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«Wunderfitz und Redeblitz» gewinnt Pestalozzi-Preis 2015

Das sprachliche Frühförderprojekt «Wunderfitz und Redeblitz» wurde mit dem Pestalozzi-Preis 2015 ausgezeichnet. Das Projekt überzeugte die Jury durch seinen kindergerechten und innovativen Lernansatz. Ein Gespräch mit der Projektleiterin Sibylle Wietlisbach-Zwyssig über Geheimrezepte, Zauberkisten und Elternarbeit in Graubünden.

FI: Herzliche Gratulation, Frau Wietlisbach, zum Gewinn des Frühförderpreises für Schweizer Berggebiete der Pestalozzi-Stiftung. «Wunderfitz und Redeblitz» wird aktuell in 14 Bündner Gemeinden angeboten, beflügelt Sie dieser Preis, sich weiterhin in der Frühförderung von fremdsprachigen Kindern in Graubünden zu engagieren?
SW: Diese Auszeichnung ist eine Ehre. Dadurch haben wir ein Qualitätslabel erhalten, welches unsere nachhaltige Arbeit deklariert. Das ganze Team ist hocherfreut und motiviert, auch in Zukunft mit Engagement weitere «wunderfitzige» Kinder zu fördern.

FI: Vor 10 Jahren starteten Sie mit der sprachlichen Frühförderung im Kanton Zug. Was bewegte Sie dazu, Ihr Projekt auch in Graubünden zu lancieren?
SW: Da wir hohe Investitionen für den Aufbau des eigenständigen Konzeptes mit den Lernkisten tätigten, suchten wir einen zusätzlichen Auftraggeber. Frau Patricia Ganter Sonderegger, kantonale Integrationsdelegierte, war zufälligerweise gleichzeitig auf der Suche nach einem Frühförderprogramm. So starteten wir im 2009 mit einem Pilotprojekt in zwei Kitas in Chur.

FI: Mit «Wunderfitz und Redeblitz» lernen aktuell rund 190 fremdsprachige Kinder im Vorschulalter mit Begeisterung Deutsch. Verraten Sie uns das Geheimrezept dazu?
SW: Mit Neugier, Spiel und Spass lassen wir Kinder in unterschiedliche Welten eintauchen: Zauberland, Baustelle, Ritterburg, Zoo, Bauernhof usw. Die Kinder sollen Neues ausprobieren und selber tun können. Das eigene Denken wird dabei angeregt. Die herausfordernde Aufgabe für die Lehrperson: Deutschunterricht nach Plan und mit Zielen sowie auf die Fähigkeiten und das Alter der Kinder zugeschnitten, so dass ein natürliches Lernen resultiert.

FI: Zentrales Element Ihres Konzeptes bilden die von Ihnen bestückten Themenkisten, aus denen die Kursleiterinnen farbige Kätzchen, Rehe oder Piraten zaubern. Wo finden Sie Ideen für immer neue Lernkisten?
SW: Im Alltag, beim Wandern oder Reisen, in der Stadt, auf dem Spielplatz, in der Natur - einfach überall. Es sind in der Zwischenzeit 90 verschiedene Lernkisten.

FI: Im Fokus Ihres Projektes steht auch die Elternarbeit. Was machen Sie diesbezüglich für Erfahrungen in Graubünden?
SW: Es ist eine Herausforderung, die Eltern für Mitarbeit und Weiterbildung motivieren zu können. Ein erster Anfang ist getan, doch wir sind noch auf der Suche nach diesem Geheimrezept. Denn die Forschung und die Praxis zeigen eindeutig: Frühkindliche Bildungsprogramme sind sehr effektiv und nachhaltig, wenn die Eltern involviert werden.

FI: Wie sehen Ihre «Wunderfitz und Redeblitz»- Wünsche für die Zukunft aus?
SW: Wir wünschen uns, dass alle Kinder - besonders in den ersten Lebensjahren - ganzheitlich gefördert werden können, damit sie eine befriedigende Schul- und Berufskarriere durchleben dürfen. Gemeinden oder Schulen sollten Eltern - vor allem mit Migrationshintergrund - mit ausgewählten Angeboten dafür sensibilisieren und sie verpflichtend einbinden – zum Wohle der Kinder.

>> www.wunderfitzundredeblitz.ch