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Wir alle sind in unserem Leben in einer Form von Gewalt betroffen. Sei dies direkt als Gewaltbetroffene, als Gewaltausübende oder als Aussenstehende. Nicht jede Form von Gewalt hat mit der Gleichstellung von Frau und Mann zu tun. Die Gleichstellungsarbeit befasst sich mit Gewaltformen, die durch die ungleichen Machtverhältnisse der Geschlechter entstehen oder durch diese begünstigt werden.

Frauen und Männer sind unterschiedlich von Gewalt betroffen in Bezug auf die Art der Gewalt, den Kontext und die Auswirkungen:

  • Frauen haben ein hohes Risiko, Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt in der Partnerschaft oder Ex-Partnerschaft zu werden.
  • Männer sind mehr körperlicher Gewalt im öffentlichen Raum ausgesetzt, insbesondere als Jugendliche. Auch von körperlicher Gewalt durch die Eltern sind Buben häufiger betroffen als Mädchen.
  • Männer und Frauen erleben psychische Gewalt am häufigsten in der Arbeitswelt.

Häusliche Gewalt

Häusliche Gewalt und Gewalt in Paarbeziehungen verursachen in erster Linie grosses menschliches Leid. Sie verletzen die Menschenrechte und sind nicht tolerierbar.

 Auch Männer können Opfer von häuslicher Gewalt werden, die überwiegende Zahl der Opfer sind jedoch Frauen.

Eine von fünf Frauen hat in ihrem Leben mindestens einmal körperliche oder sexuelle Gewalt durch einen Partner erlebt. Häusliche Gewalt trifft Frauen unabhängig von Bildungsstand, Einkommen, Nationalität, Alter oder Religion. Eine Frau wird mit grösserer Wahrscheinlichkeit von ihrem Partner verletzt, vergewaltigt oder getötet als von einer unbekannten Person.

Häusliche Gewalt ist nicht mehr privat

Das wesentliche Merkmal von häuslicher Gewalt ist, dass Opfer und Gewalt Ausübende in einer emotionalen Beziehung stehen und meist im gleichen Haushalt leben. Seit einigen Jahren zeichnet sich ein klarer Wandel in der Haltung zu häuslicher Gewalt ab. Häusliche Gewalt ist nicht mehr ein privates, sondern ein öffentliches Problem. Die zahlreichen gesetzlichen Anpassungen zum Schutz der Opfer, Wegweisungsnormen für die Gewalt ausübende Person, Offizialisierung der Gewalt (d.h. sie wird von Amtes wegen verfolgt) und Beratungsstellen für Gewaltausübende tragen dazu bei, dass die Opfer besser geschützt werden.

Was wir tun

Die Stabsstelle hat von 2003 bis 2011 ein Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt durchgeführt. Seit 2014 ist das Kantonale Sozialamt als neue Koordinationsstelle gegen häusliche Gewalt beauftragt, sicherzustellen, dass das Thema in diesem Kontext weiter bearbeitet wird.

Broschüren und Merkblätter

Informationen des EBG
Informationsblätter "Häusliche Gewalt" des EBG

 

Gewalt & Schule

Auch die Schule ist ein Ort, wo es zu Gewalt kommen kann. Das reicht von Mobbing, körperlicher Gewalt, Drohungen, Nötigung bis zu sexueller Gewalt. Soziale Medien und der Zugang zu pornografischem Material tragen dazu bei, dass die Gewalt grössere Dimensionen annimmt.

Lehrpersonen, Eltern und Mitschülerinnen und Mitschüler sind aufgefordert, hinzuschauen und zusammen mit den Fachpersonen zu handeln. In Graubünden wurde die Schulsozialarbeit stetig ausgebaut, die neben den Lehrpersonen geeignete Ansprechpartnerin ist.

 

Gewalt in jugendlichen Beziehungen

Stereotype Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit sind ein Risiko für die Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen. Flirts, erste Liebesbeziehungen, das Entdecken und Ausprobieren der eigenen Sexualität, die Selbstinszenierung als Mann oder Frau spielen in der Pubertät eine wichtige Rolle. Untersuchungen zeigen, dass viele Mädchen und Jungen bereits in dieser prägenden Zeit erste Erfahrungen mit Beziehungsgewalt machen. Diese ist von aussen meist nicht sichtbar, doch die Folgen sind gravierend.

Wie setze ich als Mann oder Frau meine Grenzen? Was wünsche ich mir von meinen Kollegen und Kolleginnen? Wie sieht mein Selbstbild aus? Wie mein Bild des anderen Geschlechts?

