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Fachkurse an der Fachhochschule Graubünden

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann und dem Zentrum für Verwaltungsmanagement der Fachhochschule Graubünden findet auch 2022 seine Fortsetzung. Unter dem Titel "Frauen in Politik und Verwaltung" bieten wir fünf attraktive Kurse an. Sie richten sich an Frauen, die in der öffentlichen Verwaltung oder in NGOs, in der Politik oder in Institutionen tätig sind, sich in Vorständen, Gremien, Kommissionen ehrenamtlich engagieren oder dies in Zukunft tun möchten sowie ganz allgemein an Frauen, die am Thema interessiert sind. 

Hier geht's zu den Infos zu den Kursen. 

Wie kommt frau zur Politik und was hält sie?

Der Frauenanteil in den Parlamenten und Exekutiven der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein liegt tiefer als im Schweizer Durchschnitt und ist grundsätzlich in der ganzen Schweiz rückläufig. Die Konferenz Chancengleichheit Ostschweiz und Liechtenstein* wollte die Gründe erfahren.

Um der Entwicklung etwas entgegenzusetzen und den PolitikerInnen und Parteien Handlungsoptionen und Instrumente zu bieten, beauftragte sie Dr. Sarah Bütikofer, Dozentin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich und Dozentin an der ETH Zürich, eine Studie zu erstellen zum Thema:

Studie "Politische Partizipation von Frauen in der Ostschweiz" 

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* Die Konferenz Chancengleichheit Ostschweiz und Liechtenstein ist ein Zusammenschluss von NGOs, Fachhochschulen und staatlichen Fachstellen, die sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzen.

betrifft:frauen entscheiden

Das Interreg Projekt betrifft:frauen entscheiden wurde von November 2015 bis November 2017 im Auftrag der Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann des Kantons Graubünden, des Referats für Frauen und Gleichstellung Vorarlberg und des Amts für Soziale Dienste – Fachbereich Chancengleichheit des Fürstentums Liechtenstein vom Verein Amazone und von Dr.in Eva Häfele in den Regionen Liechtenstein, Graubünden und Vorarlberg umgesetzt.

betrifft:frauen entscheiden wurde finanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und durch das Interreg V-Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein, des Referats für Frauen und Gleichstellung des Amts der Vorarlberger Landesregierung, der Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann des Kantons Graubünden und des Amts für Soziale Dienste – Fachbereich Chancengleichheit des Fürstentums Liechtenstein.

Ziele

  • Neues Datenmaterial zur Sichtbarkeit von Frauen in den Medien sammeln und sichern.
  • Für die drei Regionen vergleichbares Datenmaterial zur Situation von Frauen in Führungs- und Entscheidungspositionen vorlegen.
  • junge Frauen für die Partizipation schulen.
  • Die Vernetzung im Vierländereck fördern.
  • Die Medienschaffenden für die Präsenz von Frauen in den Medien sensibilisieren.
  • Multiplikatorinnen informieren und sensibilisieren.

Resultate und Produkte

politisch:entscheiden

In dem Kurzlehrgang in Vorarlberg und Graubünden wurden Frauen angesprochen, die in Institutionen, Vereinen, Parteien oder öffentlichen Gremien politisch engagiert sind oder in Zukunft politisch aktiv sein möchten. Die umgesetzten Module enthielten praxisorientierte Grundlagen zu Gender und Diversity, eine Vertiefung in Kommunikations- und Konfliktmanagement und Werkzeuge für PR- und Medienarbeit.

Das von AmazoneMädchen durchgeführte Social Media Training gab den knapp 20 Teilnehmerinnen einen Einblick in aktuell von Jugendlichen genutzten sozialen Netzwerken.

Aus diesem Projekt entwickelten sich die Fachkurse für Frauen in Politik und Verwaltung in Kooperation mit der Fachhochschule Graubünden.

