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Zuständigkeit der Kantone für eigenständige Aussenbeziehungen

Die Bundesverfassung räumt den Kantonen das Recht ein, ihren Zuständigkeitsbereichen mit dem Ausland Verträge abzuschliessen und mit untergeordneten ausländischen Behörden direkt zu verkehren. Man spricht in diesem Zusammenhang von der sogenannten "kleinen Aussenpolitik" der Kantone.

Als Grenzkanton pflegt der Kanton Graubünden Beziehungen auch über die Landesgrenzen hinweg. Grenzüberschreitende Probleme sollen in grenzüberschreitenden Strukturen gelöst werden. Graubünden pflegt daher eine intensive Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen im Ausland.

Zusammenarbeit mit der Region Lombardei

So hat beispielsweise der Kanton Graubünden mit der benachbarten Region Lombardei eine Absichtserklärung zur grenzüberschreitenden Kooperation unterzeichnet. Im Zentrum der Bestrebungen stehen die Bereiche Wirtschaft, Gesundheit und Verkehr. Damit sollen die Handelsbeziehungen verbessert und im Bereich der Gesundheit Projekte vorangetrieben werden, um die allgemeine Gesundheitsgrundversorgung und den Rettungsdienst in der gemeinsamen Grenzregion zu verbessern. Durch die verstärkte Zusammenarbeit soll auch das Angebot des öffentlichen grenzüberschreitenden Verkehrs verbessert werden.

Zusammenarbeit mit der Provinz Bozen-Südtirol

Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist die Vereinbarung mit der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol über die Organisation der grenzüberschreitenden Flugrettung mittels Hubschraubern. Gegenstand der Vereinbarung bilden die Koordination der Rettungseinsätze bei Unfällen oder anderen Notsituationen im Grenzgebiet, die Hospitalisierung nach Primäreinsätzen, die Zusammenarbeit zwischen den Besatzungen fremder Hubschrauber mit lokalen Rettungsorganisationen, die Kostentragung sowie der Informationsaustausch zwischen den Behörden und den beteiligten Flugrettungsdiensten.