elternurlaub

Frage

Wir sind vor einem Monat aus Deutschland in die Schweiz gezogen. Meine Frau bekommt in ein paar Wochen das dritte Kind. Sie war in Deutschland Teilzeit erwerbstätig und will in der Schweiz nach der Baby-Pause wieder arbeiten. Wie viele Monate Mutterschafts-, Vaterschafts- beziehungsweise Elternurlaub gibt es in der Schweiz?

Antwort

In der Schweiz erhalten erwerbstätige Frauen mindestens 14 Wochen Lohnfortzahlung zu 80 Prozent ihres letzten Lohnes in Form von Taggeldern. Arbeitgebende dürfen grosszügigere Regelungen vorsehen (z.B. 16 Wochen zu 100% Lohn). Voraussetzung für den Erhalt von Mutterschaftsgeldern ist, dass die Frau in den neun Monaten vor der Geburt im Sinne des AHV-Gesetzes obligatorisch versichert und in dieser Zeit fünf Monate erwerbstätig war. Zum Zeitpunkt der Geburt muss sie als Arbeitnehmerin oder Selbstständigerwerbende gelten. War ihre Frau in Deutschland erwerbstätig und versichert, wird diese Zeit mitberücksichtigt. Sie muss dies bei der Anmeldung bei der Schweizerischen Ausgleichskasse nachweisen (vgl. SVA GR)

In der Schweiz gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Vaterschaftsurlaub. Die meisten Unternehmen geben Mitarbeitern um die drei Tage bezahlten Geburtsurlaub. Viele, vorab grössere Firmen und Verwaltungen, gewähren Vätern längere bezahlte Auszeiten und zusätzlich die Möglichkeit zu unbezahlten Urlauben.

Krankes Kind - wie lange und wie oft darf ich zu Hause bleiben?

Frage

Meine Tochter hatte letzte Woche Scharlach und konnte nicht in die Krippe gehen. Ich blieb drei Tage zu Hause, um sie zu pflegen. Jetzt hat sie ihren Bruder angesteckt. Meine Frau kann bei ihrem Job unmöglich frei machen, um zu Hause zu bleiben. Darf ich zwei Mal so kurz nacheinander wegen kranker Kinder an der Arbeit fehlen?

Antwort

Ja. Ist ein Kind krank und bedarf der Pflege, kann der Vater oder die Mutter bis zu drei Tage - der Gesetzgeber geht davon aus, dass man innert drei Tagen die Betreuung organisiert hat - der Arbeit fernbleiben, um es zu pflegen, und zwar pro Fall, d.h. jede neue Erkrankung und jedes Kind zählt separat. Gemäss Arbeitsgesetz muss ein ärztliches Zeugnis vorgelegt werden, zudem gilt die Regelung nur für Kinder bis zu 15 Jahren (Arbeitsgesetz Art. 36, Abs. 3). Wenn beide Eltern erwerbstätig sind, können sie sich in der Pflege kranker Kinder abwechseln, so dass sich die Absenzen bei einem Elternteil nicht häufen.

Frage

Mein Sohn (12) hat das Bein gebrochen und muss regelmässig zur Physiotherapie. Ich muss ihn dorthin begleiten und dafür früher von der Arbeit weggehen. Wird mir diese Zeit gutgeschrieben?

Antwort

Nein. Bezahlte Abwesenheiten zur Pflege kranker Angehöriger sind gedacht für unvorhersehbare Erkrankungen und Unfälle. Bei chronischen Leiden oder längerdauernden Therapien empfiehlt es sich, mit dem Arbeitgeber /der Arbeitgeberin eine Lösung für die notwendigen Absenzen (ärztliche Termine, Therapien) auszuhandeln. Argumentieren können Sie dabei allenfalls mit Art. 324a OR bzw. mit dem Hinweis, dass es als Mutter oder Vater ihre gesetzliche Pflicht ist, sich um das Wohlergehen des Kindes zu kümmern.

Frage

Mein Sohn war dieses Jahr häufig krank. Ich blieb zu Hause, da ich niemanden habe, der für ihn schauen könnte. Weil ich Teilzeit (zwei Tage pro Woche) arbeite, komme ich nun nicht auf meine Stunden. Die beiden Absenztage wurden mir nicht voll, sondern nur zu 3.2 Stunden – entsprechend meinem 40 Prozent-Pensum – angerechnet. Das finde ich nicht richtig, denn mein Kind und ich können ja nichts dafür, dass es ausgerechnet an meinen Arbeitstagen krank war.

