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Schon seit circa 3'500 Jahren führt ein Wegstück der Nord-Süd Alpenquerung durch die Viamalaschlucht. Der ursprüngliche Römerweg entwickelte sich mit der Zeit vom abenteuerlichen Säumerpfad zur aktuellen, komfortabel ausgebauten Hauptstrasse. Seit der Eröffnung der Nationalstrasse A13 im Jahr 1967 wird die Viamalaschlucht mittels eines Tunnels umfahren, entsprechend dient die Kantonsstrasse heute hauptsächlich dem Regionalverkehr und dem Tourismus.

Bauliche Herausforderungen

Bis zu 300 Meter hohe Felswände hat der Hinterrhein in den Fels geschliffen. Rund 50 Meter über dem Flussbett scheint die Strasse teilweise an den Fels "geheftet" worden zu sein. In den vergangenen knapp 300 Jahren haben wagemutige Baumeister mehrere Brücken, Schutzgalerien und Stützmauern geschaffen, damit der Strassenabschnitt permanent und sicher befahren oder bewandert werden kann. Dank der robusten und massiven Bauweise in Naturstein oder Stahlbeton haben die Bauwerke über die Zeit dem rauen Klima sowie Stein- und Eisschlag standgehalten. 2016 erarbeitete das Tiefbauamt Graubünden ein Erhaltungskonzept, welches nun während vier Jahren umgesetzt wird. Die grossen Herausforderungen liegen im Umgang mit den Naturgefahren, der historischen Bausubstanz und der engen Platzverhältnisse. Trotzdem ist die Strasse – mit wenigen Ausnahmen – durchgängig befahrbar, so dass der Individualverkehr nur minimal eingeschränkt wird.

Durchgeführte Massnahmen

Die Schutzgalerien werden neu verstärkt und abgedichtet. Temporäre Steinschlagschutznetze ermöglichen das Arbeiten auf den Galeriedächern, welche mit einem "weichen" Dämpfungsmodul ausgerüstet werden. Die Brücken erhalten durchgängige Betonfahrbahnplatten, welche gleichzeitig Abdichtungsträger wie auch Brüstungsfundamente sind. Alle Natursteinbrüstungen im Projektperimeter werden neu mit bewehrtem Betonkern wiederhergestellt. Die Verwendung von bereits vorhandenen und neuen Natursteinen aus dem nahen Andeer ist aus denkmalpflegerischer Sicht erforderlich. Der ganze Strassenkörper erhält eine neue Fundations- und Belagsschicht und sämtliche Werkleitungen (Wasser, Elektrizität und Kommunikation) werden erneuert.

Die ersten Bauetappen konnten trotz die schwierigen Umstände planmässig durchgeführt werden. Bis im November 2022 wird der gesamte Abschnitt instandgesetzt sein, damit er der Öffentlichkeit wieder uneingeschränkt für mehrere Jahrzehnte zur Verfügung steht.

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TBA-Info vom 29. März 2019