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Session: 08.12.2010
Eine präzise und zuverlässige Wettervorhersage ist für unsere Tourismuswirtschaft von allergrösster Wichtigkeit, dies insbesondere für die ganze Wintersportindustrie. Der Meteo Schweiz resp. dem SF Meteo ist es mit der ihr zur Verfügung stehenden Zeit von 2 Minuten 15 Sekunden nicht möglich, auf regionale wetterspezifische Eigenheiten einzugehen. Daher wird unter anderem unser Kanton teilweise völlig falsch dargestellt. Graubünden ist die grösste Ferienregion der Schweiz und deckt ein Sechstel dieser ab.

Eine Verlängerung der Sendezeit um 90 Sekunden würde diesem Missstand wesentlich engegenwirken und der wirtschaftlichen Bedeutung des Wetterberichtes Rechnung tragen.

Wir fragen die Regierung an, ob sie bereit ist, sich für eine Verlängerung des Wetterberichtes bei SF DRS einzusetzen.

Chur, 8. Dezember 2010

Giacomelli, Geisseler, Jeker, Albertin, Augustin, Berther (Camischolas), Bezzola (Samedan), Bezzola (Zernez), Blumenthal, Brandenburger, Buchli-Mannhart, Burkhardt, Caduff, Caluori, Campell, Candinas, Casanova-Maron, Casty, Casutt, Casutt-Derungs, Cavegn, Clalüna, Claus, Clavadetscher, Conrad, Darms-Landolt, Davaz, Dermont, Dosch, Dudli, Engler, Florin-Caluori, Foffa, Fontana, Furrer-Cabalzar, Gasser, Gunzinger, Hartmann (Champfèr), Hartmann (Chur), Heiz, Hitz-Rusch, Holzinger-Loretz, Jaag, Jenny, Joos, Kappeler, Kasper, Kleis-Kümin, Koch (Tamins), Koch (Landquart), Kollegger (Chur), Krättli-Lori, Kunz (Fläsch), Kunz (Chur), Locher Benguerel, Mani-Heldstab, Märchy-Caduff, Marti, Meyer-Grass, Michael (Donat), Michael (Castasegna), Michel, Montalta, Müller (Davos Platz), Nick, Nigg, Niggli (Samedan), Papa, Parolini, Parpan, Pedrini, Perl, Peyer, Pfäffli, Pult, Rathgeb, Righetti, Rosa, Steck-Rauch, Stiffler (Davos Platz), Stiffler (Chur), Tenchio, Tomaschett (Breil), Trepp, Troncana-Sauer, Tscholl, Valär, Waidacher, Wieland, Cortesi, Loi, Monigatti, Müller (Haldenstein), Nicolay, Patt

Antwort der Regierung

Im Tourismus sind klimatische Faktoren wie Niederschläge und tiefe Temperaturen im Winter, Schönwetterperioden oder auch tägliche Sonnenscheindauer wichtige Elemente, welche einen unmittelbaren Einfluss auf die Umsatzentwicklung haben. Im Bezug auf den Tagestourismus und das Wochenendgeschäft spielen Wetterprognosen eine grosse Rolle. Die täglichen Wettersendungen des Schweizer Fernsehens (SF Meteo) gehören zu den Sendeformaten mit der grössten Zuschauerzahl.

Die im November 2010 präsentierte „Wetterstudie Graubünden“ zeigt auf, dass die von SF Meteo gemachten Wetterprognosen für Südbünden in hohem Mass dem tatsächlichen Wetter entsprechen. Die Güte der Prognosen für Nord- und Mittelbünden ist weniger gut. Zu beachten gilt, dass der Grund nicht bei den Prognosemodellen, sondern vielmehr bei beschränkten grafischen Darstellungsmöglichkeiten (Wettersymbole) und kurzen Sendezeiten liegt. Zudem besteht ein deutlicher Unterschied bei den Ergebnissen zwischen der 2 bis 3-Tagesprognose und dem 4 bis 5-Tagestrend. Die Trendaussagen sind weniger präzise. In rund 30% aller Wettersendungen im Hauptprogramm des Schweizer Fernsehens wird auf Graubündenspezifische Wetterbesonderheiten hingewiesen.

Der Kanton steht bereits seit längerer Zeit im direkten Kontakt mit den Verantwortlichen von SF Meteo und prüft Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation. Da nicht nur Graubünden, sondern auch andere Schweizer Ferienregionen hohe Erwartungen an die Berücksichtigung von individuellen Anliegen haben, ist eine Verlängerung der Sendezeiten der täglichen Wettersendung einzig bezogen auf Graubünden kaum umsetzbar und zudem nicht die zweckmässigste Massnahme.

Die Regierung ist bereit, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass optimale Rahmenbedingungen für den Bündner Tourismus geschaffen werden. Darunter fallen auch Aktivitäten im Bereich der Wetterprognosen. So ist beispielsweise ein Projekt gemeinsam mit SF Meteo geplant, welches Bezug nimmt auf die neusten technischen Möglichkeiten im Prognosebereich. Um in der Diskussion auf Fakten und nicht nur auf Vermutungen aufbauen zu können, sind auch Wertschöpfungsberechnungen bei Bergbahnunternehmen und anderen Leistungsträgern erforderlich. Auch soll das effektive Gästeverhalten bezogen auf den Einfluss von Wetterprognosen besser analysiert werden. Angestrebt werden somit Massnahmen, welche einen konkreten Mehrwert für die Akteure im Bündner Tourismus bringen sollen und sich nicht nur auf die Verlängerung der Sendezeit bei SF Meteo beschränken.

03. März 2011