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Care-Arbeit ist das Versorgen und Pflegen von Mitmenschen. Nahezu 20% aller in der Schweiz geleisteten Arbeit ist Care-Arbeit. Stärker als jedes andere Wirtschafts- und Arbeitsfeld ist dieses von asymmetrischen Geschlechterverhältnissen geprägt. Der überwiegende Teil wird von Frauen geleistet - unbezahlt oder gegen vergleichsweise schlechte Bezahlung. Der weitaus grösste Teil der nicht bezahlten Care-Arbeit fällt in den privaten Haushalten an. Über 90% der Kinderbetreuung wird gratis verrichtet, ebenso ein Drittel der Betreuung von kranken und pflegebedürftigen Erwachsenen.

Umso mehr ist ein genauer Blick auf die Dynamiken zwischen Geschlecht, Wirtschaft und Entwicklung gefordert:

  • Wer leistet aktuell die unabdingbare und nicht weg zu rationalisierende Care-Arbeit und zu welchen Bedingungen?
  • Wie beeinflussen örtliche und soziale Verschiebungen der bezahlten und unbezahlten Care-Arbeit die Geschlechterdynamik?
  • Wie verhält sich der Care-Sektor zu anderen Wirtschaftssektoren?

Vereinbarkeit mit Erwerbstätigkeit

Die Nachteile unbezahlter Care-Arbeit können einschneidend sein:

  • Geringere Chancen auf dem Arbeitsmarkt
  • Fehlende Anerkennung der Qualifikationen
  • Unzureichende soziale Absicherung
  • Weniger Ausbildungsoptionen
  • Rollenzementierung
  • Armutsrisiko

Nach wie vor sind es hauptsächlich Frauen, die beruflich zurückstecken, aufgrund eines tieferen Einkommens, fehlender familienergänzender Angebote, mangelnder Flexibilität der Arbeitszeiten, gesellschaftlicher Zuordnung des (Ver-)sorgens an die Mutter und Tochter.

Aber auch Männer wollen zunehmend Zeit mit ihren Kindern verbringen und sich vermehrt an der Unterstützung kranker Angehöriger beiteiligen. Sie stossen ebenfalls auf die Hindernisse, die eine Kombination dieser Aufgaben mit Erwerbstätigkeit schwierig machen.

Care-Migrantinnen

Es besteht eine immer grössere Nachfrage nach Pflege und Betreuung älterer Menschen zu Hause. Oft werden Frauen aus dem Ausland dafür angestellt, die sogenannten "Care-Migrantinnen". Mit CareInfo wurde eine Informationsplattform zum Thema Pflege und Betreuung zu Hause durch 24-Stunden-Betreuerinnen geschaffen. Die Plattform verfolgt das Ziel, den stetigen Informationsbedarf zu decken. Sie sammelt bestehende Informationen und bereitet diese für verschiedene Zielgruppen auf und berücksichtigt auch kantonale Unterschiede.

Was wir tun

Wir engagieren uns für eine ausgeglichene Verteilung der Care-Arbeit auf Männer und Frauen und die Schaffung von guten Rahmenbedingungen für diejenigen, die diese Arbeit bezahlt oder unbezahlt leisten. Wir stehen ein für die Anerkennung und Aufwertung von Care-Arbeit.

Mehr zum Thema

EBG: Care - die Sorge um Menschen

Nationales Forschungsprogramm NFP 60: "Care"-Trends in Privathaushalten: Umverteilen oder auslagern?

Yes we care. Studie mit fundiertem Einblick in die gesellschaftlichen Brennpunkte privater Pflegearbeit aus gleichstellungspolitischer Perspektive.

CareInfo, Informations- und Austauschplattform für Care-Migrantinnen, Arbeitgebende und Fachpersonen

Women in Development Europe WIDE: Care Ökonomie