Zum Seiteninhalt

Unbegleitete Minderjährige

Menschen auf der Flucht, die in der Schweiz ein Asylgesuch stellen, werden für die Dauer des Asylverfahrens gemäss einem Verteilschlüssel den Kantonen zugewiesen. Unter den zugeteilten Asylsuchenden befinden sich zunehmend auch unbegleitete Minderjährige.

Unbegleitete Minderjährige sind gemäss Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen einem besonderen Schutz unterstellt und haben Anspruch auf Schutz, Betreuung, Begleitung und Integration. Die Finanzierung der Kosten dafür richtet sich nach den Grundsätzen der vom Bund ausgerichteten Globalpauschale.

Grundsätzlich haben alle Kinder im schulpflichtigen Alter Anspruch auf unentgeltlichen Grundschulunterricht (Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999, BV; SR 191) und auch die nachobligatorischen Bildungsangebote stehen allen Jugendlichen – unabhängig von Nationalität und Aufenthaltsstatus – offen, sofern sie die obligatorische Schulzeit in der Schweiz absolviert haben oder über die entsprechenden Erfordernisse im Bereich Sprache und Grundkompetenzen verfügen.

Nach der Ankunft in den Kanton erfolgt demnach bei allen UMA - unabhängig des Verfahrensstands - eine Abklärung bezüglich Schulbildung, wobei zwischen schulpflichtigen und nicht mehr schulpflichtigen Minderjährigen unterschieden wird. Gemäss den bisherigen Erfahrungen reist der überwiegende Teil der unbegleiteten Minderjährigen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren in die Schweiz ein und unterliegt somit nicht mehr der obligatorischen Schulpflicht. Zur Förderung der Autonomie und zur Stärkung einer selbständigen Lebensweise braucht es – unabhängig des Aufenthaltsstatus - altersgerechte und stabilisierender Tagesstrukturen sowie die Sicherstellung von Angeboten zur Erweiterung der schulischen und persönlichen Kompetenzen mit entsprechender Perspektivenentwicklung.

Im Hinblick auf eine nachhaltige Integration mit Sicherung der finanziellen Existenzgrundlagen ist es bei unbegleiteten Minderjährigen wichtig, möglichst früh Integrationsbedürfnisse zu erkennen und Massnahmen zur Förderung des Integrationsprozesses im Bereich Sprache, Bildung und Berufsperspektiven einzuleiten. In diesem Zusammenhang läuft seit Februar 2015 in der Schule St Catharina in Cazis ein spezifisch auf die unbegleiteten Minderjährigen, die nicht mehr der Schulpflicht unterliegen, ausgerichtetes Bildungsangebot mit den Schwerpunkten Sprachförderung, Mathematik, Sozial- und Selbstkompetenzen. Dieses hat zum Ziel, grundlegende Kenntnisse und Kompetenzen für den Alltag zu erwerben und zu entwickeln und bei einem längerfristigen Aufenthalt den Anschluss ans Berufsbildungssystem sicherzustellen, d.h. Besuch eines Brückenangebots bzw. Absolvierung einer beruflichen Grundausbildung, sei es die zweijährige berufliche Grundausbildung mit eidg. Berufsattgest (EBA) oder eine drei- bis vierjährige berufliche Grundausbildung mit eidg. Fähigkeitsausweis (EFZ).