Respekt im Treff

Im Rahmen des Interventionsprojektes gegen Häusliche Gewalt entwickelten Christian Stalder (Projektverantwortlicher und Sozialpädagoge mit Fokus Männer-Bubenarbeit) zusammen mit Nicole Dobmann (Sozialpädagogin) für Jugendliche eine Plattform zum Austausch. Die Mädchen und Jungs konnten sich mit Wünschen und Bedürfnissen des eigenen sowie des anderen Geschlechts auseinander setzen und die Grenzen des Gegenübers erkennen und respektieren lernen.

Das Projekt wurde im Januar 2008 lanciert und realisierte Workshops in verschiedenen Jugendtreffs im Kanton. Insgesamt nahmen über 100 Jugendliche teil. Ende 2009 fand „Respekt im Treff“ seinen Abschluss als Teil des Bündner Interventionsprojekts gegen Häusliche Gewalt.
"Respekt im Treff"

 

Sexuelle Belästigung

Sexuelle Belästigung hat nichts mit einem Flirt, mit Liebe oder einem lockeren Arbeitsklima zu tun, sondern ist eine Missachtung der persönlichen Grenzen. Diese Grenzen bestimmt jede und jeder selbst.

Wer eine Frau oder einen Mann am Arbeitsplatz belästigt, wer andere mit Worten, Gesten oder Taten demütigt, verletzt geltendes Recht.

Sexuelle Belästigungen zeigen sich in verschiedenen Formen:

  • Anzügliche Bemerkungen, sexistische Sprüche und Witze
  • Scheinbar zufällige Körperberührungen und aufdringliches Verhalten
  • Annäherungsversuche oder Einladungen, die mit Vorteilen locken
  • Vorzeigen, Aufhängen, Auflegen oder Verschicken (auch elektronisch) von pornografischem Material im Arbeitsumfeld
  • Sexuelle und körperliche Übergriffe

Sexuelle Belästigung kann an den unterschiedlichsten Orten stattfinden. Beispielsweise im Büro, im Lagerraum, im Lift, auf dem Betriebsausflug, am Kopierer oder im Vorbeigehen. Häufig geschieht sie auch per Telefon, E-Mail, SMS und über Social Media.

Auch Frauen können Täterinnen sein. In der Praxis sind die belästigenden Personen aber mehrheitlich Männer und die Opfer grösstenteils Frauen.

Weitere Informationen

Unser Beratungsangebot

Das Gleichstellungsgesetz verbietet sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, ihre Angestellten vor sexueller Belästigung zu schützen.
Interessieren Sie sich als Arbeitgebende oder Personalverantwortliche für den Umgang mit diesem Thema im Betrieb? Wir beraten Sie gerne. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Kontaktperson: Susanna Mazzetta, Tel. 081 257 35 72 (Mittwochs und Freitags erreichbar).

 

Genital-Verstümmelung

Die Verstümmelung weiblicher Genitalien oder Female Genital Mutilation (FGM) ist eine Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen. Sie verletzt ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit.
In der Schweiz wird die Zahl der betroffenen und gefährdeten Mädchen und Frauen auf rund 6700 geschätzt. Die Beschneidung ist nach Schweizer Recht strafbar.

Wichtig bei der Bekämpfung der Verstümmelung weiblicher Genitalien ist, dass verschiedene Zielgruppen, die mit gefährdeten oder betroffenen Mädchen oder Frauen in Kontakt sind, über FGM informiert sind und präventiv wirken können.

 

Menschenhandel

Menschenhandel ist ein weltweit organisiertes Verbrechen. Nach Schätzungen werden bis zu zwei Millionen Menschen jährlich über Landesgrenzen hinweg gewaltsam verschleppt und verkauft.

 Viele landen in der Zwangsprostitution. Andere werden als Arbeitskräfte ausgebeutet. Ungefähr 80% davon sind Frauen und Mädchen, viele davon minderjährig.

Die Koordinationsstelle für Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM) hat zum Auftrag, die nötigen Strukturen und Vernetzungen für eine wirksame Bekämpfung von Menschenhandel und Menschenschmuggel in der Schweiz zu schaffen. Sie setzt sich zusammen aus den mit der Bekämpfung des Menschenhandels betrauten Behörden und Stellen von Bund und Kantonen sowie Nichtregierungs- und zwischenstaatlichen Organisationen.