Antwort

Wenn Sie als Teilzeitarbeitende fixe Arbeitstage haben, müssen Ihnen die Absenzen wegen eines kranken Kindes an diesen Tagen ganz angerechnet werden. Ist das Kind an einem Ihrer regulären Freitage krank, geht die Absenz umgekehrt voll zu Ihren Lasten (für diese Tage erhalten Sie ja auch keinen Lohn). Bei vielen Unternehmen werden Absenzen bei Teilzeitarbeitenden pro rata erfasst. Bei längeren Absenzen (eine Woche und mehr) gleicht sich das aus. Ersuchen Sie Ihre Arbeitgeberin /Ihren Arbeitgeber um eine realistische Anrechnung von Kurzabsenzen. Zeigen Sie detailliert auf, wann und wie lange Ihr Kind jeweils krank war und Ihre Betreuung benötigte.

Mehr Ferien mit den Kindern

Frage

Ich bin geschieden, meine Kinder (9 und 6) wohnen bei der Mutter in Chur. Sie sind aber jedes zweite Wochenende sowie in den Ferien bei mir in Zürich. Die Kinder haben 13 Wochen schulfrei, ich habe aber nur vier Wochen Ferien pro Jahr. Kann ich von meinem Arbeitgeber mehr Ferien verlangen, um meine Kinder in den Schulferien zu mir zu nehmen?

Antwort

Ein Anrecht auf mehr Ferien haben Sie nicht, aber viele Unternehmen, kennen flexible Arbeitszeitmodelle, die es den Arbeitnehmenden ermöglichen, eine bis drei zusätzliche Wochen bezahlte Ferien zu beziehen (z.B. mit einer 90-Prozent-Anstellung 100 Prozent pro Woche arbeiten und dafür mehr Ferien beziehen). Wenn es die betrieblichen Möglichkeiten erlauben, werden auch unbezahlte Urlaube bewilligt. Bei der Ferienplanung sollten Arbeitgebende den Wünschen der Mitarbeitenden entgegenkommen, vor allem wenn es um Schulferien geht. Allerdings stösst ein Unternehmen hier auch an Grenzen, wenn es zu gewissen Zeiten Hochbetrieb hat bzw. viele Mitarbeitende gleichzeitig Ferien machen möchten.

Teilzeitarbeit im Kader

Frage

Ich bin Personalchef in einem mittelgrossen Unternehmen. Meine Frau tritt nach einem Jahr Mutterschaftsurlaub eine Kader-Stelle in einer Bank an. Das geht nur zu 100 Prozent. Weil wir unsere Tochter nicht die ganze Woche über fremd betreuen lassen wollen, habe ich mich entschieden, mein Pensum zu reduzieren – wie bringe ich das meinem Chef am besten bei?

Antwort

Teilzeitarbeit in Kaderpositionen ist noch immer selten, aber nicht unmöglich. Viele Frauen, die Kind und Karriere vereinbaren, haben hier vorgespurt. Teilzeit arbeitende Männer in höheren Funktionen sind dagegen Exoten. Gehen Sie davon aus, dass Ihr Betrieb Sie ungern verlieren würde und es daher realistisch ist, dass man Ihnen entgegenzukommen versucht. Am ehesten durchsetzbar ist die Reduktion des Pensums auf 80 Prozent. Dabei ist aber wichtig, dass Sie Ihre Arbeit in diesem Pensum auch erledigen können und nicht permanent Überstunden schieben. Denn sonst arbeiten Sie weiter 100 Prozent, sind aber nur zu 80 Prozent bezahlt. Auch ist es wichtig, dass Sie an Ihren freien Tagen wirklich frei haben – Telearbeit oder Arbeit auf Abruf verträgt sich schlecht mit Kinderbetreuung.

Bevor Sie mit Ihrem Chef reden, überlegen Sie, wie Ihre Arbeit am besten organisiert wird und welche Aufgaben Sie delegieren können, wenn Sie Ihr Pensum reduzieren. Wenn Sie nur noch 70 oder 60 Prozent arbeiten möchten, empfiehlt sich unter Umständen auch ein Job-(Top)-Sharing.

