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Gleichstellung ist kein Selbstläufer

Vor 25 Jahren, am 24. Mai 1996, sprach sich der Grosse Rat für die Einrichtung eines kantonalen Gleichstellungsbüros aus. Im Jubiläumsjahr legt die heutige Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann einen Zwischenhalt ein und fragt: Wo steht die Gleichstellung in Graubünden 2021?

Die Einrichtung des kantonalen Gleichstellungsbüros geschah auf Antrag der Regierung und im Hinblick auf das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann, das am 1. Juli 1996 in Kraft trat. Die Vorlage zur Schaffung der Stabsstelle und einer Schlichtungsstelle wurde im Grossen Rat am 24. Mai 1996 zwar einstimmig angenommen, doch die Wortmeldungen bezeugen: Das Thema bewegte die Gemüter vor 25 Jahren gleichermassen wie heute. Gleichstellung wurde damals quasi gleichgesetzt mit Frauenförderung.

Eine Gesellschaft ohne starre Rollenbilder
Vieles, was vor 25 Jahren angestrebt wurde, ist heute Wirklichkeit geworden. Aus rechtlicher Sicht wurden manche Hürden beseitigt, sodass Frauen und Männer in vielen Bereichen ähnliche Rahmenbedingungen haben. Chancengleichheit ist aber nicht nur eine juristische Frage, sondern auch eine soziokulturelle. „So lange starre Rollenbilder unsere Lebensentwürfe bestimmen, können wir unsere Neigungen und Talente nicht ausreichend entwickeln und in die Gesellschaft einbringen“, stellt Barbara Wülser fest, die seit Februar 2021 die Leitung der Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann innehat. Regierungsrat Jon Domenic Parolini ist erfreut, die kantonalen Gleichstellungskompetenzen unter seinem Dach zu haben. Der Vorsteher des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements betont: „Gleichstellung ist kein Selbstläufer, sondern muss stetig gepflegt und weiterentwickelt werden.“

Graubünden stellt sich Fragen zur Gleichstellung
Welche Themen sind heute relevant und wo steht Graubünden bezüglich Gleichstellung? Das Team der Stabsstelle für Chancengleichheit – drei Frauen und ein Mann – gibt im Jubiläumsjahr (noch) keine Antworten, sondern sammelt Fragen, die in persönlichen Gesprächen mit ausgewählten Persönlichkeiten entwickelt werden. Die Gespräche und gesammelten Fragen dienen der Stabsstelle als Orientierung für die strategische Neuausrichtung und Priorisierung der Aktivitäten für die nächsten fünf Jahre. 25 ausgewählte Fragen spielt die Stabsstelle für Chancengleichheit an die Gesellschaft zurück: Sie werden auf Plakaten, Spielkarten und Postkarten sowie an einer Jubiläumsveranstaltung am 1. Oktober 2021 künstlerisch in Szene gesetzt.

Eine kurze Geschichte des Bündner Gleichstellungsbüros findet sich hier.