Tutorial zu Geschlecht in den Medien

Das Tutorial bietet eine Auseinandersetzung zum Thema Geschlecht in der Medienberichterstattung. Mit vielen Tipps, best versus worst cases und tollen Links setzen sich die Nutzenden unter anderem mit den Bereichen Gender, Sexismus in den Medien und gendersensible Sprache auseinander und erhalten Einblick in die länderübergreifenden Erhebungen zur Darstellungen von Frauen und Männern in den Medien und Zahlen zu Frauen in Führungspositionen, in den drei teilnehmenden Regionen.

Erhebung zu Frauen in Führungspositionen und Medienanalyse  

2016 wurden zwei Erhebungen in den Regionen Liechtenstein, Graubünden und Vorarlberg durchgeführt. Die erste Erhebung befasst sich mit der Sammlung und Aufbereitung von vorhandenen Daten von Frauen in Führungspositionen. Sie bezieht sich auf die Bereiche Politik, Verwaltung, Bildung, Wissenschaft, Kultur, Soziales, Pflege, Gesundheit, Sport, Land- und Forstwirtschaft sowie Wirtschaftsunternehmen. Die zweite Erhebung, eine Medienanalyse, beleuchtet die Präsenz von Frauen in Führungspositionen in den regionalen Medien.

Berichte 

"betrifft:frauen entscheiden" Bericht Kanton Graubünden (2016)

"betrifft:frauen entscheiden" Medienanalyse Kanton Graubünden (2016)

"betrifft:frauen entscheiden" Gesamtbericht (2016)

"betrifft:frauen entscheiden" Medienanalyse gesamt (2016)

Zusammenfassung

Die geschlechtsspezifische Segmentierung des Arbeitsmarktes in der Verteilung von Führungspositionen in allen genannten Bereichen verläuft ähnlich. Obwohl der Anteil erwerbstätiger Frauen in einigen Branchen – etwa in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Bildungswesen – höher liegt als der der Männer, wirkt sich das keineswegs auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen aus. Die Zahlen der Erhebung liefern dafür einen klaren Beweis.

Resultate der Erhebung

  • In keinem der untersuchten Bereiche konnte eine paritätische Teilhabe von Frauen in Entscheidungs- und Führungspositionen festgestellt werden. Gesamthaft betrachtet gibt es zwischen den drei Regionen im Hinblick auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen keine gravierenden Unterschiede.
  • In den Bereichen Kultur, Gesundheit, Pflege und Soziales ist der Frauenanteil in allen drei Regionen signifikant höher als in der Privatwirtschaft. In der Privatwirtschaft gibt es nur sehr wenige Frauen in Führungsebenen, wobei auch Vorstände und Aufsichtsräte überwiegend männlich besetzt sind.
  • In Unternehmen mit Landesbeteiligungen ist in Führungspositionen ein etwas höherer Frauenanteil als in der Privatwirtschaft feststellbar. Auch in staatlichen Kommissionen und Beiräten ist ein wachsender Frauenanteil zu verzeichnen. Generell wird deutlich, dass in den staatlichen und staatsnahen Bereichen durch gezielte Maßnahmen, die in den jeweiligen Länderberichten dargestellt werden, die Präsenz von Frauen in Entscheidungspositionen deutlich erhöht werden konnte.
  • Aus der Untersuchung geht hervor, dass Frauen in Führungspositionen den Frauenanteil in Gremien generell steigen lässt. Dies zeigt sich am Beispiel von Bürgermeisterinnen und Vereinspräsidentinnen, die weitere Frauen ermutigen, verantwortungsvolle Positionen zu übernehmen.

Länderübergreifendes Mädchenparlament 

Rund 60 junge Frauen aus Vorarlberg, Graubünden und Liechtenstein tagten am 5. November 2016 beim ersten länderübergreifenden Mädchenparlament im Landtag in Bregenz. Die von den Teilnehmerinnen erarbeiteten Anträge wurden an die anwesenden Politikerinnen und Politiker überreicht. Mehr zum Mädchenparlament