Sitzungen zu Unzeiten

Frage

Mein Chef zitiert uns jeweils morgens bereits um 7 Uhr an Sitzungen ins Büro, häufig mehrmals pro Woche. Die Krippe öffnet erst um 7 Uhr. Mein Mann kann unsere beiden Kinder nicht in die Krippe bringen, da er frühmorgens auf den Zug geht. Sind solche unmenschlichen Sitzungszeiten überhaupt legal? Wie kann ich das ändern, ohne als faul abgestempelt zu werden?

Antwort

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Personalabteilung, ob es in Ihrem Betrieb Bestimmungen gibt, die Rücksichtnahme auf Personen mit Betreuungspflichten postulieren. Wichtig ist auch zu wissen, welche Arbeitszeiten in Ihrer Firma als regulär gelten (gleitende Arbeitszeit, Präsenszeiten, Blockzeiten). Sicher lohnt es sich, mit Ihren Arbeitskolleginnen und -kollegen zu sprechen – vielleicht haben diese ja auch ein Problem mit den frühen Sitzungsterminen. Hält Ihr Chef – ohne dringende Notwendigkeit und gegen den Willen seiner Mitarbeitenden – an den Frühsitzungen fest, wenden Sie sich an die Personalabteilung oder die höheren Vorgesetzten.

Familienexterne Kinderbetreuung

Frage

Wir sind neu in der Nähe von Chur, wir arbeiten beide in Chur, gezogen. Leider gibt es im Dorf weder eine Kinderkrippe noch schulergänzende Angebote, letzteres weil angeblich keine genügende Nachfrage besteht. Wir bräuchten einen Krippenplatz für unsere Jüngste (3 Jahre) und den Mittagstisch für unseren schulpflichtigen Sohn.

Antwort

Die Kinderkrippen wurden in den letzten Kanton sukzessive ausgebaut, leider aber haben wir in gewissen Regionen noch keine Angebote und die Abdeckungszahl ist im Vergleich zu anderen Kantonen und in Bezug auf die Nachfrage noch zu tief. Da sie in der Nähe von Chur wohnen und dort arbeiten, haben Sie zumindest die Möglichkeit in Chur, eine solche zu suchen, jedoch mit dem Nachteil das auswärtige Kinder den höchsten Ansatz unabhängig von Ihrem Einkommen zahlen müssen. Wenn Sie eine Tagesmutter oder einen Tagesvater wünschen, so können Sie Angebote über die KJBE suchen.

Die Gemeinden sind seit 2014 (Schulgesetz) neu verpflichtet, schulergänzende Angebote, wie einen Mittagstisch anzubieten, sofern sich mindestens 8 Schulkinder angemeldet haben. Viele, gerade kleinere Gemeinden, die nicht genügend Anmeldungen erhalten, haben kein Angebot, andere haben informelle Lösungen gesucht, wie Mittagstische privat, Zusammenarbeit mit Gaststätten etc. Es lässt sich aber auch erkennen, dass die Akzeptanz solcher Angebote heute in der Stadt am Grössten ist, auf dem Land wächst die Akzeptanz langsamer. Es lohnt sich, Ihren Bedarf bei der Gemeinde anzumelden und sich mit anderen Eltern zusammenzutun, um und so eine gute Lösung für alle zu erhalten. Den Gemeinden ist heute auch bewusst, dass eine fehlende Betreuung dazu führen kann, dass Familien wegziehen, was sich heute die wenigsten Gemeinden leisten können.

Arbeitslosigkeit

Frage

Ich bin alleinerziehend mit zwei Kleinkindern und seit einem Monat ohne Job. Ich suche eine Teilzeitstelle (60-80 Prozent) im KV-Bereich. Die RAV-Beraterin sagte, ich müsse nachweisen, dass die Betreuung der Kinder in diesem Umfang gewährleistet ist. Ansonsten sei ich nicht vermittelbar. Ich finde das diskriminierend. Werden arbeitslosen Vätern dieselben Auflagen gemacht?

Antwort

Arbeitslosen Eltern ist das Problem der Kinderbetreuung grundsätzlich selbst überlassen. Personen mit Betreuungspflichten – Mütter wie Väter – müssen beim ersten Kontroll- und Beratungsgespräch das Formular «Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme» ausfüllen. Erst wenn Zweifel an der Vermittlungsfähigkeit (z.B. ungenügende Arbeitsbemühungen, Kind zum Vorstellungsgespräch mitnehmen) bestehen, kann eine «Bescheinigung Kinderbetreuung» verlangt werden.

Machen Sie Ihre RAV-Beraterin darauf aufmerksam, dass sie nicht korrekt gehandelt hat.