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Bildung in Graubünden

In den letzten 40 Jahren hat ein grundsätzlicher Wandel stattgefunden. Viel mehr junge Menschen bilden sich nach der obligatorischen Schulzeit weiter als früher. Besonders die Frauen haben aufgeholt. Während über 40% der Frauen über 65 über keine nachobligatorische Bildung verfügen, liegt die Maturitätsquote bei den Frauen heute höher als bei den Männern.

Mädchen und Buben haben inzwischen nahezu die gleichen Voraussetzungen und Chancen in der Schule. Beim Bildungsgrad existieren kaum mehr Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Unterschiede bestehen aber bei:

  • dem gewählten Schultypus nach dem 9. Schuljahr. 35% der Mädchen besuchen eine Mittelschule und 35% eine Berufsschule. Nur 23% der Buben besucht jedoch eine Mittelschule, dafür 53% eine Berufsschule.
  • der Wahl des Schwerpunktfachs an den Bündner Gymnasien. Der Frauenanteil beträgt bei "Psychologie/Pädagogik/Philosophie" sowie "alte und neue Sprachen" gegen 80%, bei den Fächern "Wirtschaft und Recht" sowie "Mathematik und Naturwissenschaften" dominieren die jungen Männer.
  • der Wahl des Studienfachs. Über 60% der Bündner Studentinnen studieren Geistes- und Sozialwissenschaften, weniger als 10% Informatik.

Die Selbstverständlichekeit, dass eine mathematisch begabte junge Frau oder ein pädagogisch interessierter junger Mann auch wirklich ihren Talenten folgen, ist bis heute nicht gegeben. Die Zahlen spiegeln das deutlich wider.

Hierarchische Ordnung im Lehrkörper

Primarstufe: Nur 15% der Lehrkräfte sind Männer.

Sekundarstufe: Ca. 50% der Lehrkräfte sind Männer, 50% Frauen.

Gymnasium: Nur 35% der Lehrkräfte sind Frauen.

Die Schulleitungen bestehen zu drei Vierteln aus Männern.

Dieses Ungleichgewicht der Geschlechter nehmen die Schülerinnen und Schüler unbewusst als normale Aufteilung wahr.