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Förderung der beruflichen Integration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen

Die Integration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen in die Arbeitswelt ist Voraussetzung für eine selbständige Lebensführung.

Die von der Fachstelle Integration initiierte berufliche Integrationsförderung umfasst im Wesentlichen folgende Zielsetzungen:

 

  • Abklärung der beruflichen Fähigkeiten, sozialen Kompetenzen, Belastbarkeit sowie der Motivation der Stellensuchenden im Rahmen von Assessments, Einsatzprogrammen, Workshops und Arbeitseinsätzen
  • Gezielte Vorbereitung der Stellensuchenden auf den einheimischen Arbeitsmarkt durch Vermittlung von arbeitsmarktrelevanten Schlüsselkomponenten wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Umgang mit den geltenden Leistungsansprüchen etc.
  • Vermittlung von motivierten Arbeitskräften mit Deutschkenntnissen auf Niveau A2
  • Kostenlose Begleitung und Unterstützung auf Wunsch oder bei Bedarf (für Arbeitgebende wie Arbeitnehmende)
  • Finanzielle Unterstützung z.B. Einarbeitungszuschüsse (benötigt die Eingabe eines Gesuchs)

 

Nebst dem Willen und Engagement der stellensuchenden Person braucht es auch Arbeitgebende, die Einstiegschancen in Form von Schnupperwochen, Praktika, Temporär- oder Festanstellungen bieten. Für interessierte Arbeitgebende, die bereit sind, das berufliche Potenzial eines Menschen aus einem andern Kulturkreis zu fördern, stehen die Job Coaches der Fachstelle Integration mit weiteren Informationen gerne zur Verfügung.

Neu: Meldeverfahren für die Aufnahme und Beendigung der Erwerbstätigkeit von vorläufig Aufgenommenen (Ausweis F) und anerkannten Flüchtlingen (Ausweis B)

Für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit von anerkannten Flüchtlingen (Ausweis B), vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen (Ausweis F) gilt ab 1. Januar 2019 das vereinfachte Meldeverfahren, welches das bis anhin gültige Bewilligungsverfahren ablöst. Die Aufnahme und Beendigung der Erwerbstätigkeit sowie ein Stellenwechsel ist vom Arbeitgeber vorgängig bei der zuständigen kantonalen Behörde am Arbeitsort (bzw. Sitz des Arbeitgebers) zu melden (Art. 85a AIG).

Das Meldeformular sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) finden Sie auf der Internetseite des Staatssekretariats für Migration (SEM): www.sem.admin.ch

Broschüre für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber

Informations- und Merkblätter

Pilotprojekt Stufenmodell Teillohnplus

Anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen (VA/Flü) sind in der Schweiz – so belegen zahlreiche Studien - viel weniger häufig erwerbstätig als die ständige Bevölkerung. Die Fachstelle Integration, die im Kanton Graubünden für die Arbeitsmarktintegration von VA/Flü zuständig ist, setzt darum schon seit einigen Jahren auf eine möglichst direkte Integration in den Arbeitsmarkt, wobei dieser Prozess von Job Coaches, die nach dem Modell «supported employment» arbeiten, begleitet wird. Nachdem VA/Flü minimale Deutschkenntnisse erworben und ein dreiwöchiges Praxisassessment durchlaufen haben, absolvieren sie ein mehrmonatiges Praktikum, um erste Erfahrungen in einem Berufsfeld und mit den Anforderungen der Arbeitswelt machen zu können. Im Idealfall ergeben sich daraus Anstellungen - doch häufig reichen die beruflichen Kenntnisse bzw. Arbeitsleistungen für eine Anstellung zum Mindestlohn nicht aus. Um diese Lücke schliessen und bestehende Defizite im Hinblick auf eine Festanstellung oder berufliche Grundausbildung angehen zu können, hat die Fachstelle Integration ein auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtetes «Stufenmodell Teillohnplus»» konzipiert. Dieses sieht vor, dass VA/Flü nach dem Praktikum während maximal 1,5 Jahren weitere Berufserfahrung sammeln und berufspraktisch und allgemeinbildend qualifiziert werden, wobei sie einen Teillohn vom Betrieb erhalten.

Als Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung erwies sich - nebst der verbindlichen Zusammenarbeit aller Akteure und die breite Abstützung bei den Sozialpartnern und der tripartiten Kommission - die «on-the-Job-Qualifizierung» und die Tatsache, dass eine reale Arbeitsstelle in Aussicht steht. Ebenso wichtig ist der individuelle und flexible Einsatz der Job Coaches, die Teilnehmende wie Arbeitgebende begleiten, Ziele im Bereich der berufspraktischen Qualifizierung sowie dem Spracherwerb vereinbaren, Standortgespräche führen und Fortschritte festhalten, wodurch bei allen Involvierten eine hohe Verbindlichkeit erreicht wird.

 

Medienbeiträge