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Session: 04.12.2013
Die Autobahn A13 bildet nach der A2 die zweitwichtigste Nord-Süd-Verbindung der Schweiz. Eine ganzjährig durchgehende Verbindung auf dieser Strecke existiert seit 1967 mit der Eröffnung des San-Bernardino-Tunnels.

1983, mithin vor rund 30 Jahren, wurde der 2449 Meter lange Isla-Bella-Tunnel zwischen Bonaduz und Rothenbrunnen eröffnet.

Seit dem 1. Januar 2008 sind die Autobahnen von den Kantonen in die Verantwortung des Bundes (Bundesamt für Strassen; ASTRA) übergegangen. Dennoch besteht für die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Graubünden ein erhebliches Interesse, dass die A13 auch im Isla-Bella-Tunnel verkehrssicher ist.

Abgesehen von der Tatsache, dass der Tunnel offenbar weder über Notausgänge noch Lautsprecher verfügt, ist seit 30 Jahren das sicherheitstechnisch relevante Problem vorhanden, dass bei entsprechenden Witterungs- bzw. Temperaturverhältnissen sich die Windschutzscheiben beim Eintritt rasch beschlagen.

1. Wie viele Fahrzeuge passierten in den letzten fünf Jahren den Isla-Bella-Tunnel im Durchschnitt?

2. Kann der Tunnel überhaupt noch betrieben werden, wenn man bedenkt, dass brillentragende Motorradfahrer mit dem Problem überrascht werden können, dass bei den genannten Witterungs- bzw. Temperaturverhältnissen nach Hebung ihres beschlagenen Visiers sich auch die Brille beschlägt?

3. Wann kann bezüglich Beschlagung der Scheiben mit einer effektiven Besserung gerechnet werden?

Chur, 4. Dezember 2013

Tenchio, Albertin, Augustin, Barandun, Baselgia-Brunner, Berther (Disentis/Mustér), Blumenthal, Bondolfi, Bucher-Brini, Caduff, Caluori, Casty, Casutt Renatus, Casutt-Derungs Silvia, Cavegn, Clalüna, Claus, Della Vedova, Dermont, Dosch, Engler, Fallet, Fasani, Florin-Caluori, Foffa, Frigg-Walt, Gartmann-Albin, Gunzinger, Heiz, Hitz-Rusch, Jeker, Jenny (Arosa), Joos, Kleis-Kümin, Kollegger (Malix), Locher Benguerel, Lorez-Meuli, Märchy-Caduff, Michael (Castasegna), Michel (Davos Monstein), Nick, Niederer, Niggli (Samedan), Noi-Togni, Papa, Parolini, Pedrini, Peyer, Pfenninger, Pult, Righetti, Rosa, Sax, Stiffler (Davos Platz), Thöny, Tomaschett (Breil), Tomaschett-Berther (Trun), Trepp, Degonda, Hauser, Michel (Igis), Monigatti

Antwort der Regierung

Die San Bernardino-Route dient nicht nur dem Transitverkehr, sondern auch der regionalen Erschliessung. Insbesondere der hohe Verkehrsfrequenzen aufweisende Abschnitt Maienfeld - Thusis ist aus dieser Sicht für Graubünden sehr wichtig. Am 1. Januar 2008 sind die Nationalstrassen ins Eigentum des Bundes übergegangen. Seither liegt die Verantwortung vollumfänglich bei ihm bzw. beim Bundesamt für Strassen. Dieses ist zuständig für den Ausbau, die Sanierung sowie den Betrieb und damit auch für die Sicherheit.

Das Problem des Beschlagens von Windschutzscheiben ist nicht nur ein Thema beim Isla Bella Tunnel. Schweizweit gibt es einige Tunnel, bei denen dieses Problem auftritt. Untersuchungen des Bundes haben gezeigt, dass die Beschlagungsgefahr vor allem in Tunneln mit Gegenverkehr und einer Länge von mehr als 1‘400 m deutlich erhöht ist. Der Isla Bella Tunnel ist ein Gegenverkehrstunnel und über 2 km lang.

Zu den konkreten Fragen:

1. In den letzten 5 Jahren betrug der durchschnittliche tägliche Verkehr auf der
Nationalstrasse im Domleschg ca. 16‘500 Fahrzeuge.

2. Da sich der Tunnel heute im Eigentum des Bundesamtes für Strassen befindet, kann die Regierung die Frage, ob dieser überhaupt noch betrieben werden könne, nicht abschliessend fachlich beurteilen. Festzuhalten ist allerdings, dass bereits vor 2008, als die Verantwortung noch beim Kanton lag, die damals technisch möglichen Massnahmen ergriffen worden sind. Beim Isla Bella Tunnel wurde eine Warnsignalisation mit Blinklicht und einem konkreten Hinweis auf beschlagene Scheiben installiert. Diese wird aufgrund von Messwerterfassungen eingeschaltet. Eine präventive Umleitung des gesamten Verkehrs durch die Dörfer bei kritischen Feuchtigkeits- und Temperatursituationen ist keine Alternative, da die Sicherheitsrisiken dort grösser wären und die Bevölkerung belastet würde. In den letzten 10 Jahren haben sich gemäss der Unfallauswertung durch die Kantonspolizei im Isla Bella Tunnel insgesamt 28 Unfälle ereignet. Davon konnten 8 aufgrund der Analysen dem Unfalltyp „beschlagene Scheiben“ zugeordnet werden. Bei 3 Fällen waren Motorradfahrer involviert.

3. Der Regierung ist nicht bekannt, wann und ob überhaupt technische Massnahmen getroffen werden könnten, um die Situation zu verbessern. Sie wird das zuständige Bundesamt für Strassen, insbesondere mit Blick auf künftige Sanierungen, erneut auf dieses spezielle Problem beim Isla Bella Tunnel aufmerksam machen.

06. Februar 2014